Menschen, Geschichte, Sprache, Kultur und Landwirtschaft Madagaskars
Die Geschichte Madagaskars
beginnt im
5. Jahrhundert mit der ersten Besiedlung der bis dahin unbewohnten Insel aus dem indonesischen Raum. Bald schon bildet sich eine
einheitliche Landessprache, das malagasy heraus. Traditionell und
religiös sind die Bewohner vom Ahnenkult geprägt. Die überlieferten Naturreligionen werden auch
heute noch von der Mehrheit der Madagassen ausgeübt. Madagaskar hat eine sehr lebendige Musikszene. Die vorwiegend ländliche Bevölkerung betreibt die Landwirtschaft auch heute noch mit einfachsten Anbaumethoden. Die Küche Madagaskars ist vom Reis dominiert.
Die Kultur Madagaskars
ist vielfältig und reicht von Musik, die traditionelle und
moderne Pop- und Tanzmusik umfasst, über das traditionelle Theater,
die hira
gasy, eine Art Sprech- und Erzähltheater, das in ländlichen
Gegenden das Fernsehen ersetzt und die damit verbundene wichtige Redekunst
bis hin bildnerischen Ausdrucksformen in der Bildhauerei und Malerei.
Die Sprache des Inselstaates ist madagassisch (malagasy) und hat sich wahrscheinlich bereits im 11. Jahrhundert als einheitliche Landessprache aus malaiischen Dialekten entwickelt. Christliche Missionare steuerten im neunzehnten Jahrhundert mit der ersten Bibelübersetzung die lateinische Schrift bei, die die bis dahin aus dem arabischen stammende, nur selten verwendete madagassische Schrift (sorabe) ablöste.
Die wichtigsten madagassischen Traditionen sind die Beschneidung der Jungen und der Ahnenkult, der sich am offensichtlichsten im Fest der Totenumwendung (famadihana) manifestiert. Heute noch sind mehr als 50% der Madagassen ihren traditionellen Naturreligionen (mit zanahary als Schöpfergott und Urahne der Madagassen) verbunden, daneben bekennen sich 45% zum Christentum (mit leicht katholischer Dominanz) und 5% sind Muslime. Für alle Madagassen, gleich welchen Glaubens, sind es aber die verstorbenen Ahnen (razana), die die Geschicke der lebenden Nachkommen und Verwandten lenken und die im Leben der Madagassen eine besondere Rolle einnehmen.
Die Geschichte des
Inselstaates ist für die letzten 1000 Jahre durch mündliche Überlieferungen
belegt. Aus zahlreichen kleinen Königreichen entstand im 18. Jahrhundert
das Königreich Madagaskar, das zunächst den Kolonisierungsversuchen
der europäischen Großmächte widerstand. Erst eine französische
Großinvasion, die viele Todesopfer unter den französischen Soldaten
kostete, machte Madagaskar im Jahr 1895 zu einer französischen Kolonie.
Seit 1960 ist Madagaskar wieder unabhängig und eine demokratische
Präsidialrepublik.
Noch
vor etwa 1500 Jahren war die Insel Madagaskar so gut wie unbewohnt.
Heute, 2009, zählt Madagaskar etwas über 20 Millionen Einwohner,
die sich auf 18 größere ethnische
Gruppen und etliche Untergruppen aufteilen. Die Madagassen leben
trotz ihrer ethnischen Vielfalt vor einem kulturell recht einheitlichen
Hintergrund, was Religion, Sprache und Gebräuche angeht.
Der
Grundriss eines madagassischen –› Hauses
ist immer rechteckig, was die Herkunft der Bevölkerung aus
dem asiatischen Raum belegt, während afrikanische Hütten
meist einen runden Grundriss aufweisen. Materialien für den
Hausbau liefert die Natur in Form von Lehm, Holz und Steinen
oder in Form von Blättern oder Stroh für das Dach.
Die Landwirtschaft der großen Insel Madagaskar basiert auf der Selbstversorgung der großteils ländlichen Bevölkerung. Der große Bevölkerungsdruck durch den extremen Kinderreichtum führt zu einer immer weiter zunehmenden Aufteilung und Parzellierung der Ackerflächen und zum Erschließen neuer landwirtschaftlicher Flächen durch Brandrodung.

Die Küche der Insel
ist geprägt durch ihre hauptsächlich von der Landwirtschaft
und Fischerei lebenden Bewohner. Im Mittelpunkt jeder Mahlzeit, sei es morgens,
mittags oder abends steht der Reis (vary) in allen erdenklichen Variationen.
Weitere Informationen: Kultur und Gebräuche - Volksgruppen - Landwirtschaft - Traditionen - Küche

