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Eulemur Fulvus Rufus, Madagaskarpropithecus verreauxi, sifaka, im Süden von MadagaskarEulemur fulvus rufusIndri Indri, MadagaskarHapalemur griseus, Madagaskar
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Die Lemuren von Madagaskar

Lemuren (häufig auch als Kattas oder Makis bezeichnet) sind die Urahnen der Primaten, also die direkten Vorläufer der Menschenaffen und damit auch des Menschen. Lemuren konnten sich nur in der ökologischen Nische Madagaskars bis heute weiterentwickeln und überleben, wo sie mit fast 80 Arten vertreten sind, die sich in die Gattungen der mittelgroßen Lemuren, Indriartigen, Katzenmakis, Wieselmakis und Fingertiere unterteilen. Auch heute noch werden immer wieder neue Lemurenarten entdeckt. Die Gattungen in der Übersicht und eine Liste der Arten geben ein komplettes Bild dieser Lemurenwelt.

Eulemur albifrons im Osten von MadagaskarDie berühmtesten Vertreter der madagassischen Tierwelt sind die Lemuren (auf madagassisch häufig als "maki" oder "babakoto" bezeichnet ). Madagaskar ist schlichtweg das Land der Lemuren. Der Begriff Lemur ist übrigens lateinischen Ursprungs: lemures waren die Geister der Verstorbenen bei den Römern, was sich mit dem Glauben vieler Madagassen deckt, die in den Lemuren die Wiedergeburt ihrer Ahnen sehen.

Die Lemuren gehören zur Familie der Feuchtnasenaffen, manchmal auch als Halbaffen beschrieben, also zu den Vorläufern der heute auf der ganzen Welt verbreiteten Primatenarten und waren vor 150 Millionen Jahren, als Madagaskar begann, sich vom afrikanischen Kontinent zu trennen, über den gesamten Erdball - auch in Europa - verbreitet.

Propithecus verreauxis - SifakaIn Madagaskar konnten sich die Lemuren in Abwesenheit von natürlichen Feinden diversifizieren und weiterentwickeln, während sie in der restlichen Welt von den höher entwickelten Affenarten und den Menschaffen verdrängt wurden und bis auf die Loris in Asien, die ebenfalls zu den Feuchtnasenaffen gehören, vollständig verschwanden.

Propithecus verreauxisDie Lemuren von Madagaskar stammen ursprünglich alle von einer einzigen nachtaktiven Affenart ab. Heute sind fast 80 Arten von Lemuren (Überfamilie: Lemuroidea) bekannt, von denen ein großer Teil nachtaktiv ist (gut zu erkennen an den übergroßen runden Augen). Fast alle leben auf Bäumen und kommen nur auf den Boden, wenn sie Nachbarbäume nicht durch Springen erreichen können oder um am frühen Morgen ein Sonnenbad zum Aufwärmen zu nehmen. Lemuren ernähren sie hauptsächlich von Blättern und anderen Pflanzenteilen, aber auch Insekten und Insektenlarven verschmähen sie nicht.

Eulemur Fulvus RufusDer Lebensraum der Lemuren erstreckt sich über die gesamte Insel Madagaskar. Überall dort, wo sich noch intakte Waldgebiete und Savannen mit dichtem Pflanzenbewuchs finden, leben auch Lemuren. Die nachtaktiven Lemuren, die sich tagsüber in Baumhöhlen verstecken, bevorzugen die tropischen Wälder des Ostens, Nordens und Westen. Fast alle Schutzgebiete der großen Insel beherbergen auch Populationen mehrerer Lemurenarten.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ordnet die Lemuren in folgende Gefährdungsstufen ein: 11 Lemurenarten gelten als vom Aussterben bedroht, 16 Arten als stark gefährdet, darunter der legendäre Indri Indri, 19 Arten als gefährdet.

Indri Indri Baby im Naturpark von AndasibeSeit der Ankunft des Menschen, auf dem Inselkontinent Madagaskar vor rund 1500 Jahren sind die größten Lemurenarten, deren fossile Funde man noch heute auf der Insel findet, bereits ausgestorben. Allerdings ist unklar, ob die Lemuren durch eingeschleppte Krankheitserreger ausgerottet wurden oder den ersten Einwanderern als Nahrungsquelle dienten.

Heute kennt man durch fossile Knochenfunde acht bereits ausgestorbene große Gattungen: Adapidae, Archaeoindris, Paleopropithecus (zuletzt im 17. Jahrhundert beobachtet), Megaladapis edwardsi, Megaladapis grandidieri (nach dem Achaeoindris die zweitgrößte ausgestorbene Lemurenart) und Megaladapis madagascariensis (subfossile Reste in Südwest- und Nordmadagaskar).

nach obenNeu entdeckte Lemurenarten

Eulemur Coronatus am Pangalanes-Kanal im Osten von MadagaskarIn den unwegigen dünn besiedelten Gebieten Madagaskars werden auch heute noch immer wieder neue Arten entdeckt. Anfang der neunziger Jahre ging man noch von nur rund 30 Arten aus. Seitdem hat sich Zahl der bekannten Lemurenarten mehr als verdoppelt, insbesondere durch die Erforschung sehr isoliert liegender Waldgebiete, die über Jahrmillionen hinweg ihre eigene Artenvielfalt entwickelt haben und bis heute fast unberührt geblieben sind.

Die letzten Entdeckungen von Lemurenarten:

  • In den Jahren 2005 und 2006 wurden drei neue nachtaktive Wiesellemurarten, der Lepilemur sehamalazensis, der Lepilemur randrianasoli und der Lepilemur aeeclis im Norden Madagaskars und der Riesenmausmaki (Mirza zaza) im Westen entdeckt.
  • Im Jahr 2006 wurde der Goodmans Mausmaki (Microcebus lehilahytsara) im Osten entdeckt.
  • Im Mai 2007 kam die nächste Sensation: ein deutsches Forscherteam um Mathias Craul von Universität Hannover entdeckte zwei neue Wiesemaki-Arten, den Lepilemur manasamody und den Lepelimur Otto, die beide zu den Wieselmakis zählen und in abgeschiedenen Gegenden im äußersten Nordosten leben. Craul konnte zeigen, dass die Flüsse des Nordens für Wieselmakis unüberwindbare Barrieren sind. Die ungefähr 25 bis 35 Zentimeter großen Tiere können sich kaum mit Populationen aus benachbarten Gebieten vermischen. Ihre geographische Trennung führt langfristig zur Entstehung neuer Arten. Der Lepilemur Otto wurde nach dem Chef des gleichnamigen Versandhauses benannt, der die Forschungsarbeiten finanziell unterstützte.
  • Am 14. Juli 2008 wurde auf der Internetseite des Fachmagazins American Journal of Primatology eine neue Mausmaki-Art vorgestellt, die auf den Namen Microcebus macarthurii, MacArthur's Mausmaki, getauft wurde. Die Tiere leben im Osten Madagaskars in den dichten, immergrünen Bergregenwäldern der Makira-Region. Sie wurden von madagassischen Wissenschaftlern bei einer Bestandserhebung der Lemurenfauna entdeckt. Da das Projekt durch die MacArthur Foundation aus den USA gefördert wird, wurde die neue Art nach der Stiftung benannt.

nach obenÜbersicht der madagassischen Lemurenarten

Eulemur Coronatus am Pangalanes-Kanal, MadagaskarVerschiedene internationale Teams arbeiten in Madagaskar an der Erforschung der Lemuren. Je nach Forschergruppe werden die Lemuren auf unterschiedliche Arten klassifiziert. Neue Arten werden oft erst einige Jahre nach ihrer Entdeckung auch von anderen Forschergruppen anerkannt. In der folgenden Tabelle sind die heute in Madagaskar lebenden Gattungen nach der Klassifizierung von Russell A. Mittermeier zusammengefasst:

 

 

 

FAMILIE GATTUNGEN (übliche Bezeichnung)
Anzahl von Arten
Cheirogaleidae (Katzenmakis) Allocebus (büschelohriger Katzenmaki)
1
Cheirogaleus (Katzenmakis)
7
Microcebus (Mausmaki)
9
Mirza (Coquerels Katzenmaki)
2
Phaner (gabelstreifige Makis)
4
Daubentoniidae (Fingertiere) Daubentonia (Aye-Aye)
1
Indriidae (Indriartige) Avahi (Wollmakis)
4
Indri (Babakoto)
1
Propithecus (Sifaka)
9
Lemuridae (Lemurenartige) Eulemur (echte Lemuren)
11
Hapalemur (Bambuslemur oder freundlicher Lemur)
5
Lemur (ringelschwänziger Lemur)
1
Prolemur (großer Bambuslemur)
1
Varecia (Vari)
4
Lepilemuridae (Wieselmakis) Lepilemur (sportlicher Lemur)
11

Eulemur macaco macacoLemuren sind gesellige Säugetiere und leben oft monogam, einige Arten auch polygam, in Gruppenverbänden sehr unterschiedlicher Größe. Angeführt werden die Gruppen vom ältesten weiblichen Tier. Sie halten sich zumeist in Baumkronen auf und ernähren sich von Blättern, Bambus und Früchten, manche auch von Insekten und Larven. Einige Arten sind nachtaktiv.

Indri-Indri LemurDie Körpergröße der Lemuren variiert sehr stark, von 11 bis 80 Zentimeter Rumpflänge. Die kleinste Lemurenart ist der nachtaktive Mausmaki und die größte der Indri-Indri, der in den östlichen Regenwäldern in der Nähe der Ortschaft Andasibe im östlichen Regenwald ansässig ist. Die Tragzeit beträgt je nach Art 59 - 160 Tage. Lemuren erreichen ein Alter von 12 bis 30 Jahren.

Microcebus murinusDie kleinsten Vertreter der Lemurenfamilie sind mit einer Kopf-Rumpflänge von 11-13 cm die winzigen Mauslemuren (microcebus murinus) mit wenig mehr als 50 Gramm Körpergewicht, die fast überall in Madagaskar (ausser auf dem Hochland) leben, aber sehr selten zu beobachten sind. Der flinke Mausmaki ist zugleich der kleinste lebende Primat der Erde. Gegen Ende ihrer nächtlichen Aktivitätszeit sinkt die Körpertemperatur von nachtaktiven Mausmakis (Microcebus) bis auf die morgenliche Umgebungstemperatur von 20°C ab; Gegen Mittag haben die Tiere meist aufgrund der steigenden Aussentemperaturen die für gleichwarme Säuger übliche Körpertemperatur von 37° erreicht. Diese tägliche Absenkung der Körpertemperatur bedeutet erhebliche Energieeinsparung im Vergleich zu Tieren, die ihre Körpertemperatur auf gleichbleibend hohem Niveau halten.

Katta Lemur MadagaskarAm unverwechselbarsten sind die mausgrauen Katta-Lemuren (lemur catta) mit ihrem schwarzweiß geringelten Schwanz. Die Kattas erreichen eine Körpergröße von bis zu 50 cm und ein Gewicht von 3,5 kg. Kattas finden sich vorwiegend im Süden und Südwesten Madagaskars. Die tagaktiven Kattas sind als einzige Lemuren keine reinen Baumbewohner, sie halten sich ebensoviel auf dem Boden auf. Sie sind Allesfresser und verschmähen auch kleine Vögel nicht. Berühmt sind ihre Duftgefechte. Am Unterarm der Tiere befindet sich eine Duftdrüse, mit der sie ihren Schwanz einreiben und ihr Revier markieren.

Eulemur macaco macacoIm Nordwesten Madagaskars trifft man häufig auf Mohrenmakis (Eulemur macaco macaco), die zur Familie der Lemuridae (Lemurenartige) gehören. Die männchlichen Mohrenmakis tragen ein schwarzes Fell, die weiblichen sind hellbraun. Mit einer Körpergröße von 41 cm und einem Gewicht von 2,4 kg gehören die Mohrenmakis zu den mittelgroßen Lemuren.

Indri Indri Lemur in AndasibeDie wollhaarigen und schwanzlosen Indri Indri sind die größten Lemuren mit einer Kopf-Rumpflänge von 57-80 cm und einem Gewicht von 7-10 kg. Sie haben hundeartige Schnauzen, schwarze Köpfe mit großen wuschigen Ohren, ein graues Fell und verursachen einen durchdringenden, klagenden Schrei, der kilometerweit zu hören ist. (–› Indri Indri Schrei hören) Die Betsimisaraka an der Ostküste nennen sie babakoto (Vettern) und glauben, dass die Verstorbenen zu Indris werden. Der monogam lebende Indri ist übrigens der einzige Lemur, dessen Unterbringung und Aufzucht in zoologischen Gärten wegen seines sehr speziellen Nahrungsregimes aus Blättern von 40 verschiedenen tropischen Pflanzen bislang nie geglückt ist. Heute leben noch rund 1000 Exemplare dieser stark bedrohten Gattung im Osten Madagaskars.

Eulemur macacoDer Rotstirnmaki (Lemur Fulvus Rufus) und der braune Maki (Lemur Fulvus Fulvus) gehören ebenso wie der Katta zur größten und typischsten Familie von Lemuren, den mittelgroßen Lemuren (Lemuridae), die auch in den zoologischen Gärten der ganzen Welt sehr verbreitet ist.

Propithecus verreauxisGrazil wie Tänzer bewegen sich die leichtfüßigen Sifaka (propithecus), wenn sie seitlich auf den Hinterbeinen hüpfend eine Ebene durchqueren. Sie lieben es, wie die Katta auch, sich morgens von der Sonne erwärmen lassen, wobei sie die Arme seitlich von sich strecken.

 

 

nach obenDie mittelgroßen Lemuren (Lemuridae): Kattas, Makis und Varis

Roter Vari Lemur, Zoo von AntananarivoDie Familie der mittelgroßen Lemuren oder auch Lemurenartigen (Lemuridae) kann man als die eigentlichen oder echten Lemuren bezeichnen, denen früher auch die Katzen- und Wieselmakis zugerechnet wurden. Die relativ pflegeleichten Kattas, Makis und Varis sind häufig in den zoologischen Gärten der ganzen Welt anzutreffen. Mittelgroße Lemuren sind schlanke Tiere mit langen, dicht behaarten Schwänzen und erreichen eine Kopfrumpflänge von 26 bis 45 cm. Sie haben eine Schwanzlänge von 28 bis 60 cm und wiegen bis zu fünf Kilogramm. Sie leben häufig auf Bäumen und können mühelos von einer Baumkrone zur anderen springen.

  • Alaotra Bambuslemur - Art: Hapalemur alaotrensis; mittelgroßer Lemur mit 1,1 - 1,4 kg Gewicht; Vorkommen südlich des Alaotra-Sees im östlichen Hochland;
  • Ankaratra Wieselmaki, Art: Lepilemur ankaranensis; Wieselmakiart, die 2005 im Norden Madagaskars entdeckt wurde; eng verwandt mit dem Lepilemur dorsalis;
  • Blauaugenlemur (madagassisch: Ankomba, Ankomba Joby, Ankomba Mena) - Art: Eulemur macaco flavifrons; 2,4 kg schwerer mittelgroßer Lemur; Vorkommen im Nordwesten Madagaskars;
  • Brauner Maki (madagassisch: varika, varikosy, dredrika), Art: Eulemur fulvus; der gemeine braune Lemur gehört mit 2 kg - 3 kg zu den größeren Arten und lebt im Westen Madagaskars
  • Brauner Weißkragenmaki (madagassisch: varika, varika mena); Art: Eulemur albocollaris; mitelgroßer Lemur von 2,5 kg; eingeschränktes Vorkommen im feuchten Regenwald des Südostens nördlich des Manampantrana-Flusses;
  • Goldener Bambuslemur (madagassisch: bakombolomena, varibolomena) - Art: Hapalemur aureus; der mittelgrosse 1,6 kg schwere Lemur wurde erst 1985 entdeckt und ernährt sich hauptsächlich von Bambus; lebt in den südlichen Ausläufern des Hochlandes, z.B. Andringitra Nationalpark;
  • Grauer Bambuslemur (madagassisch: Bokombolo, Kotrika); Art: Hapalemur griseus; ernährt sich hauptsächlich von Bambus; lebt im südöstlichen Regenwald;
  • Großer Bambuslemur, großer Halbmaki (madagassisch: varibolo, tan-tang) - Art: Prolemur simus; Oberseite rotgrau, Unterseite gelbgrau; Haarbüschel an den Ohren; mit bis zu 2,5 kg größter Baumbuslemur; ernährt sich hauptsächlich von Bambus; Vorkommen im südöstlichen Hochland im Naturpark von Ranomafana und im Nationalpark von Masoala im Osten; die Art galt bis 2009 als sehr stark gefährdet, dann wurden aber neue Populationen in verschiedenen Regenwäldern des Osten gefunden.
  • Katta Lemur, MadagaskarKatta, Ringelschwanzmaki (madagassisch: maki, hira) - Art: Lemur catta; der grauweiße, mittelgroße Lemur mit 3,5 kg Körpergewicht und einer Länge von 39-46 cm wurde bereits 1758 von Linnaeus beschrieben; typisches Erkennungsmerkmal ist der unverwechselbare grau-weiß gestreifte Ringelschwanz; der Katta lebt in den Trockenwäldern des Südens und Südwestens und ist relativ häufig anzutreffen; die Kattas leben in gemischten Verbänden von 6 bis 24 Mitgliedern, die immer von einem Weibchen dominiert werden; die Kattas sind in den Naturparks von Andohahela, Andringitra, Isalo, Tsimanampetsotsa, Vohibasia und Zombitse anzutreffen.
  • Kronenmaki (madagassisch: gidro, ankomba) - Art: Eulemur coronatus (oder Lemur mongoz coronatus); der mittelgroße 2 kg schwere Lemur lebt im extremen Nordwesten Madagaskars;
  • Mohrenmaki (madagassisch: komba, ankomba) - Art: Eulemur macaco macaco; Lebensraum hauptsächlich auf der Insel Nosy Komba und im Nordwesten in der Gegend von Ambanja
  • Mongozmaki (madagassisch: gidro) - Art: Eulemur mongoz ;
  • Eulemur am Pangalanes-Kanal, MadagaskarRotbauchmaki (madagassisch: bary maso, tongona, soamiera) - Art: Eulemur rubriventer (oder Eulemur rubriventer); der mittelgroße 2 kg schwere Halblemur lebt im östlichen Regenwald und ist extrem selten anzutreffen;
  • Roter Vari (madagassisch: Varignena) - Arten: Varecia rubra und Varecia variegata subcincta; 4 kg schwerer Lemur, der im Nordosten Madagaskars und auf Halbinsel von Masoala anzutreffen ist;
  • Rotstirnmaki (madagassisch: Varika, Varikamavo) - Art: Eulemur rufus (oder Lemur fulvus rufus); mittelgroßer 2,7 kg schwere Lemur; lebt im Westen und Osten Madagaskars;
  • Sanfords Maki (madagassisch: ankomba, baharavoaka); Art: Eulemur sanfordi (oder Lemur fulvus sanfordi); mittelgroßer 2,3 kg schwerer graubrauner Lemur Schwarzkopfmaki (madagassisch: varika) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Lemurinae (Mittelgrosse Lemuren); Art: Eulemur collaris; Lebensraum im Südosten Madagaskars
  • südlicher Bambuslemur (madagassisch: halo) - Art: Hapalemur meridionalis; Vorkommen im äußersten Süden Madagaskars bei Fort Dauphin;
  • Vari Lemur, MadagaskarVari (madagassisch: vari) - Arten: Varecia variegata variegata und Varecia variegata editorum; 4 kg schwerer Lemur, der im Nordosten Madagaskars lebt; am auffälligsten sind die schwarz-weiß gemusterten Vari. Oft anzutreffen sind auch die roten Varis. Gegenüber den anderen Lemurenarten nehmen Varis bezüglich ihrer Fortpflanzungsbiologie eine Sonderstellung ein. Die Weibchen tragen ihre Jungtiere nicht am Körper umher, sondern legen diese in einem selbstgebauten Nest ab. Die jungen Varis werden schnell selbstständig und beginnen bereits nach einer Woche zu klettern. Auch ist die Anzahl der Jungtiere mit bis zu sechs pro Wurf recht hoch. Vorkommen im östlichen Regenwald bis zu einer Höhe von 1200 m.
  • Lemur am Montagne d'AmbreWeisskopfmaki (madagassisch: varika) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Art: Eulemur albifrons (oder Lemur fulvus albifrons); mittelgroßer 2,3 kg schwerer Regenwaldbewohner;
  • Westlicher grauer Bambuslemur (madagassisch: bokombolo, bekola, kofiy) - Art: Hapalemur occidentalis; grau-brauner kleiner Lemur mit weniger als 1kg Gewicht; Vorkommen in westlichen und nördlichen Landesteilen;

 

 

nach obenDie Indriartigen (Indriidae): Indris und Sifakas

propithecus verreauxi, MadagaskarDie Indriartigen (Indriidae) umfassen drei Gattungen: die Indris (Indri Indri), die Sifakas (Propithecus) und die Wollmakis (Avahi). Die sehr hübschen, fast teddybärhaften Indriartigen Lemuren sind Baumbewohner, die sich auch auch auf dem Boden aufhalten. Am Boden stehen sie aufrecht und bewegen sich durch Hüpfern vorwärts, wobei sie die Arme in die Höhe halten. Indris leben monogam in Familienverbänden von zwei bis zu 15 Tieren zusammen. Sie kommunizieren durch Brüllen und mit Gesichtausdrücken.

  • Cleese Wollmaki (madagassisch: Tsarafangitra) Art: Avahi cleese; mittelgroße, im Gebiet der Tsingy von Bemaraha im Nordwesten von Madagaskar vorkommende, sehr seltene Lemurenart, die bereits 1990 entdeckt wurde, aber erst im Jahre 2005 mit gentechnischen Methoden als eigene Art klassifiziert werden konnte; benannt nach dem britischen Monty Python Star John Cleese, der sich sehr für den Schutz der madagassischen Lemuren einsetzt;
  • Diademsifaka (madagassisch: simpona, ankomba malandy) - Art: Propithecus deckenii; großer Lemur mit 7 kg Körpergewicht; besitzt von allen Lemuren das schönste Fell; lebt im östlichen Regenwald; Aufzucht in Gefangenschaft bisher nie geglückt;
  • Edwards Diademsifaka (madagassisch: maki vaovao) Familie: Indriidae (Indriartige); Art: Propithecus edwardsi; mit 5,9 kg eine der größten Lemurenarten der roten Insel; lebt im Südwesten;
  • Einfarbiger Wollmaki (madagassisch: Microcèbe roux de Morondava ) Familie: Indriidae (Indriartige), Art: Avahi unicolor
  • Inri IndriIndri (madagassisch: babakoto, amboanala, indri) - Art: Indri Indri; der Indri ist der grösste aller heute lebenden Lemuren; er hat ein weißes, schwarz-weißes oder fast ganz schwarzes Fell; lebt im östlichen Regenwald in der Gegend von Andasibe und ist auch and Ostküste anzutreffen; der madagassische Name Babakoto bedeutet Vetter, entsprechend dem Volksglauben, dass die Seelen der Verstorbenen in ihm weiterleben; Indris leben meist monogam in kleinen Familiengruppen; der Bestand der Indris ist gefährdet und beschränkt sich auf einige wenige Regenwaldgebiete im Hochland nördlich und östlich von Antananarivo;
  • Kronensifaka (madagassisch: sifaka) Familie: Indriidae (Indriartige), Art: Propithecus coronatus;
  • Larvensifaka, Sifaka (madagassisch: sifaka, tsibahaka, ankomba malandy) Familie: Indriidae (Indriartige), Art: Propithecus verreauxi; 3,75 kg schwerer Regenwaldbewohner mit schwarz-weißem Fell; bewegt sich am Boden tänzerisch springend fort;
  • Perrieris Diademsifaka (madagassisch: ) Familie: Indriidae (Indriartige); Art: Propithecus diadema;
  • Seidensifaka, Simpona (madagassisch: Varibolo, tan-tang, bokombolobe, simpona) - Art: Propithecus candidus; der komplett weiße 50 cm große Sifaka ist endemisch im Nordosten Madagaskars und kann im Schutzgebiet von Marojejy beobachpropithecus verreauxistet werden;
  • Sifaka (madagassisch: sifaka, tsibahaka, ankomba malandy), Art: Propithecus coquereli; 3,75 kg schwerer Regenwaldbewohner mit schwarz-weißem Fell; bewegt sich am Boden tänzerisch springend fort
  • Tattersalls Sifaka (madagassisch: Ankomba Malandy, Simpona) - Art: Propithecus tattersalli; gehört zur Familie der Sifakas; lebt im Nordosten Madagaskars
  • Westlicher Wollmaki (madagassisch: Tsarafangitra ) - Art: Avahi occidentalis; mittelgroße, vor allem im Westen Madagaskars vorkommende, sehr seltene, erst kürzlich entdeckte Lemurenart; ist verwandt mit Avahi laniger
  • Wollmaki, Vliesmaki, Avahi (madagassisch: fotsy fe, avahy, ampongy ) - Art: Avahi laniger; russroter Maki ca. 1 kg schwer; Vorkommen im östlichen Teil Madagaskars;

 

nach obenWieselmakis und Bambuslemuren (Lepilemuridae): sportliche Lemuren

Die Familie der Wieselmakis (Lepilemur) wurde früher den mittelgroßen Lemuren oder eigentlichen Lemuren zugerechnet. Die Wieselmakis werden heute üblicherweise als eigene Familie klassifiziert und umfassen mindestens 11 Arten, die nur sehr schwer zu unterscheiden sind. Mit Neuentdeckungen kann jederzeit gerechnet werden.

Wieselmakis sind mittelgroß, ihr Fell ist an der Oberseite graubraun oder rötlich gefärbt, die Unterseite ist weißlich-gelb, das Gesicht ist mit kurzen Haaren bedeckt. Typisch sind der kurze Kopf und die großen, runden Ohren. Wieselmakis sind gute Kletterer und können senkrecht an Baumstämme hochklettern. Sie erreichen eine Körperlänge von 30 bis 35 Zentimetern (mit einem ungefähr ebenso langen Schwanz) und ein Gewicht von bis zu 1 Kilogramm. Wieselmakis sind strikt nachtaktiv und leben vorwiegend auf Bäumen, wo sie sich mit langen Sprüngen ihrer kräftigen Hinterbeine fortbewegen. Am Boden hüpfen sie ähnlich wie Kängurus. Sie ernähren sich von Blättern, Blüten und Früchten.

  • Edwards Lemur (madagassisch: repaka) - Art: Lepilemur edwardsi;
  • Graurückenmaki, Nosy-Be-Wieselmaki (madagassisch: apongy ); Art: Lepilemur dorsalis; kleiner graubrauner bis rostbrauner Wieselmaki mit 25cm Rumpflänge und 500 g Gewicht; Vorkommen im Nordwesten in der Gegend von Ambanja und auf der Insel Nosy Be;
  • Grosser Wieselmaki (madagassisch: hataka, sonigika, varikosy, kotrika, trangalava, hataka) - Art: Lepilemur mustelinus; bereits 1851 von I. Geoffroy beschrieben; großer Wieselmaki in den Regenwäldern des Nordostens mit einer Kopf-Rumpflänge von 30-35 cm und einem lange dichten Fell; kann leicht mit lepilemur microdon verwechselt werden;
  • Kleinzahnmaki (madagassisch: maki) - Art: Lepilemur microdon
  • Mitsinjo Wieselmaki (madagassisch: maky) - Art: Lepilemur mitsinjonensis; 2004 entdeckte Lemurenart
  • Nördlicher Maki (madagassisch: songiky, mahiabeala ) - Art: Lepilemur septentrionalis; sehr stark bedrohte Lemurenart im Norden Madagaskars; ca. 750 g Körpergewicht
  • Rotschultriger Wieselmaki - Art: Lepilemur aeeclis (neue Art in 2005 entdeckt); lebt in der Gegend von Mahajanga bei Antafia; besondere Merkmale sind ein maskenartiges graues Gesicht und dunkler Rückenstreifen;
  • Rotschwanz-Wieselmaki (madagassisch: boengy) - Art: Lepilemur ruficaudatus; nachtaktiver kleiner (bis 950 g) Regenwaldbewohner; Vorkommen in der Tsiribihina-Region, südlich von Betsiboka; die Art wird auch als "Morondava" bezeichnet; Synonym: Lepilemur Pallidicauda;
  • Sahamalaza-Wieselmaki - Art: Lepilemur sahamalazensis; erst im Jahr 2006 als eigenständige Art klassifizierte Lemurenart; lebt im Nordwesten von Madagaskar im Sahamalaza Schutzgebiet; ein Schutzprojekt wird vom Kölner Zoo koordiniert;
  • Seals Wieselmaki (madagassisch: maky) - Art: Lepilemur seali; erst 2004 entdeckte Lemurenart;
  • Weißfuß-Wieselmaki (madagassisch: songiky) - Art: Lepilemur leucopus; sehr kleiner Wieselmaki mit bis zu 700 g Körrpergewicht; Vorkommen in trockenen Wäldern des Südens;

nach oben Die Katzenmakis und Mausmakis (Cheirogaleidae)

microcebus lemur, MadagaskarDie Familie der Katzenmakis (Cheirogaleidae) wird manchmal auch den mittelgroßen Lemuren oder Lemurenartigen (Lemuridae) zugerechnet und umfasst 23 zur Zeit bekannte Arten, die sich in 5 Gattungen unterteilen: die Fettschwanzmakis oder Eigentliche Katzenmakis (Cheirogaleus) mit 7 Arten, die Büschelohrmakis (Allocebus trichotis), die Mausmakis (Microcebus) mit 9 Arten, die Riesenmausmakis (Mirza) mit 2 Arten und die Gabelstreifenmakis (Phaner) mit 4 Arten. Katzenmakis sind kleine, nachtaktive Lemuren und wiegen zwischen 30 g für die kleinste Art, den Berthes Mausmaki und 600 g für die größte, bei einer Kopfrumpflänge von 9 bis 36 cm. Sie haben ein weiches, langes Fell, dünne Ohren und große Augen und einen sehr langen Schwanz. Tagsüber schlafen sie in Baum- oder Erdhöhlen. Wie alle Feuchtnasenaffen haben sie eine Putzkralle an der zweiten Zehe der Hinterbeine. Die Katzenmakis sind in ganz Madagaskar verbreitet und kommen in jedem Schutzgebiet vor, sind aber wegen ihrer Größe nur extrem schwer zu beobachten.

  • Berthes Mausmaki (madagassisch: tsidy) - Art: Microcebus berthae; im Jahre 2000 entdeckte Lemurenart; der extrem kleine nachtaktive Maki mit typischerweise 25g bis 30g Körpergewicht und einer Rumpflänge von 9cm mit einem 14cm langen Schwanz gilt als die kleinste Primatenart der Welt; er lebt im westlichen Madagaskar 10 km nördlich von Morondava im Schutzgebiet von Andranomena;
  • Braun-goldener Mausmaki (madagassisch: tsidy) - Art: Microcebus ravelobensis; nachtaktiver kleiner Maki im Nordwesten Madagaskars.
  • Brauner Mausmaki (madagassisch: tsidy, tsitsidy) - Art: Microcebus rufus; nachtaktiver kleiner Maki mit rot-braunem Fell.
  • Büschelohriger Katzenmaki (madagassisch: tsidy ala) - Art: Allocebus trichotis; lebt im östlichen Regenwald; sehr seltene kleine, nur 14 cm große und 80 g schwere Lemurenart; galt bis 1989 als ausgestorben
  • Claires Mausmaki (Microcebus mamiratra) ist auf der Insel Nosy Be beheimatet; bei der 2006 beschriebenen Art Microcebus lokobensis könnte es sich um die gleiche Art handeln.
  • Crossleys Grosser Fettschwanzmaki (madagassisch: maki) - Art: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Cheirogaleus crossleyi; kleiner Nachaktiver Lemur mit Vorkommen auf ganz Madagaskar
  • Danfoss Mausmaki (Microcebus danfossi) wurde erst 2006 als eigene Art beschrieben und ähnelt dem braunen Mausmaki. Diese Art lebt im nordwestlichen Madagaskar in einem Gebiet zwischen den Flüssen Sofia und Maevarano. Ihr Lebensraum sind trockene Laubwälder. Namenspate ist das Industrieunternehmen Danfoss.
  • Gabelstreifenmaki (madagassisch: tantana, tanta, vakiandrina) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Phaner furcifer parienti
  • Gabelstreifiger Katzenmaki (madagassisch: tanta, vakiandrina, vakivoho) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Phaner furcifer furcifer; nachtaktiver, pflanzenfressender Lemur, der seine Tage in Baumlöchern verbringt
  • Goodmans Mausmaki (madagassisch: maki vaovao) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Microcebus lehilahytsara; im August 2005 entdeckte neue maugroße nachtaktive Lemurenart im Osten;
  • Graubrauner Mausmaki (madagassisch: maki) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Microcebus griseorufus; hellbraunes Fell, lebt im westlichen Madagaskar ; nachtaktiver kleiner Maki mit typischerweise weniger als 500g Körpergewicht
  • Grauer Mausmaki (madagassisch: pondiky, vakiandry, titilivaha, koitsiky, tsidy) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Microcebus murinus; der mausgroße 50 g - 90 g schwere nachtaktive Mausmaki lebt im trockenen Südwesten Madagaskars;
  • Großer grauer Katzenmaki (madagassisch: tsitsihy, tsitsiha) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Cheirogaleus ravus; in freier Wildbahn noch nie beobachtet
  • Grosser Katzenmaki (madagassisch: tsitsihy) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Cheirogaleus major major; nachtaktiver, kleiner Katzenmaki (400 g) im östlichen Regenwald Madagaskars vorkommend
  • großer Riesenmausmaki (madagassisch: tsidy) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Microcebus tavaratra
  • Jollys Mausmaki (Microcebus jollyae) wurde erst 2006 als eigene Art beschrieben. Diese Art lebt im östlichen Madagaskar.
  • Kleiner grauer Katzenmaki (madagassisch: maki) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Cheirogaleus minusculus
  • Kleiner Riesenmausmaki (madagassisch: maki vaovao); Art: Mirza zaza; im August 2005 entdeckte neue Lemurenart; 300 g schwer, mit einem langen buscheligen Schwanz, nachtaktiv
  • MacArthur-Mausmaki (Microcebus macarthurii) lebt im Osten Madagaskars in der Makira-Region. Diese Art wurde 2008 erstbeschrieben.
  • Mittermeiers Mausmaki (Microcebus mittermeieri) wurde erst 2006 als eigene Art beschrieben; lebt im östlichen Madagaskar.
  • Mittlerer Katzenmaki, Fettschwanzmaki (madagassisch: kelibelohy, matavirambo, tsitsy) Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Cheirogaleus medius; kleiner nachtaktiver Lemur mit 140 g Körpergewicht lebt im Süden und Norden Madagaskars
  • nördlicher Gabelstreifenmaki (madagassisch: maki vaovao) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Phaner furcifer electromontis; Vorkommen im Gebiet des Amber-Gebirges im Norden von Madagaskar;
  • Nördliche Mausmaki (Microcebus tavaratra) ähnelt dem Braunen Mausmaki, die Art ist im nördlichen Madagaskar beheimatet;
  • Rattenmaki (madagassisch: tsiba, tilitilivaha, fitily, siba, setohy) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Mirza coquereli (oder Microcebus coquereli); nachtaktiver kleiner nur 300 g schwerer nachtaktiver Lemur der Gattung Mirza; lebt in den Trockengebieten im Westen Madagaskars
  • Sambirano Mausmaki (madagassisch: tsidy, tsitsihy, vokimbahy) Familie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Microcebus sambiranensis; kleiner nachtaktiver Lemur im Norden Madagaskars im Sambirano-Becken
  • Sibree's Katzenmaki (madagassisch: tsitsihy); Art: Cheirogaleus sibreei; nachtaktiver, in freier Natur fast noch nie beobachteter Lemur
  • Simmons' Mausmaki (Microcebus simmonsi) wurde erst 2006 als eigene Art beschrieben. Diese Art lebt im östlichen Madagaskar.
  • Südlicher Katzenmaki (madagassisch: maki); Art: Cheirogaleus adipicaudatus westlicher Gabelsreifenmaki (madagassisch: maki vaovao) Familie: Lemuridae (Lemurenartige); Unterfamilie: Cheirogaleinae (Katzenmakis); Art: Phaner furcifer pallescens
  • Zwerg-Mausmaki, Pygmi Mauslemur (madagassisch: tsidy, malajira); Art: Microcebus myoxinus; der Zwergmaki lebt im Trockenwald Westmadagaskars und gehört zu den kleinsten Lemuren.

 

nach obenDie Fingertiere (Daubentoniidae): Aye-Aye

Fingertier, MadagaskarDas Fingertier oder Aye-Aye (Daubentonia madagascariensis) ist der einzige Vertreter der Familie der Fingertiere (Daubentoniidae). Der im Deutschen gebräuchliche Name Fingertier rührt vom stark verlängerten Mittelfinger her. Der mittelgroße Lemur wird 30-37cm groß mit einem 44-53 cm langen Schwanz und einem Körpergewicht von 2,5-2,6kg. Das Fingertier ist nachtaktiv und wahrscheinlich das hässlichste Säugetier der Welt. Der Aye-Aye horcht durch Beklopfen die Baumstämme nach Larven ab und kratzt sie mit seinem überlangen Mittelfinger aus den Baumrinden. Aye-Aye's haben neben ihrer eigenartigen Fingerhand mit einem extrem dünnen und langen Mittelfinger als weitere zoologische Eigenartigkeit stetig nachwachsende Zähne. Einer der letzten Orte, wo man den Aye-Aye noch beobachten kann, ist nördlich von Mananara in dem immensen Schutzgebiet von Masoala in der Bucht von Antongil.

  • Fingertier (madagassisch: Hay-Hay, Ahay, Aiay) Familie: Daubentoniidae (Fingertiere), Art: Daubentonia madagascariensis; der berühmteste und hässlichste der nachtaktiven Lemuren vebringt seine Tage in Nestern aus Ästen; das Fingertier ist der einzige Vertreter seiner Gattung; einziges Vorkommen im Nordosten Madagaskars auf der Halbinsel von Masoala und der Insel Mangabe in der Bucht von Antongil, die von der Halbinsel gebildet wird. Als größter nachtaktiver Primat erreicht das Fingertier eine Kopf-Rumpf-Länge von 30 bis 40 cm, der Schwanz misst von 45 bis 55 cm. Das Gewicht beträgt 2,4 bis 2,8 Kilogramm.

 

nach obenBereits ausgestorbene Lemuernarten

Heute geht man davon aus, dass 17 Lemurenarten in den letzten Jahrhunderten und in der Neuzeit, insbesondere durch die massive Vernichtung der Waldflächen ausgestorben sind. Die bekanntesten der ausgestorbenen Lemurenarten sind:

  • Hadropithecus stenognathus: wurde 1899 von einem Fossilien-Sammler in einer halb eingestürzten Höhle entdeckt. Der Schädel wurde im Jahr 2008 mit neu entdeckten Knochenteilen ergänzt und wird in Wien im Naturhistorischen Museum ausgestellt.
  • Archaeoindris †; ausgestorbene große Lemurenart
  • Megaladapis edwardsi †; größte bekannte Lemurenart, die im südlichen Madagaskar lebte und hier noch im 17. Jahrhundert beobachtet wurde;
  • Megaladapis grandidieri †; nach dem Achaeoindris die zweitgrößte ausgestorbene Lemurenart; mittleren und nördlicher Teil Madagaskar
  • Megaladapis madagascariensis †; subfossile Reste in Südwest- und Nordmadagaskar; die Art war verwandt mit den Wieselmakis;
  • Paleopropithecus †; historische Lemurenart, die zuletzt im 17. Jahrhundert beobachtet wurde; es handelte sich um eine der größten bekannte Lemurenarten;
weitere Informationen: Natur - Tiere - Landschaften

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