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Der steinerne Wald (Tsingy) im Bemaraha Nationalpark

Der Nationalpark von Bemaraha liegt im Westen von Madagaskar nördlich der Küstenstadt Morondava. Die besondere Attraktion des Gebietes sind die Tsingy, wahrhafte Kathedralen aus Kalk, die sich rasierklingenscharf bis zu 130 m hoch in den Himmel erheben und den Park zu einer der größten, aber auch am schwersten zugänglichen Attraktionen Madagaskars machen. 1990 wurden die Tsingy von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Beschreibung und Lage der tsingy von Bemaraha

BemarahaDer Nationalpark von Bemaraha besteht seit 1927 und umfasst eine Fläche von 152.710 ha auf einem zerklüfteten Bergrücken zwischen 150 m und 700 m Meerehöhe am Manambolo-Fluss. Das gesamte Schutzgebiet hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 100 km und ist 10 bis 40 km breit. Das Schutzgebiet besteht aus zwei Teilen, einem integralen Schutzgebiet im Norden und dem Nationalpark mit den Tsingy im Süden.


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Tsingy von Bemaraha, MadagaskarDas Klima im Schutzgebiet ist tropisch heiß mit einer besonders heißen Regenzeit von November bis März mit Höchsttemperaturen von bis 39°C. In dieser Periode ist von einem Besuch abzuraten, da das Gelände wegen der abfließenden Regenmassen nur schwer zugänglich ist. Der Nationalpark ist in zwei Teile gegliedert, das Bemaraha-Plateau und den steinernen Wald von Antsingy. Auf dem Dach der Tsingy herrschen im Sonnenlicht manchmal Temperaturen von 40° C, während am feuchten Grund der Canyons tiefe Dunkelheit herrscht.

Der Nationalpark von Bemaraha liegt im Bezirk von Antsahavola und gehört zur West-Provinz von Mahajanga. Das Gebiet liegt etwa 300 km westlich der Hauptstadt Antananarivo. Mit dem Auto von Antananarivo muss man je nach Straßen- und Wetterverhältnissen bit zu 5 Tagen Fahrzeit rechnen, um zu den Tsingys zu gelangen. Der Hauptzugang zum Park ist in Bekopaka.

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten das Gebiet zu erreichen:

  1. mit einem Geländewagen von der Küstenstadt Morondava gelangt man über Belo-sur-Tsiribihina nach Bekopaka (ca. 200 km) zum südlichen Zugang des Parks;
  2. eine zweite Möglichkeit besteht über die westliche Hochlandstadt Tsiroanomandidy, die von Antanananarivo mit Auto oder Flugzeug erreicht werden kann, und dann weiter nach Antsolava zum nördlichen Zugang. Die beiden Zugänge zum Park in Bekopaka und in Antsolava liegen etwa 90 km auseinander. Mit einem Flug in einer Twin Otter der Air Madagaskar kann die Streck in 45 Min. im Fluge zurück gelegt werden.
  3. Auf dem Wasserwege kann man den Park ebenfalls erreichen, über Ankavandra den Fluß Manambolo hinunter. Diese Möglichkeit wird von der Agentur Mad' Caméléon angeboten.
  4. Eine andere, weitaus bequemere Art, die tsingy zu besichtigen, ist ein Rundflug mit einer kleinen Maschine von Morondava aus.

Bemaraha NationalparkDie Tsingy präsentieren sich als regelrechte Kathedralen aus Kalk. Ein System aus Schluchten und messerspitzen Kalksteinspitzen bildet ein Phänomen, das das Gebiet zu einer der erstaunlichsten Landschaften der Welt macht.

Das madagassische Wort mitsingitsingina, kurz tsingy beutet so viel wie "auf den Zehenspitzen gehen" und dies charakterisiert sehr genau diese verwitterten Steinfelder mit ihren messerspitzen Felsenformen, die nach oben hin bleistiftdünn werden und bis zu 20 m hoch sein können. Die tsingy sind zumeist vegetationslos. Nur manchmal finden sich kleinwüchsige Euphorbien und Sukkulenten, die grauen Steinen ähneln oder Bäume und Gebüsch auf den Kuppen der Zingys, die ihre freihängenden Wurzeln 20 m tiefer im Grund haben. Unter den tsingy existieren von Wasser ausgewaschene riesige Höhlen und kilometerlange Gänge, unterirdische Seen und Flussläufe. Die Entstehung geht auf Kalkformationen zurück, die sich vor 200 Millionen Jahren als Ablagerungen am Meersboden aus toten Muscheln gebildet haben. In der neueren Zeit wurden die Kalkgebirge durch Regen und Erosion ausgewaschen.

Vor 300 Jahren dienten die tsingy noch als Versteck für die Vazimba, die Ureinwohner Madagskars, die auf der Flucht vor den expandierenden Merina waren. Gie Gräber auf dem Plateau und an der Mündung des Manambolo Flusses gelten als heilig und werden von den lokalen Bewohnern verehrt.

Die Kalkformationen bilden ein komplexes hydrologische System, wobei die Tsingy die Rolle von Wasserspeichern übernehmen. Ein dichter trockener Wald, der von Savannen durchbrochen wird, breitet sich in den Karstgebieten aus. Verschiedene Tier- und Pflanzenarten haben sich auf ein Leben in dieser unwirtlichen Umwelt spezialisiert. Der langsam entstehende Ökotourismus, der diese sensationelle Landschaft für sich entdeckt hat, verhilft der lokalen Bevölkerung zu einer Einnahmequelle und garantiert damit den Schutz des Gebietes durch seine Bewohner.

Folgende Agentur in Antananarivo organisiert Ausflüge nach Bemaraha:

Ilay Tours
Lot II A 14 rue Jean Andriamady
Ampandrana-Ouest
101 ANTANANARIVO
Tel :+261 20 22 390 36 Fax :+261 20 22 390 37
madagascar-ilaytours.com

Fauna und Flora in Bemaraha

Die Tsingy sind die Herberge unterschiedlichster Tiere und Pflanzen, die in ihren nur schwer zugänglichen Abgründen vor natürlichen Feinden geschützt sind.

propithecus Lemur, MadagaskarDie Fauna des Nationalparks von Bemaraha besteht aus 13 Lemurenarten (3 tagaktive und 10 nachtaktive) darunter der Sifaka (propithecus verreauxi deckeni), Gidro (eulemur fulvus rufus), Aye-Aye (Daubentonia madagasacriensis), Tilitilivahy (microcebus murinus), 94 Vogelarten darunter der riesige Madagaskar-Seeadler Ankoay, 15 Arten von Fledermäusen, 22 Amphibien- und 66 Reptilienarten wie Seseke (Uroplatus) Chamäleons wie Ramiheloka (brookesia perarmata). Endemische Säugetierarten sind die Mangousten (galidia elegans occidentalis) und die Riesenratte (nesomys lambertoni). Die Tiere lassen sich besonders gut in den Wäldern rund um die Gesteinsformationen der Tsingys beobachten.

Die Flora besteht aus 650 Pflanzenarten, einer endemischen Pflanzenwelt mit dichten trockenen Laubwäldern, die im Winter ihr Laub abwerfen. Die Wälder werden von Trockensavannen durchbrochen mit teilweise sehr trockenen Gebieten auf Kalkboden. 86% der lokalen Pflanzen sind endemisch. Es gibt verschiedene Anpassungsstrategien an die Trockenheit: die Blätter der Pflanzen werden zu Stachel um den Wasserverlust zu begrenzen; die Stümpfe der Pflanzen verdicken sich, um Wasser zu speichern; die vegetativen Systeme trocknen aus und verlangsamen ihre Vitalfunktionen bis zum nächsten Regen; die Pflanzen bilden nur noch Zwergformen aus.

Rundgänge, Ausflüge und Konditionen

Für die Besucher des Nationalparks von Bemaraha werden folgende Rundgänge und Ausflüge in den Park angeboten. Die Begleitung durch einen zugelassenen Führer ist Pflicht.

  1. Die mittelschweren kleinen Rundgänge Andadoany (2 bis 3 Stunden, 2 km) und Ankeligoa (6 km, ca. 3 Stunden) führen zu den sogenannten kleinen Tsingy und präsentieren die Ursprünge der Tsingy und zeigen ihre Entstehungsgeschichte auf. Die Rundwege führen durch einige Canyons und Labyrinthe aus Kalkstein, mit zahllosen sehenswerten Höhlen.
  2. Der einstündige kurze Rundweg Tantely ist ein Teil des Andadoany-Rundwegs für eilige Besucher oder als Teststrecke, bevor man sich an größere Abenteuer wagt. Dieser Test ist wichtig, um seine Schwindelfreiheit zu testen, bevor man sich in die großen Tsingy wagt.
  3. Der mittelschwere Manambolo Rundweg dauert 2,5 Stunden und führt auf einer Piroge und dann zu Fuß durch Schluchten von 50 bis 80 Meter Höhe mit verschiedenen Vegetationsetagen von Trocken- bis zu Feuchtvegetation. Zum Rundweg gehören Besuche von Höhlen und Vazimba Gräbern.
  4. Der abenteuerliche Anjohimanitsy Rundweg integriert in zwei Tagen mit Camping in Ankidroadroa die Rundwege von Manambolo, Ankeligoa und Tantely und ermöglicht, verschiedene Formen von Tsingys zu beobachten: Galerien, Kalkplateaus, Canyons, Grotten mit unterschiedlichen Vegetationszonen und Beobachtung von Lemuren und anderen Tieren.
  5. Der 17 km lange Andamozavaky Rundweg befindet sich nördlich des Dorfes von Bekopaka. Der Rundweg führt zu den großen Tsingy, wahrhaften Kathedralen aus Kalk, einem dichtem Netzwerk aus Schluchten, mit tiefen Spalten und rasierklingenscharfen Kalksteinspitzen. Von einem Aussichtspunkt auf einer Galerie hat man einen Panoramarundblick über die Tsingy.
  6. Der mittelschwere Berano Rundweg dauert 3 Stunden und beginnt am Eingang zum Park in Antsalova. Er führt zu unterirdischen Galerien und Grotten.
  7. Der Rundweg von Ranotsara ist 15 km lang und führt nördlich von Bekopaka in dichten Regenwald mit Lemuren zu einem Bereich mit zahlreichen Spalten.

Übernachtungsmöglichkeiten

Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe des Nationalparks in Bekopaka: das günstige Hotel "Chez Ibrahim" und das komfortable Hotel "Relais des Tsingy" (Bungolows ab 40 €) können im Hotel Morondava Beach in Morondava im Touristendorf (Tel.: +261 20 95 523 18) vorbestellt werden.

Weitere Übernachtungsmöglichkeiten bestehen auf dem Zeltplatz "Camp Croco " (Agentur: mad caméléon +261 20 22 630 86, e-mail: madcam@wanadoo.mg), traditionelle Sakalava Hütten "Tsingy lodge" (+261 20 33 11 507 56) - "Tanankoay" Bungalows in der Architektur der Sakalava-Hütten, (Beratung: Hotel Boungainvilliers, Morondava 26120 32 04 703 54, e-mail: rj_tony@yahoo.f - www.tanankoay.com)

weitere Informationen: Westen von Madagaskar - Schutzgebieten - Tiere von Madagaskar - Pflanzen von Madagaskar

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