Ochsenkarren im Hochland von MadagaskarReisfeld im Hochland von MadagaskarAndraikiba See im Hochland von MadagaskarMarkt im Hochland von MadagaskarAmbohimanga Rova Madagaskar
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Das zentrale Hochland von Madagaskar

Das zentrale Hochland Madagaskars erstreckt sich über ca. 1000 km Nord-Süd- und bis zu 400 km West-Ost-Ausdehnung über das Zentrum Madagaskars. Eine Sonderstellung nimmt das als Imerina bezeichnete Hochlandgebiet rund um Antananarivo mit seinen 12 heiligen Hüglen ein, zu denen auch das Weltkulturerbe von Ambohimanga zählt. Die großen Städte des Hochlandes sind von Norden nach Süden Antananarivo, Antsirabe und Fianarantsoa. Das Klima des Hochlandes ist subtropisch. Östlich ist das Hochland durch den Steilabfall begrenzt, der sich in ca. 100 km Entfernung parallel zur Ostküste durch die Insel Madagaskar zieht. Das westliche Hochland fällt seicht zum Kanal von Mozambik ab, das nördliche Hochland geht in das Ankaratra-Gebirge des Nordens über. Das südliche Hochland mit dem Isalo-Gebirge ist die Übergangszone zu den trockenen Gebieten des Südens. Die ethnischen Gruppen des Hochlandes sind die Bara, die Betsileo und die Merina. Die Naturparks des Hochlandes bieten spektakuläre Landschaften und ursprünglichen Pflanzenbestand.

Antsahafiraisana im Hochland von MadagaskarDas zentrale Hochland Madagaskars mit der Landeshauptstadt Antananarivo, kurz Tana, als Zentrum und Antsirabe, Fianarantsoa, Ambatolampy als größere städtische Ansiedlungen im Süden und Tsiroanomandidy im Westen von Tana durchzieht das Zentrum der großen Insel von Norden nach Süden.

Reisanbau im Hochland von MadagaskarDie Landschaften des Hochlandes sind hügelig und karg. Die durchschnittliche Höhe des Plateaus über dem Meeresspiegel beträgt 800 m. Natürlicher ursprünglicher Waldbestand existiert zugunsten der Landwirtschaft, die seit 200 Jahren intensiv betrieben wird, nur noch in sehr isolierten Gegenden. Wieder aufgeforsteter Wald besteht meist aus dem importierten Eukalyptus, der den immer wiederkehrenden Buschfeuern besser wiedersteht, und Kiefern. Das Hochland fällt zum Westen hin sanft ab und geht nahtlos in die benachbarten Regionen im Süden, Westen und Norden über, im Osten ist es durch in einem Steilabfall vom Küstenland getrennt.

Bauernhäuser im Hochland von MadagaskarZwei Hochlandprovinzen teilen sich verwaltungstechnisch die Kerngebiete des Hochlandes: die Provinz von Antananarivo ohne eigenen Zugang zum Meer mit einer Fläche von 58.283 km² und die südliche Hochlandprovinz Fianarantsoa mit einem südöstlichem Zugang zum Indischen Ozean mit 102.373 km².

Bauerndorf in MadagaskarBesiedelt sind vor allem die großräumigen Beckengebiete des Hochlandes: das zentrale Imerina liegt im Becken von Antananarivo, dem Betsimitatatra, und erstreckt sich bis zum Itasygebiet mit dem Itasysee und dem Sakay-Gebiet im Westen, dem Ankaratramassiv im Süden mit den Becken von Ambatolampy, Antsirabe und Betafo und dem Nordwestlichen Hochland von Tampoketsa und der nordöstlichen Alaotra-Mangorosenke im Alaotraseebecken. Das südliche Hochland um die Provinzhauptstadt Fianarantsoa erstreckt sich von Fandriana, dem Gebiet von Ambositra und Ambohimahasoa über das Becken von Fianarantsoa und Ambalavao bis in das Andringitragebiet und weiter südlich das zum Plateau von Horombe.

Ampefy Itasy-SeeDie gut ausgebaute Nationalstraße RN7 verbindet die Hauptstadt Antananarivo mit dem Süden und führt über Antsirabe und Ambositra nach Fianarantso und von dort weiter zur südlichen Westküste nach Toliara. Nur zwei Hauptverkehrsstraßen verbinden das Hochland mit dem geografisch naheliegenden Indischen Ozean im Osten: die gut ausgebaute Straße RN2 von der Hauptstadt Antananarivo über Moramanga und Brickaville nach Toamasina, dem größten Hafen Madagaskars, die zweite Achse führt von der südlichen Hochlandhauptstadt Fianarantsoa in Richtung Osten zur Küstenstadt Mananjary.

Felsen im Hochland von Madagaskar bei Arivonimamo, MadagaskarEinzelne riesige Felsbrocken und ausgewaschene Gesteinsformationen prägen die Landschaften, die in einigen Gegenden des Westens vulkanisch sind. Wichtige Gebirgsformationen innerhalb des Hochlandes sind das Ankaratra-Gebirge, südlich von Ambatolampy, das Andringitra Massiv und das Isalo-Massiv im Süden. Die höchsten Berge erreichen Höhen von 2.000 m bis 2.658 m. Die ursprünglichen Siedlungsgebiete der Urbevölkerung liegen in ausgedehnten Becken wie dem Becken von Antananarivo (Betsimitatra), dem Becken von Ambatolampy, dem von Antsirabe und Betafo.

 

nach obenArchitektur und Dorfanlagen im Hochland von Madagaskar

Bauernhaus im Hochland von MadagaskarDie typischen Bauernhäuser in den ländlichen Gebieten des nördlichen Hochlandes sind aus Lehm oder Ziegelsteinen gebaut und mit Stroh oder Dachziegeln gedeckt. Sie haben oft zwei Stockwerke.

Viele Dörfer waren in der Vergangenheit von Lehmmauern (tamboho) oder Gräben (hady) umgeben, die sowohl zum Schutz der Bevölkerung als auch als Rindergehege dienten. Noch heute kann man diese Schutzanlagen in vielen kleinen Ortschaften im Hochland sehen.

Im südlichen Teil des Hochlandes in der Gegend von Ambositra findet man noch viele Häuser aus Holz. Das Volk der Zafimaniry ist berühmt für seine Schnitzereien und Hausverzierungen aus Holz. (mehr Informationen zum Hausbau)

nach obenKlima und Landwirtschaft

Feldweg im Hochland von MadagaskarDas Klima im Hochland ist warmgemäßigt bis tropisch sommerhumid und Niederschläge fallen regelmäßig, besonders ergiebig aber im madagassischen Sommer in den Monaten von Dezember bis März. In Höhenlagen über 1800 m (Antsirabe) kann es im madagassischen Winter von Juni bis August zu Nachtfrost kommen. Die Regionen des zentralen Hochlandes weisen Jahresdurchschnittstemperaturen von rund 18°C auf bei jährlichen Niederschlagsmengen von 1500 mm pro Jahr (vergleichbare Jahreswerte in Deutschland liegen bei weniger als 10°C und unter 900 mm Niederschlag).

Reisfelder im HochlandDas zentrale Hochland ist die Reiskammer Madagaskars. Der Reisanbau erfolgt in Nasskultur bis in Höhenlagen von bis zu 1800 m, oft in terassenförmigen Anlagen. Die einzigen Hilfsmittel, die den Reisbauern zum Bearbeiten des Bodens zur Verfügung stehen, sind Rinder zum Aufwühlen des Bodens, ein Grabspaten (angidy) und ihre eigenen Hände. In der Region von Alaotra Mangoro im Nordosten, die von 200.000 Einwohnern bewohnt wird, wird Reis auf einer Gesamtfläche von 330.000 km2 angebaut, die sich auf 5 Bezirke verteilt: Ambatondrazaka, Andilamena, Amparafaravola, Moramanga et Anosibe An'ala. Auch Obst und Gemüse, Manjok, Tee (Sahambavy) und Tabak finden sich auf den immensen landwirtschaftlichen Flächen des Hochlandes. Das Weinanbaugebiet Isandra in der Provinz Fianarantsoa im Süden des Hochlandes produziert jährlich mehrere Millionen Liter Wein und Champagner.

In den Randgebieten des Hochlandes im Norden, Westen und Süden wird Viehzucht betrieben. Das madagassische Buckelrind ist allgegenwärtig und beweidet brachliegende landwirtschaftliche Flächen.

nach obenImerina oder die 12 heiligen Hügel

AntongonaIn der Umgebung von Antananarivo, im Kernland des Merina-Volkes, dem Imerina, befinden sich die 12 heiligen Hügel des Königreichs der Merina in einem Umkreis von bis zu 60 km um Antananarivo. Die Zahl 12 als magische Zahl der Einheit hat allerdings mehr symbolischen Charakter. Es sind vor allem diejenigen Hügel heilig, die in der Geschichte der Merina Wohnsitze von bedeutenden Königen waren und heute deren als heilig geltende Grabstätten beherbergen.

Ein Ausflug zu den 12 heiligen Hügeln ist nicht nur eine Reise in die bewegte Vergangenheit Madagaskars, sondern auch eine Zeitreise in eine Welt von kleinen Dörfern mit ihren roten Lehmhäusern inmitten von kleinen Reisfeldern in Terassen. Eine bäuerliche Welt, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Das Ganze ist eingebettet in eine grandiose Hügellandschaft, die immer wieder von gewaltigen Felsformationen durchbrochen wird. Besonders sehenswert sind die Königssitze von Ambohimanga, Antsahadinta und der Rova von Antananarivo.

Dorf im Hochland von MadagaskarKönig Andrianampoinimerina unterteilte das Gebiet des Imerina Anfang des 19. Jahrhunderts in sechs Verwaltungsgebiete:

  • Avaradrano nördlich von Antananarivo mit den Hügeln von Ambohimanga, Antananarivo, Ambohitrabiby, Kaloy, Ilafy und Namehana;
  • Vakinisisaony im Südosten von Antananarivo mit den Hügeln von Alasora und Tsiafahy;
  • Marovatana im Nordwesten mit den Königshügeln von Ambohidratrimo, Ampananina, Ambohitrimanjaka und Ambohimanoa;
  • Ambodirano im Südwesten von Antananarivo mit Fenoarivo, Antongona, Antsahadinta und Ambohimandry;
  • Vonizongo im Westen von Marovatana mit Lohavohitra und Babay als heiligen Hügeln;
  • Vakinankaratra im Süden des Vakinisisaony mit Betafo und Antsirabe.

Stadttor AntananarivoManche Königssitze wurden nach dem Tod des jeweiligen Herrschers aufgegeben, da die königlichen Nachfolger häufig ihren eigenen neuen Wohn- und Königssitz an einem anderen Ort errichteten. Auf einigen Hügeln kann man heute noch Königspaläste (rova), Grabanlagen (tranomasina) und Reste von Schutzanlagen besichtigen.Auch die teilweise riesigen, roten Lehmmauern (tambohotany), die einige alte Dorfanlagen und Besitzungen umschließen, gehören zu den Attraktionen der Gegend. Besonders schöne Exemplare dieser Lehmmauern finden sich zwischen Sabotsy-Namehana und Ambohimanga im Norden von Antananarivo.

Ilafy alter Königssitz12 Hügel wurden bereits von König Andrianampoinimerina 1810 besonders herausgehoben; hier residierte er selber oder siedelte seine Ehefrauen aus seinen zahlreichen Heiratsallianzen oder andere nahe Verwandte an:

  • Alasora, 6 km südöstlich vom Stadtzentrum von Antananarivo
  • Ambatomanga ("der blaue Felsen"), Grenzort zwischen dem Gebiet der Merina und dem der Bezanozano 37 km östlich von Antananrivo mit schönen Blick auf das Angavo-Massif;
  • Ambihiniazy (Insel im Itasy-See),
  • Ambohidrabiby, 30 km nördlich von Antananarivo
  • Ambohidrapeto im Nordwesten von Antananarivo
  • Amboatany, gelegen, geht auf den Vazimba-König Andriamanalina zurück
  • Ambohidratrimo, 15 km nordwestlich von Antananarivo an der RN4, nur noch wenige Überreste alter Anlagen,
  • Ambohimanambola, 10 km im Osten von Antananarivo Berühmt wurde der Ort als Aufbewahrungsort der 12 königlichen Talismane (sampy), die Ikelimalaza ("klein aber berühmt") genannt wurden und denen eine große Macht nachgesagt wurde. Nach ihrer Konvertierung zum Christentum ließ Königin Ranavalona II am 8. September 1869 die Talismane verbrennen.
  • Ambohimanga, das Weltkulturerbe 30km nördlich von Antananarivo
  • Ambohitrondrana,
  • Ambohitrontsy,
  • Ampandrana, südlich von Antananarivo in der Nähe von Alasora, war einer der ersten Siedlungsorte der Merina im Hochland und war der Königssitz von Andriampandrana, der hier von von 1400 bis 1420 regierte.
  • Analamanga (Rova von Antananarivo), Rova von Antananarivo
  • Antongona, Bergkuppe mit einer kleinen Palastanlage 30km westlich von Antananrivo,
  • Ilafy, kleine Residenz im Norden von Antananarivo
  • Imerimanjaka, 10 km südöstlich von Antananarivo ist einer der ältesten bekannten Siedlungsorte der Merina, beherbergt die Gräber der Königinnen Rafohy und Rangita,
  • Kaloy (Bergkuppe), Berg 60 km nordöstlich von Antananarivo,
  • Merimandroso,
  • Sabotsy Namehana.

AntsahadintaEinige dieser historischen Hügel bilden heute eine touristische Attraktion, die bequem von Antananarivo aus zu erreichen ist und durch Schaffung von Zufahrtswegen, Museen, Restaurants und Hotels zunehmend gut erschlossen wird. Hier kann der Tourismus helfen, die vielen historischen Denkmäler zu bewahren, die sonst dem Verfall geweiht wären. Für den Besucher besonders zu empfehlen ist ein Besuch der gut erhaltenen Palastanlage von Ambohimanga, die seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Auch die relativ schwer zu erreichende Anlage von Antsahadinta, 17 km südwestlilch von Antananarivo, mit einem kleinen Museum lohnt einen Besuch. Wer lange Fußwege in bergigem Gelände nicht scheut, für den ist der Besuch der kleinen Palastanlage auf dem Hügel von Antongona genau das Richtige.

Ambohidrabiby

Grab von Ralambo in AbohidrabibyDie Stadt und das Königreich von Ambohidrabiby wurden um 1600 von König Ralambo aus Alasora gegründet. Ralambo ("das Wildschwein") gehörte zum Volk der Mandiavato ("die auf Steinen gehen"). Der Ort liegt auf einem Berg etwa 30 km nördlich von Antananarivo, nicht weit von Ambohimanga und ist leicht zu erreichen. König Ralambo führte als erster König den Verzehr von Rindfleisch in die Gebräuche der Madagassen ein. Das Fleisch des wilden Rindes (jamoka) galt bis dahin als ungenießbar. Rinder wurden von nun an domestiziert und nannten sich jetzt omby ("den man vorbeigehen läßt"). Ralambo benutzte ebenfalls als erster Gewehre.

Ambohidrabiby, MadagaskarDie Gräber von Ralambo und Rabiby, dem Großvater von Ralambo, der dem Hügel seinen Namen gab und das Grab von Rasendrasoa, einer der zwölf Ehefrauen von Andrianampoinimerina, werden heute noch verehrt und können in Ambohidrabiby besichtigt werden. Der alte Palast existiert nicht mehr.

Ein Besuch von Ambohidrabiby wäre nicht komplett ohne den Besuch der benachbarten typischen kleinen Merina-Dörfer des zentralen Hochlandes, die rund um den Hügel verstreut liegen, wie Ambohimasina, Ambatomahamanina, Ampahidralambo und schließlich das zauberhafte Dorf Zanakandriandoria, mit seinen schönen Häusern. Die Orte können zu Fuß in 3 bis 4 Stunden besucht werden. Auch der große Königshügel von Ambohimanga liegt nur 2 km von Ambohidrabiby entfernt.

Ambohimanga ("der blaue Hüglel")

Ambohimanga, Rova, MadagaskarAmbohimanga ist der bedeutendste der heiligen Hügel der Merina im zentralen Hochland von Madagaskar und war bis 1794 Königssitz des großen Königs Andrianampoinimerina, der von hier bis 1810 herrschte, also bevor er seinen Regierungssitz nach Antananarivo verlegte. Ambohimanga liegt 35 km nördlich der Hauptstadt Antananarivo im Kernland der Merina rund um Antananarivo, dem Imerina, und zählt seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Palastanlage von Ambohimanga ist außerdem die am besten erhaltene von ganz Madagaskar.

Ambohimanga liegt ca. 35 km nördlich von Antananarivo und kann kann in einer Stunde Autofahrt von Antananarivo aus leicht erreicht werden, indem man der nach Nordosten führenden RN3 (in Richtung Ambohimanga/Anjozorobe) folgt und kurz nach Kilometerstein 16 links in Richtung Ambohimanga abbiegt. In umittelbarer Nähe von Ambohimanga liegen die Königsdörfer Ambohidrabiby, Imerimandroso und Ambatoharananana, die in einigen Stunden Fußmarsch vom Hügel von Ambohimanga aus erreicht werden können.

Ambohimanga KarteNoch heute kann man in Ambohimanga das gut erhaltene riesige hölzerne Wohnhaus von Andrianampoinimerina und das später errichtete Wochenendhaus von Königin Ranalovana I besichtigen. Der Zugang erfolgt über den öffentlichen Platz vor dem Areal, der im madagassischen Fidasiana heißt.

Die königliche Anlage von Ambohimanga besteht aus 10 Teilen:

1. Der heilige Hügel selber erhebt sich auf einer Höhe von 1468m über die umliegenden Ebenen, die auf rund 1300m liegen, und ist bedeckt mit Waldflächen, in denen sich zahlreiche archäologische Fundorte befinden. Der Wald stellte in der Vergangenheit einen Schutzwall für die Anlage dar.

2. Die Befestigungsanlagen bestehen aus Gräben, Wällen und Mauern, mit insgesamt 14 Zugangstoren. Die 7 äußeren Tore wurden 1787 errichtet, die inneren die auf einer Länge 2,5km den Ort umrunden, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die großen runden Torscheiben wogen bis zu 12 t und stellten ein königliches Statussycmbol dar. Die Benutzung war streng reglementiert.

3. Die befestigte königliche Wohnanlage, der Rova, geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Mit einer Schutzmauer umgeben besteht die Anlage aus Wohngebäuden und einem öffentlichen Platz, der Fidasiana genannt wurde. Königliche Erlässe wurden von einem heiligen Stein aus verkündet, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft eines Opfersteines befand. Der östliche Teil des Platzes war heilig und diente dem Ahnenkult und Begräbnissen. Zwei Bassins, die aus dem massiven Felsen herausgearbeitet sind, durften nur von jungen Jungfrauen mit Wasser gefüllt werden, und spielten während des rituellen Neujahrsfestes, dem Badefest, eine besondere Rolle. Die königlichen Überreste der Vorgängerkönige wurden in einem hölzernen Totenhaus, dem tranomanara, aufbewahrt. Die französisycvvhen Kolonialherren ließen das Totenhaus 1897 abreißen und verlegten die Überreste nach Antananarivo.

4. Die heiligen Bäume (Ficus und Draceana sp.) auf dem Vorplatz waren allein königlichen Plätzen vorbehalten und wachsen hier seit 1540.

5. Der Hügel war auch Ort der Rechtsprechung. Auf einem großen runden Stein im nördlichen Bereich, der von einer Ziegelballustrade umgeben ist und sich unter einem schattenspendenden königlichen Feigenbaum befand, wurde Andrianampoinimerina zum König proklamiert und von hier aus sprach er später Recht.

6. Zahlreiche heilige Orte und Zeremonienplätze, sowohl natürlichen Ursprungs als auch künstlich angelegte, existieren innerhalb und außerhalb der Begrenzungsanlagen.

7. Die heilige Quelle ist natürlichen Ursprungs und sprudelt ständig. Ihrem Wasser wird Heilwirkung nachgesagt.

8. Der heilige See von Amparihy wurde künstlich angelegt, und war ausschließlich rituellen Zwecken vorbehalten. Er diente als königliches Bad ebenso wie als Beschneidungplatz. Der Ort hat einen hohen symbolischen Charakter. Das Bad des Königs reinigte nicht nur seinen Körper, sondern konnte auch die Sünden seiner Untertanen wegwaschen.

9. Die heiligen Wälder des Hügels setzen sich aus Baumarten zusammen, die zum ursprünglichen endemischen Baumbestand des Hochlandes gehören, der heute fast vollständig verschwunden ist, aber hier schon immer unter besonderem Sychutz stand.

10. Die terassenförmigen Reisfelder wurden bereits im 17. und 18. Jahrhundert auf der Nord- und Südseite des Hügels angelegt.

Ambohimanga AmbavahadimitafoAmbohimanga ist seit dem 15. Jahrhundert Königssitz. Insbesondere König Andriantsimitoviaminandriana (1740–45) baute den Königssitz aus und stattete ihn mit einer Verteidungsanlage mit 7 Zugangstoren aus. Weitere Befestigungen und 7 neue Tore wurden bis 1794 hinzugefügt, als der Königssitz von König Andrianampoinimerina nach Antananarivo verlegt wurde, und aus Ambohimanga ein königlicher Beisetzungsort und ein religiöses Zentrum wurde. Die heute noch existierenden Verteidungsanlagen wurden von Königin Ranavalona I (1828–61) errichtet, mit neuen großen Zugangstoren im Norden und Südwesten. Die Palastbauten Fandriampahalemana und der gläserne Pavillon Tranofitaratra wurden 1871 erbaut.

Im März 1897 wurden die sterblichen königlichen Überreste der Könige von Ambohimanga in den Rova von Antananarivo überführt. Die neuen französischen Machthaber wollten damit den Mythos des Königshügels zerstören. Die Grabbauten wurden zerstört und Militärgebäude an ihrer Stelle errichtet. Doch bereits 1904 wurden sie wieder entfernt und der Ort wurde wieder zu einem religiösen Zentrum für die Merina, was er bis heute geblieben ist.

Das durch Mauern und Gräben stark befestigte Palastareal von Ambohimanga hatte im 19. Jahrhundert insgesamt 14 Zugänge. Heute kann man noch folgende Zugänge besichtigen: Ambatomitsangana ("der aufrechte Stein") ist der östliche Haupteingang, der mit einer Steinscheibe verschlossen wurde, die einen Durchmesser von 4 Metern hat; Ambavahaditsiombiomby ("wo kein Rind durchpasst") ist eine natürliche Pforte die aus zwei großen Felsen gebildet wird; Miandrivahiny war das Portal für den Transport von Toten und war ebenfalls mit einer Steinscheibe verschlossen; Amboara im Norden; Andakana im Westen, ebenfalls mit einer gut erhaltenen Steinscheibe; Ampitsaharana, Andranomatsatso und Antsolatra im Süden..

Antongona

Antongona ist ein Hügel, der zum Dorf Imerintsiatosika etwa 30 km westlich von Antananarivo gehört. Antongona besteht aus zwei Bergkuppen von 1406 und 1512 m Höhe.

Westlich von Antananarivo an der RN1 gelegen zählt dieser schwer zugängliche Ort zu den ältesten Siedlungsstätten der Merina. Ein sehenswertes Panorama hat man vom Gipfel, wo sich ein kleiner königlicher Rova befindet, der aus drei Häusern besteht, und von einer Schutzmauer umgeben ist.

Im Dorf Imerintsiatosika befindet sich eine Produktion von Spielzeugautos aus Altblechen.

 

Antsahadinta

Antsahadinta 17 km südwestlich von Antananarivo ist ein angenehmes kleines Dorf und war im 18. Jahrhundert Wohnsitz von König Andriamangarira und später von Rabodozafimanjaka, einer der 12 Ehefrauen von König Andrianampoinimerina. Gelegen auf einem Berggipfel, der die Umgebung mit ihren terassenförmigen Reisfeldern dominiert, wird das Dorf von riesigen schattenspendenden Bäumen amontana und aviavy (ficus baroni) umrandet. Hier kann man noch einige alte Hölzhäuser der Merina und einen Schutzwall sehen.

In Antsahadinta, das man in einer Stunde Autofahrt auf teilwise sehr holprigen Straßen von Antanananrivo aus erreichen kann, findet sich neben den Königsgräbern und der Kirche aus dem Jahre 1868 auch ein kleines Museum, das insbesondere eine schöne Sammlung von Gebrauchsgegenständen des 19. Jahrhunderts zeigt. Der Ort selbst und die Königsgräber sind um den Dorfplatz (kianja) angeordnet. Sieben Gräben schützten den Ort, den man durch zwei Zugänge, die mit großen Steinscheiben verschlossen werden konnten, im Süden und im Norden betreten konnte. Der Königspalast existiert heute nicht mehr und wird durch einen runden Stein symbolisiert.

Ein kleiner Spaziergang durch den nördlichen Zugang zu den Nachbarorten Ambatomasina und Ivatobe empfiehlt sich.

Antshadinta erreicht, indem man in Ampitatafika auf der Straße von Antanananrivo nach Arivonimamo direkt nach der Brücke über den Fluß Sisoany links abbiegt. Nach 10 km erreicht man den Ort Ambohibary, wo die Abzweigung nach Antsahadinta ausgeschildert ist.

 

Ilafy

IlafyNur 20 km nördlich von Antananarivo an der Straße nach Mahajanga auf halber Strecke nach Ambohimanga findet man den Ort Ilafy, oder Ambohitrakanga, wie er historisch genannt wurde. Hier befindet sich der alte Königspalast von König Andrianjafy, der Ende des 18. Jahrhunderts von den Anhängern des machthungrigen Königs von Ambohimanga, Andrianampoinimerina, ermordet wurde. Von Ilafy hat man einen sehr guten Blick auf Antananarivo und seine Umgebung.

Ilafy war einer der ersten Industriestandorte Madagaskars. In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurden hier von Jean Laborde Waffen und Munition hergestellt.

Heute kann man in Ilafy noch den alten hölzernen Palastbau besichtigen, den König Radama II aus Antananarivo errichten ließ, um sich an diesem abgelegenen und ruhigen Ort mit seinen Freunden zu amüsieren.

nach obenDas nördliche Hochland um Antananarivo

Karte Hochland NordteilIn dem großräumigen nur dünn besiedelten Gebiet, das sich zwischen Antananarivo und der Küstenstadt Mahajanga nordwestlich von Antananarivo erstreckt, befindet sich beiderseits des Ikopa-Tales, das dem Straßenverlauf der RN4 folgt, das Tampoketsa-Gebiet, eine monoton karge Übergangsregion zwischen den niederschlagsreichen östlichen Hochlandgebieten und den trockenen küstennahen Gebieten im Westen und Nordwesten.

An der Nationalstraße RN4, die Antananarivo in Richtung Norden verläßt, liegt in etwa 130 km Entfernung der Ort und der Gebirgszug von Ankazobe, "da wo es viele große Bäume gibt", Ausgangspunkt für Ausflüge in den Naturpark von Ambohitantely ("Honighügel"), wo noch ein Stück ursprünglicher Hochland-Urwald besichtigt werden kann.

Hochlanddorf in MadagaskarDer Naturpark von Ambohitantely ist einer der wenigen Hochland-Naturparks Madagaskars, in dem man noch die ursprüngliche Vegetation und Fauna des Hochlandes erkunden kann. Das Reservat ist 5.600 ha groß und liegt 30 km östlich der Straße nach Mahajanga. Auf 1448 bis 1662 m Höhe gelegen beherbergt das Reservat Urwald, heimische Pflanzen und Kräuter. Die Lemurenart Eulemur fulvus fulvus kann hier manchmal beobachtet werden ebenso wie einige wenige seltene Vogelarten wie der madagassische Bussard Circus macrosceles. Hotels finden sich in Ankazobe. Die Eintrittskarten können in Antananarivo bei der ANGAP oder vor Ort erworben werden.

AmbatolampyAnjozorobe liegt 100 km nördlich von Antananarivo am Ende der Ausbaustrecke der RN3, an der auch der Königssitz von Ambohimanga liegt. Östlich der Nationalstraße liegt ein Waldkorridor von 66.500 ha Fläche und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 80 km. Die Mananara Lodge ist nach 10 km Piste von Anjozorobe aus zu erreichen. Seit 2007 werden hier 5 Bungalows mit allem Komfort im Waldgebiet fernab der Zivilisation angeboten. (Informationen bei Boogie-Pilgrim: Mananara-Lodge)

Von Antananarivo in Richtung Osten und Nordosten

Landkarte: nördliches HochlandNordöstlich von Antananarivo im äußersten nördlichen Zipfel der Hochlandprovinz liegt der Alaotra-See (lac alaotra), mit 135.000 ha der größte Binnensee von Madagaskar. Noch bis vor wenigen Jahren war der Alaotra-See durch eine Eisenbahnstrecke über Moramanga mit der Hauptstadt verbunden. Von der Ortschaft Ambatondrazaka, Hauptstadt der lokalen Bevölkerung vom Stamm der Sihanaka, die heute südlich des Sees gelegen ist, aber noch vor 50 Jahren an seinen Ufern lag, kann man Ausflüge zu den Ivondro Wasserfällen und zu nahegelegenen Badeseen unternehmen.

Dorfanlage mittambohotany im HochlandDer Ort Imerimandroso am Ostufer des Alaotra-Sees gelegen (49 km von Ambatondrazaka entfernt) ist eine traditionelle kleine Stadt (Ausflugsmöglichkeiten zu den Wasserfällen des Maningory). Die Gegend des Alaotra-Sees ist allerdings nur schwer zu erreichen und touristisch überhaupt nicht erschlossen. Von Moramanga führt eine 150 km lange nicht befestgte Piste nach Ambatondrazaka. Inlandsflüge fliegen den Ort einmal in der Woche an. Hotel in Ambatondrazaka: Nab' Hotel.

Bauernkinder im Hochland von MadagaskarEtwa 60 km östlich von Antananarivo liegt der Mantasoa-See, ein Ausflugsort für die Bewohner von Antananarivo. Der künstliche Stausee wurde 1837 angelegt. In Mantasoa schuf Jean Laborde zwischen 1837 und 1857 den ersten schwer-industriellen Standort des Landes. In seinen Hochöfen wurde das Eisen gewonnen, aus dem die königlichen Kanonen gegossen wurden. Die Überreste dieses historischen Industriestandortes, an dem seinerzeit bis zu 20.000 Menschen arbeiteten, können heute noch besichtigt werden. Das Hotel "La Domaine de l'Hermitage" in Mantasoa (Tel.: +261 4266054) bietet Freizeitaktivitäten wie Reiten, Tennis, Petanque und Rudern an.

Etwas weiter Richtung Osten an der Straße Richtung Tamatave, liegt die Stadt Moramanga ("da wo die Mangos billig sind"), etwa 110 km von Antananarivo entfernt. Moramanga ist die östlichste Hochlandstadt, gehört aber verwaltungstechnisch bereits zur östlichen Küstenprovinz von Tamatave.

Hochland östlich von AntananarivoWenige Kilometer östlich der Ortschaft Moramanga liegen die Schutzgebiete von Andasibe und Mantadia, die man in etwa 3 Stunden Fahrzeit von Antananarivo (135 km) aus erreichen kann. Das Schutzgebiet von Andasibe beinhaltet das berühmte Indri-Indri-Schutzgebiet von Analamazoatra und einen Orchideegarten. Hotels, von denen aus man einen bequemen Zugang zum Park hat, befinden sich in der Ortschaft Andasibe, z.B. Feon'ny Ala, das bescheidene, historische Hotel Buffet de la Gare oder das etwas vornehmere Vakona Forest Lodge (www.hotel-vakona.com) am Rande des Naturparks von Mantadia. Etwas abseits in einem ruhigen Waldgebietsüdlich der Nationalstrasse liegt die sehr ruhige neue Bungalowanlage Eulophiella. (weitere Informationen zu den Schutzgebieten von Andasibe)

nach obenVon Antananarivo Richtung Westen

westliches HochlandBambuslemuren im Lemurs Park MadagaskarVon Antananarivo in Richtung Westen nach Tsiroanomandidy führt die gut ausgebaute Nationalstrasse RN1. Eine touristische Attraktion nur 25 km westlich von Antananarivo auf der Strecke nach Arivonimamo ist der Lemurs Park. Hier leben in einer parkähnlichen Anlage 6 Lemurenarten in Freiheit. (Informationen: www.lemurspark.com).

Etwa 30 km von Antananarivo liegt die Ortschaft Imeritsisotika liegt der Könighügel von Antongona, mit einem kleinen Rova-Palast aus Holz. Antongona besteht aus zwei Bergkuppen von 1406 und 1512 m Höhe. Dieser Ort gehört zu den ältesten Siedlungsstätten der Merina. Ein sehenswertes Panorama hat man vom Gipfel, wo sich ein kleiner königlicher Rova befindet, der aus drei Häusern besteht, und von einer Schutzmauer umgeben ist.

TsiroanomandidyWeiter westlich, etwa 40km von Antananarivo liegt Arivonimamo, eine kleine Provinzstadt, die früher Standort des internationalen Flughafens von Madagaskar war, bevor er nach Ivato, im Norden von Tana verlegt wurde.

Itasy See Weiter in Richtung Westen gelangt man nach 100 km zum Itasy-See mit der Ortschaft Ampefy am Ufer des Flusses Lily. Vulkanische Landschaften mit baumlosen runden Basalthügeln, Kraterseen und schwarzem Lava-Gestein sind typisch für diese reizvolle Gegend. Das Kavitaha-Hotel am Ufer des unmittelbar benachbarten Kavitaha-Sees (50m tief) bietet eine gute regionale Küche. Ein paar Kilometer von Ampefy kann man die Wasserfälle des Lily (mit dem Auto auf einer einfachen Piste erreichbar) und im Rahmen eines Tagesausfluges die Geysire in der Nähe des Ortes Analavory besichtigen.

RindermarktViehzucht und Viehhandel sind die primären Aktivitäten der Bewohner der westlichen Landschaften des Hochlandes. In der Ortschaft Tsiroanomandidy befindet sich unter anderem der größte Viehmarkt von Madagaskar.

Eine andere Möglichkeit mit dem Auto in Richtung Westen zu gelangen, besteht über die Straße, die Antsirabe (südlich von Antananarivo) mit Miandrivazo verbindet. Klimatisch ist diese 200 km lange Strecke eine extreme Herausforderung: sie verbindet die kälteste Stadt des Hochlandes mit einer der heißesten Gegenden des Westens. Von Miandrivazo gelangt man zum großen Fluss des Westens dem Tsiribihina, der südlich an Miandrivazo vorbeifließt und bis Belo, wo er in den Kanal von Mozambik mündet, beschiffbar ist.

nach obenDas Hochland zwischen Antananarivo und Fianarantsoa

ambatolampyNimmt man von Antananarivo die Nationalstraße RN 7 in Richtung Süden, also in Richtung Fianarantsoa, gelangt man nach 80 km nach Ambatolampy ("Stadt der Felsen"), eine der vielen typischen kleinen Städte des Hochlandes. Hier geht das Leben um einiges gemächlicher vonstatten als in der Hauptstadt. Viele Haushalte sind noch ohne fließendes Wasser und die Wasserstelle oder der Waschplatz sind noch beliebte Treffpunkte von Mädchen und Frauen. Ein Naturkundemuseum mit einer großen Insektensammlung, musée de la nature, eine große katholische Kirche mit einem riesigen Klosterareal, das heute nur noch von wenigen Nonnen bewohnt wird, sind die wenigen Sehenswürdigkeiten des Ortes. Regionale und französische Küche (Spezialität des Hauses: Froschschenkel) bietet das einfache Hotel-Restaurant "Au Rendezvous des Pecheurs" an der Hauptstraße, das von einem alten Franzosen betrieben wird.

PosiposyAntsirabe ("wo es viel Salz gibt") liegt etwa 150 km südlich von Antananarivo und ist eine kleine sympatische Provinzhauptstadt. Das Verkehrsmittel Nummer 1 ist hier das posiposy (vom französischen pousse! pousse! abgeleitet), die madagassische Rikscha für den Personentransport.

Antsirabe ist wegen seiner Höhenlage die angenehmste Stadt des Hochlands, weit weg von der Hektik Tanas. Das in Vergessenheit geratene Thermalbad mit seinen heißen Quellen hat viel von seinem kolonialen Flair bewahrt, auch wenn die Badeeinrichtungen nicht mehr genutzt werden. Das Hotel des ThermesHotel des Thermes, Tel. 020-444 87 61, ein 1897 erbauter Palast, der heute verstaatlicht ist, aber wieder privatisiert werden soll, ist ein wunderschöner Kolonialbau mit Schwimmbad und großem Park. Das Innere hat viel Charme. Marokkos König Mohammed V. verbrachte hier einige Jahre im Exil.

Antsirabe ist auch eine wichtige Industriestadt (Textilproduktion der Fa. Cotona, Brauerei Star, Zigarettenindustrie). Auch die Milchindustrie (Tiko) hat einen ihrer Hauptstandorte in Antsirabe.

Nur wenige Kilometer westlich von Antsirabe links von der Straße nach Betafo liegt der See Andraikibo. Hier verkaufen Edelsteinhändler ihre Ware an kleinen Ständen direkt am Seeufer. Auch mit dem Taxi gut zu erreichen. Etwas weiter, etwa 11 km von Antsirabe liegt der See Tritriva. Das letzte Stück der Straße ist in sehr schlechtem Zustand.

Rindermarkt im Hochland von MadagaskarWestlich von Antsirabe, auf der Straße nach Morondava, liegt der Ort Betafo ("viele Dächer"). Ein alter Rova-Palast befindet sich auf einer Anhöhe am Tatamarina-See. Im Ort kann man einen vatolahy sehen, eine Stele, die von den lokalen Herrschern im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Die Straße in Richtung Westen führt weiter zum Ort Miandrivazo, am Ufer des Flusses Mahajilo, der in den Tsiribihina, den großen Strom des Westens mündet. Der Tsiribihina ist ganzjährig mit Booten befahrbar.

Ambositra ist eine Ortschaft auf halber Strecke von Antsirabe nach Fianarantsoa. Die in 1500 Meter Höhe gelegene Kleinstadt besitzt das kühlste Klima der Insel und ist als Regenloch bekannt. Eine wichtige lokale Attraktion sind die savika, traditionelle Stierkämpfe, bei denen mit bloßen Händen gegen wilden Stiere gekämpft und auf ihnen geritten wird.

zafimaniry HolzdoseBerühmt geworden ist Ambositra auch durch sein Kunsthandwerk, Holzschnitzereien auf höchstem Niveau. Angefertigt werden die Holzschnitzereien vom Volk der Zafimaniry, das 20.000 nur Köpfe umfasst und östlich von Ambositra sein Stammgebiet hat. Im Jahre 2003 wurden die Holzschnitzereien von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Bauern von Ambositra betreiben den traditionelle Nassreisanbau in Terassen mit kunstvollen Bewässerungssystemen in höchster Vollendung.

Der madagassische Stierkampf Savika ist eine besondere Attraktion der Region um Ambositra. Für den Stierkampf werden eigene Arenen gebaut, die Platz für 4000 Besucher haben. Die mutigsten Männer halten sich auf dem Rücken der wilden Stiere fest. Verletzungen sind an der Tagesordnung. Die Narben werden wie Tropfäen gezeigt. Die Darbietungen sind zu Ostern und Pfingsten in Ambositra zu sehen.

In der Region von Ambositra gibt es interessante Ausflugsziele wie den Antety-Berg (1845 m), den alten Königspalast in 6 km Entfernung von der Stadt auf einer Anhöhe und die Wasserfälle von Andriamamovoka.

In Richtung Westen liegt in 40 km Entfernung der Ort Soatanana, wo Stoffe aus natürlicher Seide gewebt werden. In Ambatofinandrahana (82 km) liegen die größten Marmorsteinbrüche von Madagaskar. Nach 140 km in Richtung Westen gelangt man in das Itremo-Massif, das sich über 70 km Ausdehnung von Norden nach Süden zieht.

Bauerndorf Madagaskar60 km nordöstlich von Fianarantsoa liegt der Kurort Ranomafana ("die heißen Quellen") im Namorona-Tal am Rande des gleichnamigen 1991 gegründeten Nationalparks mit seinem dichten tropischen Regenwald. Seinen Ortsnamen verdankt Ranomafana den heißen eisenhaltigen Quellen, die sich dort befinden und ein berühmtes Thermalbad speisen.

Der benachbarte Ranomafana Nationalpark ist 42.601 ha groß und beherbergt Chamäleons, Lemuren (goldener Bambuslemur), Schmetterlinge, Vögel; Hotels in Parknähe sind vorhanden. (weitere Informationen über den Nationalpark von Ranomafana)

nach obenFiananarantso und das südliche Hochland (mit Isalo-Massif)

Fianarantsoa ist heute die zweitgrößte Stadt des Hochlandes nach Antananarivo. 1830 wurde die Ansiedlung als Militärgarnison der Besatzungsmacht der Merina gegründet, die das Gebiet der Betsileo kontrollieren wollten. Heute ist Fianarantsoa Verwaltungsstadt und kulturelles Zentrum des südlichen Hochlandes, das von der großen Bevölkerungsgruppe der Betsileo bewohnt wird, die etwa 1.500.000 Mitglieder umfasst.

Kinder im Hochland von MadagaskarFianarantsoa war im 19. Jahrhundert beliebter Anlaufpunkt christlicher (meist protestantischer) Missionare, zunächst englischer, später auch norwegischer Herkunft, die in der Stadt zahlreiche Missionen gründeten und Krankenhäuser und Schulen errichteten. Während der französischen Besatzungszeit kamen Handelsniederlassungen (Compagnie Marcellaise, Compagnie Lyonnaise) hinzu. Heute gilt Fianarantsoa als das "geistige" Zentrum Madagaskars und beherbergt eine Universität und viele Verlage, die oft aus christlichen Missionen entstanden sind.

Die Kern der ursprünglichen Altstadt befindet im Ortsteil Antananambony und beherbergt zahlreiche Kirchen. Antananambony ist einer der letzten Orte Madagaskars mit einer geschlossenen Architektur aus dem 19. Jahrhundert und steht mittlerweile auf der List der 100 am meisten bedrohten Kulturdenkmäler des World Monuments Fund. Die Oberstadt von Fiananarantsoa erstreckst sich außerdem über die Stadtteile Ambozontany und das Palastviertel Anatirova. Von der Kathedrale von Ambozontany aus kann man leicht den Kianjasoa-Berg (1370 m) ersteigen.

Die Hotels in Fianarantsoa wie das Zomatel, Plazza Inn oder die große Hotelanlage Soafia können als Ausgangspunkt für Ausflüge in nähere Umgebung genutzt werden.

Die nähere Umgebung von Fiananarantsoa

Nur wenige Kilometer entfernt von Fianarantsoa kann man die wichtigsten Weinanbaugebiete Madagaskars besichtigen: Monastère de Maromby, Domaine de Clos Malaza und Lazan'i Betsileo.

Rund um die Ortschaft Sahambavy in 25 km Entfernung von Fianarantsoa wird auf 400 ha Fläche der berühmte Tee gleichen Namens angebaut.

Südöstlich der Straße, die Fianarantsoa in Richtung Süden nach Ambalavao verlässt, liegt das Andringitra-Massif, eine Bergregion mit dem Granitgipfel Pic Boby (2568 m) als höchster Erhebung des Südens. Das gleichnamige Naturschutzgebiet von Andringitra 47 km südlich von Fiananarantso bietet auf einer Fläche von 31.160 ha in 650 m bis 2658 m Höhe zoologische Highlights wie 14 Lemurenarten, Reptilien, 99 Vogelarten, 5 Fossa-Arten und Tenreks (madagassische Igelart); Hotels in Fianarantsoa.

56 km südlich von Fianarantsoa liegt der Ort Ambalavao, ein Provinzort mit kriegerischer Vergangenheit. Hier fanden im 19. Jahrhundert Auseinandersetzungen zwischen Bara, Betsileo und später auch den Merina um die Vorherrschaft in der Region statt. Heute ist der Ort berühmt für seine Handwerksprodukte wie handgeschöpftes Papier (Papier Antemoro), das aus den Rinden des Havoa-Strauches hergestellt wird und Stoffe (lamba arindrano). Weinanbau und Viehzucht sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Aktivitäten der Gegend.

In Ambalavao wird auch als Tor zum Süden bezeichnet. Hier kann man den heiligen Felsen von Ifandana, die Königsgräber des legendären Königs Rarivoarindrano und einen Marktplatz besichtigen.

Von Fianarantso in Richtung Südwesten (zum Isalo-Massif)

über die Nationalstraße RN7, die bis nach Toliara an die Westküste weiterführt, gelangt man in Richtung Südwesten nach 190 Kilometern über Ambalavao nach Ihosy, ungefähr 5 Autostunden Fahrzeit von Fianarantsoa entfernt . Ihosy ist Hauptstadt des Hirtenvolkes der Bara. Hier kann man die Grotten von Andranomilitry und den Wald von Analamanara (30 km südöstlich) besichtigen.

Etwa 70 km nach Ihosy auf der RN7 in Richtung Westen beginnt die Region des Isalo-Gebirges. Diese zerkarstete Gebirgsregion gehört zu den originellsten und wildesten Landschaftszonen Madagaskars. Die Sandsteingebirge sind durch Erosion stark zerfurcht. Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark Isalo ist der kleine Ort Ranohira an der Strasse von Fianarantsoa nach Toliara.

Der Isalo Nationalpark ist ein 81.540 Hektar großer Nationalpark mit berauschenden Landschaften. Ideal zum Campen und Wandern. Die Attraktionen sind die Portugiesengrotte, Lemuren und endemische Pflanzen. Die ideale Besuchszeit: April bis Oktober. (weitere Informationen zum Nationalpark von Isalo)

Am Rande des Parks vor der Ortschaft Ronohira befindet sich eines der schönsten Hochlandhotels: Le Relais de la Reine (Reservierung über Madagascar Discovery Agency in Antananarivo, Tel. 020-223 51 65), unerwarteter Luxus in fantastischem Felsendekor. Ein weiteres Hotel ebenfalls mit Bunglows in Ranohira ist das "Les Toiles de l'Isalo".

Saphire aus Ilakaka30 km südlich des Isalo-Gebietes verläuft der Fluss Ilakaka. Hier gab es in den letzten Jahren bedeutende Saphir-Funde, und eine regelrechte Stadt namens Ilakaka mit zeitweise bis zu 50.000 Einwohnern ist entstanden, in der sich Abenteurer tummeln wie zur Zeit des großen Goldrausches in Amerika. Dieses Saphir-Vorkommen ist eine Sekundärlagerstätte, die sich in Ost-West-Richtung ca. 120 km und in Nord-Süd-Richtung ca. 250 km ausdehnt. Die Qualität der Steine und die Größe einzelner Saphire sind außergewöhnlich.

Eine Studie deutscher Geologen hat ergeben, dass bei manuellem Abbau, wie er heute betrieben wird, selbst in 100 Jahren nicht mehr als 1% des Vorkommens erschöpft sein wird! Somit ist die Ilakaka-Region heute die größte und bedeutendste Saphir-Lagerstätte der Welt, was Edelsteinhändler aus der ganzen Welt anzieht.

nach obenEthnische Gruppen des Hochlandes

In der Mitte des Hochlandes rund um die Hauptstadt Antananarivo liegt das Kerngebiet der Merina, das Imerina, im Becken von Antananarivo, dem Betsimitatatra. Die Merina beanspruchen ein Gebiet von etwa 150 km Durchmesser rund um die Hauptstadt Antananarivo. Hier siedelten sich die allerersten malaiisch-indonesischen Einwanderer vor fast 1000 Jahren an den Ufern der Flüsse Ikopa und Sisaony an und erschlossen das Hochland für den Nassreisanbau.

Merina Familie im Hochland von MadagaskarSeit die Könige der Merina im 19. Jahrhundert fast die ganze Insel beherrschten und Madagaskar zu einem geeinigten Königreich machten, sind die Merina die dominierende Bevölkerungsgruppe der Insel geworden, was nicht immer ohne Spannungen mit den anderen Bevölkerungsgruppen, insbesondere den Küstenbewohnern abgeht. In der Vergangenheit waren die Merina in drei Kasten organisiert: die Andriana als Adelskaste der Merina, die Hova oder fotsy (weiße) als freie Bürger und die mainty (schwarze) als Sklaven und Diener der Merina. Heute stellen die Merina etwa 25% der madagassischen Bevölkerung.

Die Atsimo ("die zu gehorchen haben") sind eine kleine Volksgruppe von ehemaligen Sklaven südlich von Antananarivo.

Bara Tänzer im südlichen Hochland von MadagaskarDie Bara sind ein großer Volksstamm südlich des Merina-Gebietes im Hochland zwischen den Flüssen Onilahy und Mangoky im Südwesten und Zomandao im Norden in der Gegend von Ihosy und Betroka; die Bara sind wahrscheinlich afrikanischer Herkunft; sie leben als nomadische Rinderhirten. Zu den wichtigsten Bräuchen der Bara gehört der Rinderdiebstahl, der als Beweis des Mutes der Jugendlichen bei der Brautwerbung gilt. Sportlich betätigen sie sich in traditionellen Ringkämpfen (ringa).

Die Bara-Bory sind Mischlinge zwischen Betsileo und Bara in der Gegend von Fianarantsoa.

Die Betsileo ("zu zahlreich um besiegt zu werden") sind ein bedeutender Volksstamm im südlichen zentralen Hochland in der Gegend von Fianarantsoa und Ambositra; die Betsileo hatten bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert vier Königreiche auf ihrem Gebiet und waren mit Gewehren und Kanonen gut bewaffnet, wurden dann aber 1806 von den Merina unterworfen. Die Betsileo haben einen Anteil von etwa 12% an der madagassischen Bevölkerung haben sich auf Reisanbau in Terassen mit aufwendigen Bewässerungsanlagen spezialisiert. Ihre Gräber sind mit hölzernen Zierpfählen bestückt (teza). Die Betsileo haben einen Anteil von etwa 12% an der madagassischen Bevölkerung.

Die Bezanozano ("die sich viele Zöpfchen machen") sind kleiner Volksstamm in der Gegend von Moramanga bis zum Lac Aloatra, am oberen Verlauf des Flusses Mangoro.

Die Sihanaka ("die Leute, die in Sümpfen herumirren") sind ein kleiner Volksstamm von Reisbauern und Fischern im nördlichen Hochland in der Gegend des Alaotra-Sees mit der Hauptstadt Ambatondrazaka.

Die Tanala "die im Wald leben" sind ein kleiner und lange Zeit selbständiger Stamm von Waldbauern im Regenwaldgebiet der Ostküste südlich von Fianarantsoa.

Die Zafimaniry ("Kinder der Wünschenden") sind ein kleines Volk östlich von Ambositra im südlichen Hochland; die etwa 20.000 Zafimaniry werden ethnisch zu den Betsileo gerechnet und sind berühmte Holzschnitzer. Sie ernähren sich nicht von Reis, sondern von Gemüse, Manjok, Mais und Kartoffeln.

Naturparks im Hochland Madagaskars

Folgende Schutzgebiete liegen im Hochland und sind von Antananarivo bzw. von Fianarantso aus zu erreichen.

FlammenbaumDas kleine Naturreservat Ambohitantely ist ein 5.600 ha großes Reservat 125 km nördlich von Antananarivo bei Ankazobe, 30 km östlich von der Straße nach Mahajanga; das Reservat liegt in 1448 bis 1662 m Höhe und beherbergt ursprünglichen Urwald des Hochlandes und viele heimische Pflanzen; Hotels in Ankazobe.

Das berühmte Naturreservat von Andasibe (Perinet) mit dem Indri-Indri Gebiet von Analamazaotra ist ein 810 ha Reservat in der Nähe der Ortschaft Andasibe 135 km östlich von Antananarivo, Attraktion Indri-Indri, viele Pflanzen; grenzt unmittelbar an das Gebiet von Andasibe-Mantadia mit 10000 ha; Hotels in Andasibe (weitere Informationen zu den Schutzgebieten von Andasibe). Fahrzeit mit dem Auto von Antananarivo ca. 2 Stunden.

Der Nationalpark von Andringitra ist 31.160 ha groß und liegt 47 km südlich von Fianarantsoa im südlichen Hochland; Klima gemäßigt bis kalt; Bergmassiv "Pic Boby" in 650 m bis 2658 m Höhe aus Granit; 14 Lemurenarten, Reptilien, 99 Vogelarten, 5 Fosa-Arten, Tenreks (madagassische Igelart); Hotels in Fianarantsoa.

Der Nationalpark Isalo  mit 81.540 ha liegt im Süden des Hochlandes nördlich von Ranohira an Straße von Tuliara nach Fianarantsoa; wilde, zerklüftete Gebirgslandschaft; endemische Pfanzenarten, Lemuren; Hotel in Ranohira

Nationalpark Ranomafana 60 km östlich von Fianarantsoa gelegen, 42.601 ha groß, Chamäleons, 12 tag- und nachtaktive Lemurenarten (goldener Bambuslemur, Sifakas, Varis), Schmetterlinge, Vögel; ein Hotel in Parknähe ist vorhanden (weitere Informationen: Ranomafana Nationalpark)

Weitere Informationen: Antananarivo, Schutzgebiete, Madagaskars Landschaften

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