Ankarafantsikaankarafantsikageochelone yniphoraRavelobe-See in Ankarafantsika
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Ankarafantsika (Ampijoara) Nationalpark

Der Nationalpark von Ankarafantsika, das Königreich der Vögel, liegt in der Nähe der Ortschaft Ampijoara im Nordwesten von Madagaskar an der Nationalstraße RN 4, 115 km von von der großen Hafenstadt Mahajanga entfernt. Das für seinen Artenreichtum berühmte Schutzgebiet mit seinen ausgedehnten Trockenwäldern wird mit Hilfsmitteln aus Deutschland von der KfW-Entwicklungsbank finanziert und wurde im Jahr 2006 von Bundespräsident Köhler anlässlich seiner Madagaskarreise besucht.

Beschreibung und Lage

Der 130.026 ha große Nationalpark von Ankarafantsika liegt im Nordwesten von Madagaskar an der Nationalstraße (RN4), die von Antananarivo nach Mahajanga führt, 115 km von Mahajanga, das mit täglichen Inlangsflügen von Antananarivo aus zu erreichen ist und 450 km, also eine Tagesreise mit dem Buschtaxi, von Antananarivo entfernt. 6000 Besucher jährlich machen den Park und die dazu gehörende Schildkrötenzuchtstation von Ampijoara zu einem der am meisten besuchten Nationalpars Madagaskars.

zur Karte von Ankarafantsika bei google.mapsDer Park besteht bereits seit 1927 wurde aber erst im Jahre 2003 offiziell zum Nationalpark deklariert. Er beherbergt 8 Lemuren- und 130 Vogelarten, von denen 66 in Madagaskar endemisch sind und hier am frühen Morgen ausgezeichnet beobachtet werden können.

Einige wichtige Arten, die im Ankarafantsika-Nationalpark vertreten sind: Silberreiher (Casmerodius albus), Bienenfresser (Merops superciliosus); Brauner Sichler (Plegadis falcinellus); Coquerel-Sifaka (Propithecus coquerelli); großer Madagaskar Taggecko (Phelsuma madagascariensis); großer Vasa-Papagei (Coracopsis vasa); Echsenhabicht: Accipiter francii; Eisvogel: (Corythornis vintsioides); Fettschwanzriesenmausmaki: Cheirogallus major; Hackenschnabelvanga (Vanga curvirostrisi); Hirtenstar Acridotheres tristis; Kuhreiher (Bubulcus ibis); Madagaskar Seeadler (Haliaetus vociferoides); Madagaskarweber (Foudia madagascariensis); Mangrovenreiher (Butorides striatus); Mausmaki (Microcebus ravelobensis); Mongozmaki: (Eulemur mongoz); Nilkrokodil (Crocodilus niloticus); Oustaleti-Chamäleon (Furcifer oustaleti); Plattschwanzgecko: ( Uroplatus guentheri); Purpurreiher: Ardea purpurea; Rallenreiher: Ardeola ralloides; Rhinocerus- Chamäleon: Furcifer rhinoceratus; Rotvanga (Schetba rufa); Sakalava Webber (Ploceus sakalava); Seidenspinne (Nephilla madagascariensis); Sichelvanga: (Falculea palliate); Stummelschwanzchamäleon (Brookesia decaryi); Witwenpfeiffgans Dendrocygna viduata

Madagaskar SeeadlerVor einigen Jahren wurde im Ankarafantsika Nationalpark eine neue Mausmaki-Art, der Ravelobe Mausmaki (Microcebus ravelobensis) entdeckt. Am zum Park gehörenden Ravelobe-See lebt der äußerst seltene Madagaskar-Seeadler (Haliaetus vociferoides).

Das Klima im Park ist heiß und regnerisch mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 17° und 35°C und einer jährlichen Trockenzeit von Mai bis Oktober. Vom Nordteil des Parks zum Südteil wird das Klima zunehmend trockener, was den Besuch unterschiedlicher Landschaftszonen innerhalb ein und desselben Schutzgebiets ermöglicht.

Ravelobe-See in AnkarantsikaFür längere Aufenthalte gibt es Unterkunftsmöglichenkeiten an der Nationalstraße auf Höhe der Ortschaft Ampijoroa. Hier stehen eine Bungalow-Anlage und Campingmöglichkeiten zur Verfügung.

Parc National ANKARAFANTSIKA (AMPIJOROA)
PK 114 sur la RN4
Tél: 00261 20 62 780 00/01

Angap Adresse in der Provinzhauptstadt Mahajanga:
Direction Inter-régionale de l’ANGAP-MAHAJANGA,
14 Rue Philibert Tsiranana
Immeuble Jovena
MAHAJANGA MADAGASCAR
Tel (fax): +261 20 62 226 56

Fauna und Flora

astrochelys yniphoraIm Park leben zahlreiche Tiere. Der Anteil an endemischer Fauna ist ausgesprochen hoch. Insbesondere Vögel, Geckos, und Lemurenarten gehören zur Attraktion des Parks.

In einer neben dem Haupteingang liegenden Schildkrötenzuchtstation werden in Zusammenarbeit mit dem DWCT besonders gefährdete Arten gezüchtet wie Rere (Erymnochelys madagascariensis), Angonoka (Astrochelys yniphora), Kapidolo (Pyxis planicauda).

Auch Pachypodien (Elefantenfuß) und Baobabs können in trockeneren Teilen des Parks beobachtet werden. Eine Besonderheit sind hier die Krokodilbäume (hura crepitans), die ihre Samen explosionsartig verteilen.

Ankarafantsika ist der Wasserspeicher der Region und liefert das Wasser für die Reiskulturen von Marovoay, des zweitgrößten Reisanbaugebietes Madagaskars.

Besichtigungen und Rundgänge

Gecko AnkarafantsikaDer ungefähr 2 Stunden dauernde Rundgang COQUERELI ist zu empfehlen für Liebhaber der Fauna. Hier können zwei Lemurenarten beobachtet werden: der Coquerel-Sifaka und der Eulemur fulvus. Besonderheit der Vogelwelt sind der Drongo und der Paradiesvogel.

Der mittelschwere Rundgang RETENDRIKA dauert 2 bis 3 Stunden und geht auf die Besonderheiten des Ökosystems von Ankarafantsika ein.

Der Rundgang CIRCUIT SOURCE DE VIE dauert 3 - 4 Stunden und zeigt den Reichtum der lokalen Vogelarten und insbesondere die zahlreichen Wasservogelarten.

Lemur fulvus rufusDer ANKAROKAROKA Rundweg dauert 3 - 4 Stunden und geht auf die Savannenlandschaften ein. Er führt zum großen Erosionsgebiet von Ankarokaroka, eine einzigartige mondartige Landschaft. mit gigantischen Erosionsphänomenen die einen große Canyon geschaffen haben.

Der Nachtrundgang führt zu den kleinen Säugetieren der Nacht und Nachtvögeln, sowie Chamäleons. Der Nachtrundgang beginnt um 19 Uhr und dauert 2 Stunden. Dieser beliebte Besuch darf auf keinen Fall versäumt werden.

Ein Rundgang mit Bootsfahrt auf dem 60 ha großen Ravelobe-See mit Krokodilen und Wasservögeln wird ebenfalls angeboten

Eine Rundfahrt im Auto ermöglicht, den Sekundärwald und die Savannen zu erkunden, farbenprächtige Landschaften, insbesondere bei Sonnenuntergang.

Übernachtungsmöglichkeiten

Die Gegend rund um den Nationalpark von Ankarafantsika ist touristisch noch sehr wenig erschlossen. Erst in 115 in Entfernung in der Küstenstadt Mahajanga gibt es eine große Auswahl an guten Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten..

Camping-Plätze befinden sich in Ampijoroa auf dem Areal des Parks und in Ambodimanga.

Eine kleine Herberge mit 5 Bungalows finden sich ebenfalls am Parkgelände.

Projektkurzdarstellung Ankarantsika-Nationalpark der KfW-Entwicklungsbank (2005)

Sollte die Umweltzerstörung in dem früher fast völlig bewaldeten Madagaskar mit bisheriger Geschwindigkeit voranschreiten, so werden in etwa 25 Jahren die letzten Wälder und andere ökologisch noch intakte natürliche Lebensräume der Insel verschwunden sein. Da der Wald eine wichtige Schutz- und Ausgleichsfunktion (Wasserspeicher- und Erosionsschutz) besitzt, würde durch seinen Verlust nicht nur ein Großteil der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt verloren gehen, sondern auch die natürliche Lebensgrundlage der madagassischen Bevölkerung beeinträchtigt werden. Außerdem wird durch die Übernutzung bestehender Ackerflächen sowie die ungeregelte Beweidung die nachhaltige Entwicklung des Ökosystems stark gefährdet. Hauptursache für den drastischen Rückgang des Waldbestandes sowie anderer ökologisch intakter Lebensräume und die schädlichen Bewirtschaftungsformen ist der steigende Bedarf an Nutzflächen in Folge des hohen Bevölkerungswachstums (ca. 3,1 % p.a.). Von diesem Zerstörungsprozess wird auch das Reservat Ankarafantsika bedroht. Dieses liegt oberhalb der Betsiboka-Reisebene, eine der Kornkammern Madagaskars und trägt zur Regulierung deren Wasserhaushaltes bei.

Adansonia madagascariensisMit dem Vorhaben soll ein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt Madagaskars und zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage der Anrainerbevölkerung geleistet werden. Durch die Erhöhung der Produktivität der Landwirtschaft und die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen (vor allem touristischen) Infrastruktur in den Anrainergebieten soll der Druck auf die Reservatfläche vermindert und damit der Schutz des Reservatgebiets nachhaltig abgesichert werden.

Das Vorhaben beinhaltet in seiner investiven Komponente direkte Schutzmaßnahmen (einschl. Parkinfrastruktur) sowie die Umsetzung von in solchen Vorhaben üblichen, an die örtlichen Verhältnisse anzupassenden Maßnahmen zur Reduzierung des Nutzungsdrucks (partizipative Landnutzungsplanung, Intensivierung der Landwirtschaft, Tourismusförderung). Die neben der Investitionsmaßnahme durchgeführte Begleitmaßnahme bemüht sich deshalb im Wesentlichen um Aufklärung, Motivierung und Förderung der Anrainerbevölkerung. Die Umsiedlung der Siedler, die im Park lebten, wurde inzwischen weitgehend abgeschlossen; die Menschen wurden entsprechend kompensiert. ANGAP ist bereits Träger des Vorhabens, unterstützt durch einen Berater und Backstopping der GfA, Hamburg.

 

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Interneteite der Verwaltung der madagassischen Nationalparks: www.parcs-madagascar.com

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