Madagaskars Landschaften, Regionen und Städte
Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, hat aktuell eine Bevölkerung von rund 20 Millionen Einwohnern. Das Klima des Inselkontinents reicht von tropisch heiß im Norden und Osten, über gemäßigt im Hochland bis hin zu extrem heißen und trockenen Steppenklima im Süden und Westen. Alle wichtigen Reiseziele sind von der zentralen Hauptstadt Antananarivo aus mit Flugzeug, Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die beliebtesten Überlandrouten liegen auf der Nord-Süd-Achse. Die Ortsnamen der wichtigsten touristischen Orte sind auch heute noch eher unter ihrem Namen aus der französischen Kolonialzeit bekannt. Auch Geologisch bietet die rote Insel eine große Vielfalt an Landschaftsformen.
Die "Große Insel" Madagaskar,
auf madagassisch Madagasikara, wegen ihrer bis
zu 20 m dicken roten lateritischen Erdschicht auch "Rote
Insel" genannt, liegt im Indischen
Ozean östlich von Afrika und südlich des Äquators
zwischen dem 12. und 27. Grad südlicher Breite und 45. und 54.
Grad östlicher Länge, durch den 400 km breiten Kanal
von Mosambik von Afrika getrennt.
Der Inselstaat Madagaskar präsentiert sich in der Form eines linken Fußes und hat eine Landfläche von 587.041 km² (zum Vergleich: Deutschland hat 356.970 km²) und ist damit so groß wie Deutschland, Holland, Belgien, Österreich und die Schweiz zusammen. Südlich des Äquators gelegen schneidet der Südteil der Insel auf Höhe der Ortschaft Betioky den südlichen Wendekreis. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt (nach Grönland, Neuguinea und Borneo), 580 km breit in Ost-West-Richtung an ihrer breitesten Stelle und 1.600 km lang in Nord-Süd-Richtung. Die Küstenlänge beträgt rund 5.000 km und bietet unzählige palmengesäumte Badestrände und Korallenriffe, die zum Tauchen einladen. Wie eine Perlenkette sind eine Reihe von kleinen Paradies-Inseln, die im 17. Jahrhundert noch den Piraten als Zuflucht dienten, dem madagassischen Festland vorgelagert.
Die
größeren dieser unmittelbaren Nachbarinseln, die zum Staatsgebiet
Madagaskars gehören, zählen heute zu den touristischen Attraktionen
Madagaskars: zahlreiche Hotels finden sich insbesondere auf den jeweils
nur wenige 10 km vor der Küste gelegenen Inseln –› Sainte
Marie (madagassisch nosy boraha) vor der der Ostküste
und –› Nosy Be vor
der Nordwestküste.
Die anderen "großen Nachbarinseln" im Indischen Ozean erscheinen neben dem Inselkontinent Madagaskar wie Staubkörner: einige 100 km entfernt im Nordwesten befindet sich die Inselgruppe der Komoren mit Mayotte und dem Moroni-Atoll, in knapp 1000 km Entfernung östlich von Madagaskar liegen die beiden großen Inseln der Maskarenen Réunion und Mauritius und im Norden ebenfalls 1000 km entfernt liegt die Inselgruppe der Seychellen.
Der
höchste Berg Madagaskars ist der Maromokotro (2.876 m)
im –› Norden der Insel. Ein zentraler
Gebirgszug durchzieht den roten Kontinent von Norden nach –› Süden und
bildet ein Hochplateau mit einer mittleren Höhe von 1.200 bis
1.500 m. Das Ankaratra-Gebirge liegt im –› zentralen
Hochland mit maximal 2.600 m Höhe, die höchste Erhebung
im südlichen Teil Madagaskars ist der Pic Boby mit 2650 m.
Die Hochebene steigt von Westen nach Osten nur gemächlich an und
endet etwa 100 km vor der Ostküste in einem Steilabfall, der sich
parallel zur Ostküste von Norden nach Süden durch die Insel
zieht.
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Die fünf größten Binnenseen im Inneren von Madagaskar sind: der Alaotra-See mit 220 km² der größte Binnensee im nordöstlichen und der Itasy-See im nordwestlichen Hochland, der Kinkony-See im Westen und der Ihotry- und der Tsimanampetsotsa-See im Süden.
Die Transportinfrastruktur Madagaskars
Ein teilweise asphaltiertes Straßennetz von
insgesamt 30.000 km Länge verbindet die größeren Orte
Madagaskars miteinander. Das im Jahre 2003 angelaufene Programm zur
Modernisierung des Straßennetzes ist mittlerweile weit fortgeschritten.
Alle Hauptstrecken der Nationalstraßen befinden sich seit 2008
in einem gutem Zustand.
Ein
kleines Schmalspureisenbahnnetz (1m-Spurweite) von 870 km Länge verbindet einige Orte des südlichen
und nördlichen Hochlandes mit der Küste im Osten. Die Bahnstrecke Brickaville-Antananarivo wurde
1901 begonnen und am 1. Oktober 1909 eröffnet (267 km). Die Bahn
war eine der bis dahin kostspieligsten Tropenbahnen überhaupt
weltweit. Sie durchschneidet teilweise sehr schwieriges Gelände,
was viele Kunstbauten, u.a. 12 Tunnel von 1300 m Gesamtlänge
erforderte, und ersteigt mit Höchststeigungen von 1:50 eine Meereshöhe
von 1479 m. Die Verlängerung der Bahn zum Hafen Tamatave (97
km) wurde im März 1913 vollendet. Die südlichen Streckenabschnitte
nach Fianarantsoa wurden in den 20er Jahren des 20.
Jahrhunderts in Angriff genommen.
Das Streckennetz ist heute jedoch nur noch teilweise, meist nur für
den Warentransport nutzbar. Nur noch wenige Züge werden vereinzelt für den Personentransport
eingesetzt wie die weltweit letzten Michelines,
Personentransportwagen
ähnlich einem großen Reisebus, der auf Gummireifen auf
Schienen verkehrt. Das Bahnnetz wird heute von der privaten Gesellschaft MADARAIL verwaltet. (zu Informationen
zum Bahnnetz von MADARAIL) Für die Strecke von
Antananarivo nach Andasibe in das Schutzgebiet der Indris ist eine
Art Charter-Verkehr eingeführt worden, der eine Lokomotive mit einem Personen-Wagon
zur freien Verfügung für Touristen anbietet (Fahrzeit
für die 150 km lange Strecke ca. 6 Stunden).
Sechs
internationale Häfen und
weitere 12 Küstenhäfen ergänzen die Transportinfrastruktur
ebenso wie 5 internationale und weitere 7 große Flughäfen,
die täglich von Antananarivo angeflogen werden. Fast 100 kleine
Flughäfen ermöglichen auch das Anfliegen kleinerer Ortschaften
einmal wöchentlich oder für private Flüge.
Der
Besucher Madagaskars wird in Regel in der Hauptstadt Antananarivo ankommen
und dort eventuell einige Tage verbringen. Für sehr kurze Aufenthalte
empfiehlt sich eines der zahlreichen Hotels in der Nähe des Flughafens an der Straße nach Antananarivo, da die Fahrzeit in die 15 km entfernte Innenstadt je nach
Verkehrslage 1 Stunde dauern kann. Von Antananarivo gibt es Flugverbindungen
zu allen Flüghäfen Madagaskars, wobei die größeren
täglich und die kleineren wöchentlich angeflogen werden.
(weiter zu –› Informationen
über Fluggesellschaften)
In Antananarivo laufen zentral alle großen Staßenachsen Madagaskars zusammen. Über das Netz der Nationalstraßen (RN = route nationale) kann man mit Bussen, Buschtaxis (taxi brousse) oder Privatfahrzeugen problemlos in alle Regionen der großen Insel gelangen:
- die RN1 verbindet –› Antananarivo mit dem westlichen Hochland und führt vorbei am Lemurs Park (25 km) über Arivonimamo (50 km) und den Itasy-See (100 km) nach Tsiroanomandidy (180 km). Von Tsiroanomandidy führt eine schlecht ausgebaute Nebenstrecke weiter bis zur Westküste nach Maintirano (430 km);
- die RN2 führt von Antananarivo nach –› Osten über den Mantasoa-See (Abzweigung nach 59 km), durch Bergregionen nach Moramanga (115 km) und Andasibe mit seinem berühmten Nationalpark (135 km) über den östlichen Steilabfall weiter zur Ostküste nach –› Tamatave (350 km);
- die RN3 führt in Richtung Norden über den sehr gut erhaltenen alten Königssitz von Ambohimanga (16 km) nach Anjozorobe (90 km), wo sich ein großes Urwaldgebiet befindet; die Ausbaustrecke endet hier;
- die RN4 führt in den Nordwesten zur goßen Hafenstadt –› Mahajanga (ca. 10 Stunden); von dort kann man weiter in Richtung Norden nach Diego-Suarez oder auch an die nördliche Ostküste nach Sambava fahren;
- die in den großen Süden führende RN7 ist die längste, beliebteste und spektakulärste Straßenachse Madagaskars, die von Antananarivo über die Hochlandstädte Ambatolampy (68 km), Antsirabe (170 km) Ambositra (240 km) und Fianarantsoa (360 km), durch das Isalo-Massiv zur südlichen Westküste nach –› Toliara (800 km) führt.
Die wichtigsten Reiserouten durch Madagaskar
Die große Insel Madagaskar lässt sich auf verschiedene
Arten entdecken: zum Einen verbinden Direktflüge die Hauptstadt mit
den wichtigsten regionalen Zentren, von wo sich Touren in die nähere
und weitere Umgebung organisieren lassen, zum Anderen kann man Madagaskar
auf dem Landwege über
das Netz der Nationalstraßen entdecken, die sternförmig in Antananarivo
zusammenlaufen, oder mit Booten und Schiffen auf den großen Flüssen,
dem Pangalanes-Kanal oder entlang den Küsten.
Die beliebteste Landroute ist die sogenannte Südroute in die Dornenwälder des Südens: mögliche Ausgangspunkte
sind Antananarivo (ca. 2 Tage Fahrzeit bis Toliara an der Südwestküste), von hier aus mit dem
Auto in den Süden,
oder die südlichen
Städte
mit Flughafenanbindung Toliara, Fort Dauphin oder Fianarantsoa. An der Strecke von Antananarivo über Fianarantsoa
nach Toliara liegen die sehenswerten Regenwald-Nationalparks von Ranomafana und das Isalo-Gebirges. Die lange Südroute von Antananarivo nach Toliara bietet zahlreiche attraktive Zwischenstopps und führt über die sehenswerten Ortschaften Ambatolampy, Antsirabe, den Naturpark
von Ranomafana, Fianarantsoa, Ambalavao und das Isalo-Gebirge. Weiter in den äußersten Süden führt parallel zur Küste eine Straße
durch ausgedehnte Trockensteppen von Toliara nach Fort Dauphin. Die Süd-Route bietet eine große Zahl an Attraktionen und kann problemlos auf zwei Wochen ausgedehnt werden.
Hochlandrouten: Hochlandbesichtigungen können gut von Antananarivo
aus gestartet werden; als Ein- oder Zweitagesausflüge in Richtung Westen
in die Vulkanlandschaften am Itasy-See, in Richtung Norden zu den Reisfeldern
rund um den alten Königssitz von Ambohimanga, in Richtung Osten in den
berühmten Naturpark von Andasibe und in Richtung Süden nach Antsirabe.
Die große Nordroute mit der tropischen Insel Nosy Be und den Vanillestädten Antalaha und Sambava startet man am besten in der Hafenstadt Antseranana (französisch: Diego Suarez) oder auf der Insel Nosy Be, die beide über tägliche Flüge mit der Hauptstadt Antananarivo
verbunden sind. Von Antananarivo aus benötigt man rund zwei sehr anstrengende
Tage Fahrzeit über Land, um mit Fahrzeugen in den Norden Madagaskars zu
gelangen. Die Besichtigung des Nordens mit wahlweisen Besuchen der Nationalparks
von Montagne d'Ambre, Marojejy und Masoala kann auf 5 bis 10 Tage in Anspruch
ausgedehnt werden. Für einen Badeurlaub bietet sich die touristisch sehr gut erschlossne Insel Nosy Be an.
Die Ostroute über die größere Ortschaft Moramanga und den Nationalpark von Andasibe an die Ostküste kann leicht über Land von Antananrivo aus angetreten werden oder von der großen Hafenstadt Toamasina, die mit täglichen Flügen von Antananarivo aus zu erreichen ist. Sehenswerte Ziele der mittleren Ostküste sind der Pangalanes-Kanal südlich von Toamasina, die Ostküste nördlich von Toamasina und die Pirateninsel Sainte-Marie. Alle Ziele entlang der Ostküste bieten zahreiche Badestrände aber vergleichsweise wenige Naturparks, sind also ideal für einen erholsamen Urlaub.
Die beliebtesten Reiseziele in Madagaskar
Die im folgenden aufgeführten beliebtesten Reiseziele der großen Insel sind auch die am besten erschlossenen und ermöglichen von hier aus das Erkunden eines großen Gebietes. Außerdem sind diese Ziele gut an das nationale Flugnetz angeschlossen. Große Schutzgebiete für die heimische Tier- und Pflanzenwelt finden sich in allen Teilen Madagakars (zur Übersicht der Schützgebiete).
Die bekanntesten und schönsten Badestrände von Madagaskar sind:
- Im Norden die Strände von Ampazony, Andilana, Baie du Courrier, Baie de Sakalava, Ramena
- Im Osten die Strände von Foulepointe, Manakara, Sainte Marie, Sambava, Tamatave
- Im Süden die Strände von Fort-Dauphin, Italy, Locaro, St. Luce
- Im Westen die Strände von Anakao, Andavadoaka, Belo-sur-Mer, Ifaty, Morondava.
1. Die Insel Nosy Be
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Die kleine, paradiesische Tropeninsel Nosy Be, nur wenige Kilometer vor der Nordwestküste von Madagaskar gelegen, bietet neben malerischen Traumständen und zahlreichen komfortablen Hotels, das Schutzgebiet von Lokobe im Südosten der kleinen Insel (mehrere Naturparks auf dem Festland sind von hier aus ebenfalls erreichbar), Freizeitaktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln, Sportfischen oder Segeln und diverse Ausflugsmöglichkeiten zu den benachbarten kleinen Inseln und Korallenriffen.
Die tropisch-heiße Insel Nosy Be verfügt über einen eigenen internationalen Flughafen (mit Direktflügen nach Mailand) und ist der ideale Ort zum Entspannen nach einer anstrengenden Rundreise durch Madagaskar. Von Nosy Be aus kann man aber auch das nördliche Festland von Madagaskar entdecken. (Weitere Informationen über –› Nosy Be)
2. Die Pirateninsel Ste. Marie (Nosy Boraha)
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Die ehemalige Seeräuberinsel Ste. Marie vor der Ostküste Madagaskars trägt heute den Namen Nosy Boraha und hat viel von ihrem ursprünglichen, wilden Charme bewahrt. Neben der berühmten Insel Nosy Be ist Ste. Marie die zweite große bewohnte Insel, die Madagaskar direkt vorgelagert ist und zum madagassischen Staatsgebiet gehört. Die Insel bietet ca. 15 Hotels meist an der Westküste wegen der Walbeobachtungsmöglichkeiten und einen eigenen Flughafen. Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Angeln und Tauchen bringen ein wenig Abwechslung in den ruhigen Alltag der 50 km langen Insel. Größte Attraktion ist die alljährliche Ansammlung von Buckelwalen in der Zeit von Mitte August bis September. (Weitere Informationen über –› Ste. Marie)
2. Fort Dauphin und der große Süden
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Die kleine Küstenstadt Fort Dauphin (Tolanaro) im Südosten ist idealer Ausgangspunkt zu mehereren Naturparks im Südosten Madagaskars, sowohl in der Feuchtzone im Osten und Norden von Fort Dauphin als auch in der Trockenzone, die 50 km westlich von Fort Dauphin beginnnt (z.B. der berühmte private Naturpark von Berenty) mit seinen vielen Lemurenarten. (–› Weitere Informationen über den Süden)
3. Antananarivo und das zentrale Hochland von Madagaskar
Ein
Besuch der Hauptstadt Antananarivo bietet
neben den vielen ausgezeichneten Restaurants und Hotels, guten Einkaufsmöglichkeien
für lokale Produkte, den sehenswerten Zoo und botanischen Garten im
Stadtteil Tsimbazaza, auch das Kulturdenkmal des Rova, das zur Zeit wieder
aufgebaut wird. In der näheren Umgebung liegt der Lemurs
Park, die Croc-Farm und
einige alte Königssitze wie der von Ambohimanga mit
seinen guten erhaltenen Palastbauten, die seit 2001 zum Weltkulturerbe
zählen. (–› Weitere Informationen über
Antananarivo).
Auch die Schutzgebiete von Mantadia und Analamazaotra im Osten und die vulkanischen Hochlandlandschaften im Westen (Tsiroanomandidy) sind von Antananarivo aus in jeweils drei Stunden gut zu ereichen. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen vor Ort. (–› Weitere Informationen über das zentrale Hochland)
4. Das südliche Hochland bis Fianarantsoa

Das Hochland von Madagaskar mit seinen wenigen großen Städten und unzähligen kleinen Dörfern inmitten von Reisterassen läßt sich problemlos mit dem Auto entdecken. Eine gute Straßenverbindung führt von Antananarivo in Richtung Süden über Antsirabe, Fianarantsoa und dann weiter nach Toliara. An der Strecke liegt das Gebiet der Zafimaniry, deren Holzschnitzereien inzwischen zum Weltkulturerbe gezählt werden, ebenso wie der berühmte Naturpark von Ranomafana mit seinen heißen Quellen in der Nähe von Fiananarantsoa. (nähere Informationen über das –› Hochland)
5. Das Isalo Gebirge im südlichen Hochland

Ein
Ausflug in den Nationalpark des Isalo-Gebirges
mit seinen Canyon-Landschaften ist der ideale Zwischenstopp an der Straße
von Fiananarantso nach Toliara im
Südwesten von Madagaskar, ein Paradies für Naturfreunde, Abenteuerer
und Wanderer. Hotels finden sich im kleinen Ort Ranohira.
(–› nähere Informationen zum Isalo-Nationalpark)
6. Morondava und der große Westen

Die Gegend von Morondava, auf madagassisch das Menabe, im trockenen Westen von Madagskar ist berühmt für ihre Baobab-Wälder und Sukkulenten-Flora. In Morondava gibt es einen Strand und einige gute Hotels. Morandava ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die Schutzgebiete von Kirindy und Bemaraha mit den berühmten Tsingy's und der Baobab-Allee (nähere Informationen über –› Morondava und den Westen Madagaskars)
7. Antsiranana und der Norden
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Antsiranana (gebräuchlicher französischer Name: Diego Suarez) und der tropisch-heiße Norden mit seinen Naturparks wie dem Montagne d'Ambre und den weltberühmten Tsingys, der Vanilleküste mit den Vanillehochburgen Antalaha und Sambava, Zuckerrohr-, Kaffee- und Kakaoplantagen, ist der Inbegriff dessen, was die Tropen an Reichtum bieten können. (weitere Informationen über den –› Norden Madagaskars)
8. Tamatave und der Osten
Tamatave (madagassisch: Toamasina)
ist die große Hafenstadt im Osten von Madagaskar. Die regenreiche
Ostküste Madagaskars mit einem fruchtbaren Streifen von nur 20km
Breite, der die Insel Madagaskar von Norden nach Süden durchzieht,
bietet die zum Weltnaturerbe der UNESCO zählenden Regenwaldschutzgebiete des Atsinanana,
Traumstrände nördlich von Tamatave und den weltberühmten
Pangalanes-Kanal, einen halb künstlichen, halb natürlichen Süßwasserkanal,
der sich auf über 500 km Länge am südlichen Küstenabschnitt
entlangzieht. (weitere Informationen über den –› Westen
Madagaskars)
Klima
und Jahrzeiten Madagaskars
Die
Insel unterteilt sich in vier klimatische Landschaftszonen: ein regenreiches
und tropisch-heißes Gebiet entlang der Ostküste bis
zum Norden, ein zentrales Hochland mit
einem relativ gemäßigten tropischen Klima, ein wechselfeuchtes
Gebiet im Westen und schließlich eine
aride Trockenzone im Süden und Südwesten.
Die
Winde, die meist aus östlicher Richtung vom Indischen Ozean her
kommen, regnen sich vorzugsweise an der östlichen Bergkette ab,
die die Insel von Norden nach Süden durchzieht, wobei der Wintermonsun in
den Monaten Dezember bis März starke Niederschläge aus nordöstlicher
Richtung bringt, der Sommermonsun kühle und weniger regenreiche
Winde aus südöstlicher Richtung.
Die Madagassen unterscheiden zwei Jahreszeiten, den Sommer etwa von Oktober bis Mai (auf madagassisch asara oder fahavaratra) mit hohen Temperaturen und Niederschlägen und den kurzen Winter von Juni bis September (asotry oder ririnina) mit gemäßigteren Temperaturen und weniger starken oder vollständig ausbleibenden Niederschlägen.
Die
Provinzen Madagaskars
Die landschaftlichen und klimatischen Großräume Madagaskars finden sich auch in der verwaltungstechnischen und kulturgeografischen Aufteilung der roten Insel in sechs Provinzen wieder:
- Provinz von Antananarivo im zentralen Hochland mit eine Fläche von 58.283 km²,
- Provinz von Fianarantsoa im südlichen Hochland mit 102.373 km²,
- Provinz von Toamasina (Tamatave) mit 71.911 km² an der Ostküste,
- Provinz von Antsiranana (Diego Suarez) mit 43.046 km² im Norden,
- Provinz von Mahajanga mit 150.023 km² im Westen;
- Provinz von Toliara mit 161.405 km² im Süden.
Die
6 Regionen teilen sich wiederum in 22 Provinzen. Das –› zentrale
Hochland mit der Hauptstadt –› Antananarivo als
Metropole ist geprägt durch fruchtbares Ackerland, das für
den Reis- und Gemüseanbau genutzt wird. Hier herrscht ein subtropisches
Klima mit einer ausgiebigen Regenzeit, die von Dezember bis Februar
reicht. Der südliche Teil des Hochlandes gehört zur Provinz
von Fianarantsoa und geht südwestlich
in das Isalo-Gebirge über
und führt im Osten über den Steilabfall zum Indischen Ozean.
Die Küste von Madagaskar ist insgesamt rund 5000 km lang, mit dem Indischen Ozean im Osten, Norden und Süden und dem Kanal von Mosambik im Westen. Der regenreiche Osten mit der Metropole Tamatave (Toamasina), dem größten Hafen Madagaskars, gliedert sich in den nördlichen Abschnitt mit einer extrem heißen tropischen Zone, die für den Anbau von Vanille, Litschis und Palmen genutzt wird und den südlichen Abschnitt der Ostküste, der vom Pangalanes-Kanal durchzogen wird.
Der Westen und
vor allem der Südwesten Madagaskars ist Dornenland. Insbesondere
der Süden der Insel leidet unter einem
großen Wassermangel. Ausgedehnte Trockensavannen mit Sukkulentenfauna,
Wolfsmilchgewächsen und Baobabs prägen
das typische Landschaftsbild dieser Gegend.
Die mit Abstand größte Stadt Madagaskars ist die Hauptstadt Antananarivo im zentralen Hochland (früherer französischer Name: Tananarive) mit heute etwa 2 Millionen Einwohnern in ihrem Einzugsgebiet. Weitere Zentren mit Einwohnerzahlen um 200.000 sind die Hafenstädte Toamasina (französischer Name: Tamatave), Toliara, Antsiranana (Diego Suarez) und Mahajanga und die Hochlandstädte Fianarantsoa und Antsirabe. Alle weiteren großen Orte Madagaskars weisen Einwohnerzahlen von weit unter 100.000 auf. 80% der Bevölkerung lebt in meist sehr isolierten ländlichen Dorfeinheiten.
Madagassische
Ortsnamen
Manche
Ortschaften sind auch heute noch umgangssprachlich eher bekannt unter
ihrem Namen aus der französischen Kolonialzeit (wie zum Beispiel
die Seeräuberinsel "Sainte-Marie"), als unter
ihrer heute gültigen madagassischen Bezeichnung ("nosy
boraha"), tragen aber offiziell ihren madagassischen Ortsnamen,
was die Orientierung nicht immer erleichtert.
Hier die wichtigsten Ortsnamen in ihrer alten französischen und ihrer heute richtigen madagassischen Schreibweise:
- Tananarive = Antananarivo
- Tamatave = Toamasina
- Diègo Suarez = Antseranana
- Perinet = Andasibe
- Fort Dauphin = Tolanaro
- Tulear = Toliara
- Majunga = Mahajanga
- Foulpointe = Mahavelona
- Hell Ville = Andoany
- Vohemar = Iharana
- Ste. Marie = Nosy Boraha
Die klangvollen und oft vielsilbigen Ortsnamen Madagaskars sind häufig von ihrer geografischen Lage abgeleitet (Ambohi... = "am Fuße des Hügels"; Anvato... = am Felsen) oder beschreiben die Örtlichkeiten (ala = "Wald", rano = "Wasser"; tanety = "Anhöhe"). Manche Namen wiederholen sich daher landesweit sehr häufig und erhalten dann oft eine Erweiterung für die geografische Lage (z.B. Fenerive-Est). Ranomafana bedeutet "wo es heißes Wasser gibt" und wird auf mehrere Ortschaften Madagaskars angewandt, die heiße Quellen haben.
Geologie
Madagaskars
Erdgeschichtlich war Madagaskar ursprünglich mit
dem afrikanischen Kontinent verbunden und bildete mit der Antarktis,
Australien und Indien zusammen den südlichen Urkontinent Gondwanaland.
Vor 250 Millionen Jahren begann dieser Kontinent auseinanderzubrechen.
Spätestens seit 70 Millionen Jahren ist Madagaskar komplett vom
afrikanischen Kontinent getrennt und konnte sich damit zum Museum
lebender Fossilien entwickeln, wie einige Naturforscher die
Insel bezeichnen.
Madagaskar zeigt eine ungewöhnliche Vielfalt von Oberflächenformen. Im Hochland ragen mächtige Gebirgsmassive auf, der kristalline Sockel der Insel; Granitkuppen und Quarzitrippen finden sich ebenso wie junge Vulkankegel und -krater, von denen heute nur noch wenige aktiv sind. Besonders zu erwähnen sind die vulkanischen Formationen um den Itasy-See im westlichen Hochland etwa 120 km von der Hauptstadt Antnanarivo entfernt. Auch im Norden der Insel finden sich Vulkanlandschaften bei Ankaizina und auf der Insel Nosy Be.
Die Hochflächen sind oft von Steilrändern begrenzt
und zerschnitten. Zum Westen hin bilden sich Schichtstufen, die sich
verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen zuordnen lassen. Der Osten
wird von enggegliedertem Hügelland gebildet, die Küsten von
Dünenketten mit Kliffen, Buchten und Deltamündungen, denen
teilweise Dünenketten vorgelagert sind.
Tektonisch
gehört Madagaskar zur afrikanischen Platte. Ein Riss, der 2.000 km östlich
von Madagaskar durch den Indischen Ozean läuft, trennt die indisch-australische
Platte von der afrikanischen, mit der sie vor 150 Millionen Jahren
noch verbunden war.
Das Grundgebirge, der präkambrische Sockel, ist
im Osten der Insel nicht überdeckt. Er besteht aus Schichten unterschiedlicher
Zusammensetzung: Gneise, Glimmerschiefer, Quarzite, Marmor usw. Edelsteinfunde
sind häufig in Madagaskar.
Weitere Informationen: Hochland - Antananarivo - Osten - Süden - Westen - Norden - Schutzgebiete - Natur

