Madagaskars Tier- und Pflanzenwelt
Madagaskar ist einzigartig! Die meisten der hier vorkommenden 250.000 Arten von Tieren und Pflanzen sind endemisch, also nur in Madagaskar heimisch, was Madagaskar in den Rang eines ökologischen Inselkontinents erhebt, eine Arche Noah der Natur. Besonders spektakulär sind die zahlreichen Lemurenarten, Chamäleons und Isektenarten, aber auch die Baobabwälder des Südens und Westens gehören zu den sehenswerten Naturwundern. Viele Naturparks und Schutzgebiete schützen in allen Landesteilen die letzten unberührten Flächen des Landes. Seit 2007 sind einige Gebiete darüberhinaus als Weltnaturerbe unter besonderen Schutz der UNESCO gestellt worden.
Der kleinste Primat oder das kleinste Chamäleon der Welt, eine Palmenart, die nur alle 100 Jahre einmal blüht... all das ist Madagaskar. Madagaskar
hat eine der höchsten Quoten an Biodiversität in
Fauna und Flora der Welt. Darüberhinaus sind 85% der Pflanzen,
39% der Vögel, 91% der Reptilien, 99% der Amphibien und 100% der
Lemuren in Madagaskar endemisch, kommen also weltweit nur auf der Roten
Insel vor. Diese große Vielfalt ist auf die noch erhaltenen Flächen
der Regenwälder, vor allem im Ostteil der Insel, konzentriert.
Insbesondere die Regenwälder in mittleren Höhenlagen sind
reich an Tier- und Pflanzenarten. In prähistorischen Zeiten waren
die Regenwälder noch ausgedehnter als in der Neuzeit. Seit der
letzten Eiszeit bildeten sich isolierte Waldgebiete, die von breiten Flüssen getrennt waren. Dadurch wurde die Entwicklung einr lokalen gebietstypischen Fauna
begünstigt. Insbesondere die zahlreichen Lemurenarten entwickelten eine lokale Artenvielfalt.
Seit
sich die Insel Madagaskar vor etwa 110 Millionen Jahren vom südlichen
Urkontinent Gondwanaland, der
aus der Antarktis, Australien, Indien und Südafrika bestand, gelöst
hat, konnte sie durch die isolierte Insellage ihre eigene Artenvielfalt
entwickeln. Insbesondere kleinere Urwelttierarten konnten sich durch
die Abwesenheit von Menschen und anderen großen Fleischfressern
ungehindert weiterentwickeln und diversifizieren. Die Biodiversität
dieser biologischen Arche Noah ist heute allerdings stark bedroht.
Die Ausbreitung der Menschen auf der großen Insel, die vor etwa 2500 Jahren bgann
und die damit verbundene Brandrodung und fortschreitende Bodenerosion
haben einen großen Teil der ursprünglichen Vegetation und
Fauna bereits zerstört.
Bereits
in der französischen Kolonialzeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden erste Schutzgebiete.
Darüberhinaus wurden seit 1990 vom madagassischen Staat, vertreten
durch die ANGAP, der staatlichen
Organisation der madagassischen Naturparks (weiter zur Homepage der ANGAP)
mit Unterstützung zahlreicher Umweltorganisationen und der UNESCO
eine Vielzahl von neuen Schutzgebieten geschaffen.
Der Naturschutz gewinnt an zunehmender Bedeutung, insbesondere in Hinblick
auf die Tatsache, dass mit jedem Hektar Urwald, der gerodet wird, tausende
von Arten verschwinden können, die nirgendwo anders auf der Welt
vorkommen.
Laut einer WWF-Studie aus dem Jahre 2011 mit dem Titel: "Treasure Island: New biodiversity on Madagascar (1999 - 2010)" wurden alleine in den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausend in Madagaskar über 615 bislang unbekannte Arten entdeckt, darunter ein Gecko, der seine Hautfarbe ähnlich wie ein Chamäleon dem Hintergrund anpasst. Bislang unbekannt waren auch 385 neu entdeckte Plflanzenarten, darunter eine Fächerpalme, die nur einmal am Ende ihres 100-jährigen Lebens blüht. Die Liste der neuen Arten umfasst weiterhin 42 wirbellose Tiere, 17 Fische, 69 Amphibien und sogar 41 neue Säugetierarten.
Auch
für Paläontologen bietet Madagaskar eine reiche Fundgrube.
Versteinerungen von frühen primitiven Vogelarten und Dinosauriern
gibt es hier ebenso zu entdecken wie mystische moderne Säugetiere
wie den Plesiorycteropus bis
hin zu modernen Riesenvögeln wie dem Elefantenvogel Aepyornis
maximus: der als Vogel Rock aus
vielen Legenden bekannte Riesenvogel war 3 m (!) hoch und starb
erst vor ungefähr 1000 Jahren in Madagaskar aus! Überreste der gewaltigen Vogeleier, die 9 l Volumen fassen konnten, finden sich auch heute noch im Süden der Insel.
Weitere Informationen zu: Pflanzen - Baobabs - Tieren - Lemuren - Schutzgebieten

Buchtipp für Naturforscher: The Natural History of Madagascar. Ein umfassendes Kompendium über die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars auf 1728 Seiten in englischer Sprache. Herausgeber: University of Chicago, 2007. Sprache: englisch.