Der Norden Madagaskars und die Insel Nosy Be
Der fruchtbare Norden ist die heißeste und feuchteste Region Madagaskars mit einem ausgeprägten tropischen Klima und fast täglich wiederkehrenden kurzen Niederschlägen. Die Landschaften im Norden bestehen zu großen Teilen aus Kulturland für Vanille, Zuckerrohr und Kakao. Die Region teilt sich räumlich in den Nordzipfel mit der Provinzhauptstadt Antsiranana in einer riesigen Bucht, die Nordostküste mit ihren Vanilleplantagen und die Nordwestküste mit zahlreichen vorgelagerten Inseln. Die größte der vorgelagerten Inslen ist die berühmte Ferieninsel Nosy Be mit zahlreichen touristische Angeboten. Die ethnischen Gruppen des Nordens sind die der Antankarana und die Tsimehety. Die wichtigsten Schutzgebiete im Norden von Madagaskar sind der Montagne d'Ambre, und das Schutzgebiet von Ankarana, sowie im Nordosten die Nationalparks von Marojejy und Masoala.
Die Provinzhauptstadt der sehr regenreichen und tropisch-heißen Nordprovinz ist die Hafenstadt Antsiranana (alte französische Bezeichnung: Diego-Suarez) am äußersten Nordzipfel Madagaskars nur wenige Kilometer vom madagassischen Nordkap "Cap d'Ambre" gelegen.
Die regionalen Verwaltungbezirke des Nordens haben so klangvolle Namen wie SAVA (Ostküste), DIANA (nördlicher Zipfel von Madagaskar) und SOFIA (südwestlicher Teil der Provinz).
Diégo-Suarez (Antsiranana) ist mit 80.000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Nordens und der drittgrößte Hafen Madagaskars. Weitere große Ortschaften sind Iharana (früher: Vohemar) und die Vanille-Städte Antalaha und Sambava an der Nordostküste und die Verkehrsknotenpunkte Ambanja und Ambilobe als wichtige Subzentren im Landesinneren.
Die kleine, touristisch gut erschlossene Insel Nosy
Be mit ihrer Hauptstadt Hell-Ville (madagassisch: Andoany)
liegt nur wenige Kilometer vor der Nordwestküste im Kanal von
Mozambik.
Die Provinz Diégo-Suarez macht mit 43.000 km² nur rund 8% der Fläche Madagaskars aus und beherbergt nur etwa 10% der Gesamtbevölkerung Madagaskars. Diese kleinste Provinz des Landes erwirtschaftet aber durch die Erzeugung von Vanille, Rum, Kakao und Fischkonserven 30% der nationalen Exporterlöse und gehört dadurch zu den reichsten Gegenden Madagaskars.
Vulkanische Landschaften formen eine Gesamtfläche von 3.500 km² nördlich des Bergmassivs von Tsaratanana. Der größte Vulkan ist der erloschene Montagne d'Ambre mit einem Durchmesser von 35 km und einer Höhe von 1.475 m. Die Region ist übersäht mit Kraterseen. Ab 850 m Höhe sind die vulkanischen Gebiete mit einem dichten Regenwald bedeckt.
Klima
und Landwirtschaft
Die
geografische Lage in relativer Nähe zum Äquator (1400 km südlich
des Äquators) und regelmäßige Niederschläge insbesondere
in den Monaten von Dezember bis März machen den Norden zur fruchtbarsten
Gegend und damit zur tropischen Gewürzkammer Madagaskars. Der
Südost-Ostwind (madagassisch: varatraza) bringt eine hohe Feuchtigkeit
mit fast täglichem Regen, die hohen Durchschnittstemperaturen
(um 25° C) variieren das Jahr über mit ±5° C
nur gering. Die Durchschnittstemperatur der Stadt Diégo-Suarez liegt
bei 27°C. Die Niederschlagsmengen liegen bei 900 mm pro Jahr im äußersten
Norden und steigen mit zunehmendem Relief nach Süden hin stark
an auf 2200 mm Niederschlag in Nosy
Be (vergleichbare Jahreswerte in Deutschland liegen bei weniger
als 10° C Durchschnittstemperatur und unter 900 mm Niederschlag
im Jahresmittel).
Das Sambirano-Becken
im Nordwesten und die benachbarte Insel Nosy
Be haben, obwohl an der sonst trockeneren Westküste gelegen,
klimatisch eine Sonderstellung mit ihrem ausgeprägten immerfeuchten
und fruchtbaren tropischen Klima.
Reis als Grundnahrungsmittel dominiert auch im Norden die Landwirtschaftsflächen. Die 300.000 ha Produktivland werden auf 120.000 ha mit Reis bepflanzt.
Der
Anbau von Zuckerrohr und die Herstellung von Zucker
(madagassisch siramamy) und von Produkten aus Zuckerrohr wie
Rum bildet seit der französichen Kolonialzeit die domierende Industrieproduktion
der Provinz. Die Zuckerfabrik SIRAMA arbeitet vor allem im Nordwesten
in Ambilobe und auf der Insel Nosy Be und baut Zuckerrohr
auf einer Gesamtfläche von fast 7.000 ha an. Die SIRAMA bietet
rund 5.000 Arbeitsplätze und unterhält eine eigene Stadt
gleichen Namens (Sirama westlich von Ambilobe) und
einen eigenen Hafen (Port Saint-Louis) für den Zuckerexport.
Die Jahresproduktion an Zucker beträgt rund 40.000 t.
Ein weiteres wichtiges Exportgut ist die Vanille. Heute kommt ein Großteil der Welternte an Vanille von Plantagen an der nördlichen Ostküste. Die Vanille-Zentren sind die Städte Sambava und Antalaha.
Aber auch Pfeffer und andere Gewürze, Kaffee und Kakao, Kokosprodukte und
nicht zuletzt die Duftpflanze Ylang-Ylang nehmen einen bedeutenden
Teil der Anbauflächen ein. Das Ylang-Ylang-Öl wird aus den
gelben Blüten der Cananga odorata aus der Familie der Anemonengewächse
durch Destillation gewonnen. Das ätherische Öl besitzt einen
exotisch-blumigen Duft und wird vor allem bei der Herstellung hochklassiger
Parfums sowie parfümierter Seifen verwendet.
In der Gegend von Ambilobe werden auf großen Plantagen auch Orangen angepflanzt.
Antsiranana (Diego-Suarez) und das
nördliche Festland von Madagaskar

Antsiranana (manchmal auch Antseranana geschrieben;
alter französischer, heute noch gebräuchlicher Name: Diégo
Suarez, kurz Diego, nach
dem Entdecker Diego Diaz benannt)
ist die große Hafenstadt des Nordens und der drittgrößte
Hafen von Madagaskar. Die Stadt liegt am südlichen Ende einer
immensen Bucht, der Bucht von Diégo
Suarez am äußersten nördlichen Ende von Madagaskar,
mit 250 km² Wasserfläche die zweitgrößte
natürliche Bucht der Welt (nach der Bucht von Rio de Janeiro),
die bereits seit dem 16. Jahrhundert immer wieder von europäischen
und arabischen Seefahrern aber auch von Piraten als natürlicher
Stützpunkt und Schutzhafen benutzt wurde. Der Piratenführer Mission gründete
hier angeblich im siebzehnten Jahrhundert die sagenumwobene Republik Libertalia.
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Antsiranana (früher: Diego-Suarez)
hat etwa 80.000 Einwohner, die sich zusammensetzen aus einem kosmopolitischen
Völkergemisch aus verschiedenen madagassischen Stämmen (Antankarana, Sakalava)
und diversen Einwanderern von den benachbarten Komoren, über Araber,
Chinesen und Inder bis zu Franzosen, die in den verschiedenen Schiffswerften,
in der Fischerei und Konservenfabriken ihren Unterhalt finden.
Antsiranana bietet
eine gute Auswahl an Restaurants, davon viele italienische und französische,
und Hotels in allen Preisklassen. Das sehr gut ausgestattete Hotel Le
Colbert (Tel.: 00261-8223289) in der Rue Colbert, der Hauptstraße
der Stadt, bietet komfortable, klimatisierte Zimmer (35 €) und
vermittelt Ausflüge in die Umgebung im hauseigenen Reisebüro "Cap
Nord Voyages". Im Jahre 2005 neu entstanden sind zwei Luxushotels,
das Grand Hotel ( –› www.grand-hotel-diego.com)
in der Rue Colbert im Zentrum von Diego mit Swimming-Pool und das Alamanda an
der Küste in der Nähe des Hafens, fünf Gehminuten vom
Stadtzentrum (beide ab 90€ pro Zimmer). Hotelliste des Tourismusbüros
in Diego und der Region: –› www.hotels-diego.com.
Am
nordwestlichen Ende der Stadt befindet sich der Joffre-Platz, von dem
aus man einen guten Blick auf die Bucht
von Diego hat (vom nördlichen Ende der Rue Colbert 100
m nach links gehen).
Folgende Ausflugsziele können von Antsiranana (Diego-Suarez) aus im Rahmen eines Tagesausfluges gut erreicht werden:
- der Strand von Ramena, 20 km östlich von Antsiranana im gleichnamigen Fischerdorf an der Einfahrt zur Bucht von Diego Suarez. Mehrere Hotels, wie das Hotel Ramena Nofy bieten hier Zimmer und Bungalows für längere Aufenthalte; Ausflugsmöglichkeiten mit dem Boot in die Bucht von Diego und das Mer d'Emeraude mit seinen kleinen Tropeninseln Nosy Antaly Be, Nosy Suarez und Nosy Diego vor der Nordostküste;
32 km südlich von Antsiranana liegt der Ort Joffreville in
800 m Höhe am Schutzgebiet Montagne
d'Ambre. Der 18.200 ha große Nationalpark erstreckt
sich über zwei Bergrücken in einer Höhe zwischen 850
m und 1475 m und integriert den Foret
d'Ambre. Das Schutzgebiet ist gut von Antsiranana aus zu erreichen.
Ein Besuch ist absolut empfehlenswert. (weitere Informationen zum –› Schutzgebiet
Montagne d'Ambre) - 75 km südlich von Diego Suarez befindet sich der kleine Ort Anivorano, von dem aus man zu Fuß zum heiligen See von Antanavo wandern kann;
- 89 km südlich von Diego-Suarez liegt der Ort Ambrondromifehi, der berühmt wurde durch seine zahlreichen Saphirfunde; innerhalb weniger Jahre wuchs die Einwohnerzahl dieses Ortes von 26 auf heute 30.000 an;
- Der Naturpark von Ankarana mit den berühmten Tsingys liegt etwa 120 km entfernt an der Straße nach Süden in Richtung Ambanja; der Zugang zum Park befindet sich in der kleinen Ortschaft Mahamasina (weitere Informationen zum –› Schutzgebiet von Ankarana).
SAVA: der Nordosten und die Vanilleküste

Als SAVA wird die Region des
nordöstlichen Küstenabschnitts Madagaskars bzeichnet. SAVA setzt sich zusammen aus den Namen der vier Subzentren Sambava, Antalaha, Vohemar und Andapa. Das SAVA ist das Zentrum
des Vanilleanbaus in Madagaskar, der oft in Kombination mit Kokosplantagen betrieben
wird. Die eigentlichen Vanillezentren sind die kleinen Städte Sambava und Antalaha.
In den Monaten Juni bis August werden die Vanilleschoten geerntet und
getrocknet. (mehr Informationen über Vanille)
Der nordöstliche Küstenort Vohemar (madagassischer Name Iharana) ist eine Siedlung, die sich auf das 10. Jahrhundert zurückfürhen lässt. Der Name Vohemar lässt sich sowohl mit "viele Dörfer" als auch mit "viele Skelette" übersetzen. Die zweite Bedeutung ist ein Hinweis auf die großen Totenstädte, die sich hier finden. Ein kleiner Hafen gestattet Ausflüge auf das Meer. 7 km südlich von Vohemar befindet sich der Andranotsara-See mit seinen heiligen Krokodilen. 200 m östlich des Hafens befindet sich das Hotel Sol y Mar.
Sambava liegt etwa 200 km südlich von Vohemar an der Nordostküste und ist die Hauptstadt des madagassischen Vanille-Anbaus. Die Küstenstadt liegt an der Einmündung dreier Flüsse. Eine 4761 ha große Kokospalmenplantage erstreckt sich über 60 km entlang der der Küste des Indischen Ozeans südlich und nördlich von Sambava. Dienstags findet in Sambava ein großer bunter Wochenmarkt iIm Ortsteil von Antaimby statt. Sambava besitzt auch schöne Strände.
Antalaha ist die südlichste Vanillestadt am Indischen Ozean und liegt etwa 80 km südlich von Sambava. Die starke Brandung macht hier das Baden unmöglich. Trotzdem machen sich hier jeden Morgen kleine Fischerboote auf, die gegen die Brandung ankämpfen. Antalaha ist Ausgangspunkt für ausgedehnte Trekking-Touren in Richtung Süden zum Ost-Kap Madagaskars und in das Schutzgebiet von Masoala auf der gleichnamigen Halbinsel.
Südlich
und westlich von Antalaha liegen
die großen Naturschutzgebiete von Marojejy, Anjanaharibe und Masoala.
Der Nationalpark von Marojejy liegt auf einem Bergrücken im Landesinnern in der Nähe der Ortschaft Andapa und erstreckt sich über 60.150 ha Fläche auf Höhenlagen zwischen 75 m und 2133 m. Das schwer zugängliche Felsmassiv gehört zu den regenreichsten und am schwersten zugänglichen Gebieten Madagaskars. (weitere Informationen –› zum Marojejy Nationalpark). Die Ortschaft Andapa liegt etwa 50 km von der Küste und 110 km von Sambava entfernt im Landesinneren und ist Ausgangspunkt für Expeditionen in die Schutzgebiete von Marojejy und Anjanaharibe. Andapa bedeutet "Kommandoposten" und ist die Reiskammer des Nordens mit ca. 13.000 ha Anbaufläche. Eine schöne Bergstraße verbindet Andaba mit der Küstenstadt Sambava. Die Strecke führt durch das Schutzgebiet von Marojejy entlang des Flusse Lokoho. Das Schutzgebiet von Anjanaharibe liegt 40 km südwestlich von Andapa an dere Straße nach Bealanana. Hier finden sich die nördlichsten Indri-Indri-Populationen der berühmete und seltene weiße Seidensifaka "Simpona". Der Nationalpark von Marojejy ist der majestetischste aller Berg-Regenwälder von Madagaskar. Der "heilige Berg" liegt wzischen Andapa und Sambava und umfasst 5 verschiedenene Regenwaldtypen.
Der Nordostküste mündet südlich der Vanillestadt Antalaha in die Halbinsel von Masoala mit dem gleichnamigen großen Schutzgebiet an der Bucht von Antongil. Auf dem Landweg ist dieser Küstenabschnitt von Norden aus nur schwierig zu erreichen. Die einzige Verbindungstraße verläuft von Antsiranana aus über Ambilobe in Küstennähe, oft auf Sandpisten, über Vohémar, Sambava bis nach Antalaha. (weitere Informationen zum –› Masoala Nationalpark)
Touristisch ist diese attraktive Gegend Madagaskars kaum
erschlossen und bietet nur wenige Hotels und Restaurants, auch wenn
Sambava und Antalaha durch einen kleinen Flughäfen mit der Hauptstadt
verbunden sind und auch auf dem Landwege von Diego Suarez aus gut zu
erreichen ist. Hotelempfehlungen des madagassischen Tourismusbüros: –› Hotels
in Antalaha und Hotels
in Sambava.
Der Nationalpark von Masoala ist das größte Schutzgebiet Madagaskars und liegt südlich von Antalaha auf der Halbinsel von Masoala. Das Gebiet ist auch von der südlich des Parks gelegenen Ortschaft Maroantsetra aus zu erreichen. Das Schutzgebiet umfasst 230.000 ha auf der Halbinsel von Masoala und bietet eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. In der Bucht, die von der Halbinsel von Masoala gebildet wird, liegt die Insel Nosy Mangabe, ein Naturreservat von 520 ha, dass ebenfalls zum Nationalpark von Masoala gehört. Hier lebt der skurilste aller Lemuren, der seltene Aye-Aye. (weitere Informationen –› zum Masoala Nationalpark)
SOFIA: Der Nordwesten von Madagaskar
Eine Möglichkeit, die Landschaften des Nordens kennenzulernen, ist die Fahrt auf der gut ausgebauten Straße von Antsiranana nach Nosy Be, inklusive Überfahrt nach Nosy Be mit Hilfe einer Fähre von Ankify aus. Für eine Strecke muss man ungefähr 5 Stunden Fahrzeit auf dem Festland und 1 Stunde Überfahrt mit dem Boot nach Nosy Be rechnen. Wenn man weitere 5 Stunden einplant, kann man auch einen Abstecher zur Vanille-Küste über Iharana nach Sambava und Antalaha machen.
Ambilobe ("da
wo es viele Plantagen gibt") liegt im Flusstal des Mahavavy etwa
100 km südlich von Diego Suarez. Der Ort liegt inmitten von Zuckorrohr-Plantagen
und ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark
von Ankarana, mit zwei großen Attraktionen, den weltberühmten Tsingys,
erodiertes Karstgestein, das bis zu 20m hohe Nadeltürme ausbildet,
und den Grotten des Ankarana-Bergmassivs,
die eine Gesamtlänge von 120 km haben. Dieser mystische Ort ist
mit vielen rituellen Verboten belegt. (weitere Informationen zum –› Ankarana
Nationalpark)
Ambanja liegt
etwas landeinwärts an der Mündung des Flusses Sambirano gegenüber
der Insel Nosy Be. Die Region um Ambanja ist berühmt für
ihr Mikroklima mit fast täglich zur Nachtzeit wiederkehrenden
Niederschlägen. Ideale Bedingungen für den Anbau von Kakao
und Ylang-Ylang, die hier im großen Stil angebaut werden. Mehrere
einfache Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Ort.
In der Nähe der Bootsanlegestelle der Fährboote vom madagassischen Festland zur Insel Nosy Be, in der Ortschaft Douany, die zu Ankifiy gehört, gibt es das Bungalow-Hotel Baobab und noch eine handvoll weiterer kleiner Hotels.
Seit 2009 gibt hier auch ein neues Öko-Hotel, das Eden-Lodge .
Die
Insel Nosy Be und ihre Nachbarinseln

Die
Insel Nosy Be ("die große Insel") vor
der Nordwestküste Madagaskars ist die tropische Trauminsel par
excellence. Mit 20 km Nord-Süd- und ebenfalls etwa 20 km West-Ost-Ausdehnung
bietet die Insel verschiedene Naturattraktionen und Schutzgebiete ebenso
wie mehrere Hotelanlagen in allen Preisklassen mit Tauch- und Ausflugsmöglichkeiten
zu den Nachbarinseln und auf das madagassische Festland.
Im 17. Jahrhundert hieß die Insel Nosy Be noch Assada. Die vulkanische Insel hat rund 60.000 Einwohner und eine Fläche von 300 km² mit einer höchsten Erhebung (Mont Lokone) auf 450 m. Der Abstand der Insel zum madagassischen Festland beträgt 8 Kilometer. Mehrere kleinere Inseln liegen in unmittelbarer Nähe und können bequem mit Booten erreicht werden wie Nosy Komba, Nosy Mitsio, Nosy Sakatia und Nosy Tanikely.
Nosy Be wird auch
Duftinsel genannt. Bereits nach der Landung im Flughafen Fascene ist
der Besucher eingehüllt in eine Wolke aus Düften nach Kaffee,
Kakao, Vanille, Zimt und Zuckerrohr, die hier großflächig
angebaut werden. Elf, von Krokodilen bewohnte Vulkanseen gibt es in
Nosy Be, die ein großes Wasserreservoir bilden, das unter anderem
für die Bewässerung der Agrarflächen verwendet wird.
In der Haupt- und Hafenstadt Andoany (nach einem französischen Admiral üblicherweise als Hell Ville bezeichnet), in der mehr als die Hälfte der Einwohner von Nosy Be leben, gibt es immer noch Häuser aus der Kolonialzeit. Außerdem bietet der Ort eine Reihe von Diskotheken und Restaurants. Der kleine Hafen von Hell Ville heißt Ambariovato und liegt am südöstlichen Ende des kleinen Ortes.
Im Fischerdorf Ambatoloaka 11 km westlich von Hell
Ville kann man das ursprüngliche Leben der Fischer bobachten.
Der Strand von Ambatoloaka ist
der berühmteste und animierteste von Nosy Be.
Der Ort Dzamandjary an der Westküste von Nosy Be trägt den Namen des gleichnamigen Rums, der dort erzeugt wird. Die Zuckerfabrik und Rumbrennerei von Dzamandzary können unter der Woche täglich bis 16h besichtigt werden. Andilana im Nordwesten der Insel hat ebenfalls einen Traumstrand.
Es gibt viele Tauchmöglichkeiten in Nosy Be und den umliegenden kleinen Inseln mit ihren riesigen Korallenfiffen.
Touristisch
schon seit langem sehr gut erschlossen bietet die Insel Nosy Be alles,
was einen komfortablen und interessanten Aufenthalt möglich macht:
einen eigenen Flughafen, der einmal pro Woche von Mailand angeflogen
wird, eine große Anzahl gut geführter Hotels in allen Preisklassen
(teilweise auch mit Klimaanlage), traumhafte Strände, Schnorchel-
und Tauchmöglichkeiten, Naturparks im Inneren der Insel mit sieben
heiligen Kraterseen und nicht zuletzt Ausflugsmöglichkeiten zu
den teilweise unbewohnten Nachbarinseln und auf das Festland von Madagaskar.
Lohnenswerte Ausflugsziele sind:
- Nosy Komba, (auf madagassisch Nosy Ambariovato) ein Kraterkegel mit 5 km Durchmesser zwischen Nosy Be und dem Festland, wo man zahmen Lemuren (Eulemur macaco) begegnen kann; die Insel bietet einige Übernachtungsmöglichkteiten und kleine Hotels;
- Nosy Tanikely, winzige Insel mit Leuchtturm, ein Tauch- und Schnorchelparadies;
- Nosy Lava, ebenfalls ein Leuchtturmstandort, mit drei kleinen Dörfern und den Königsgräbern der Sakalava Könige; der Zugang zu dieser Insel ist stark reglementiert.
- Ankify ist die Anlegestelle der Fähren zum auf dem madagassischen Festland; nahegelegenes Hotel: Baobab; 15 km bis zur Ortschaft Ambanja, von wo aus man Ausflüge in die Schutzgebiete im Norden von Madagaskar unternehmen kann.
Im Südosten der Insel Nosy Be, 7 km östlich von Hellville, befindet das Naturreservat von Lokobe mit einer Fläche von 740 ha, das immer noch die ursprüngliche Vegetation der kleinen Insel bewahrt hat. Eine besondere Attraktion sind die Riesenbäume Canarium madagascariense und Potameia crassifolia, die Höhen von 40 m erreichen.
Insel Tsarabanjina (Mitsio Archipel)
Wer
von Luxus-Urlaub auf einer privaten Tropeninsel träumt, der kann
auch das erleben. Die winzige Insel Tsarabanjina liegt etwa
65 km von Nosy-Bé entfernt in Richtung Norden. Sie gehört
zu den idyllischen Inseln des Mitsio-Archipels, ist im Landesinnneren
hügelig und an der Küste von feinen Sandstränden gesäumt.
Auf der grünen Insel leben unzählige Vögel, und ein
schützendes Riff macht die Region zum Traumziel für Wassersportler.
Tsarabanjina gehört zur Constance-Gruppe aus Mauritius und bietet 21 strohgedeckte Bungalows für je 2 Personen. Tsrabanjina ist von Nosy Bé aus in neunzig Minuten mit dem Schnellboot zu erreichen. Hoteladresse und Informationen: CONSTANCE TSARABANJINA ISLAND, Website: –› www.tsarabanjina.com
Die ethnischen Gruppen des Nordens
Die Bewohner des Nordteils Madagaskars sind die Antankarana "die vom Felsen", ein kleiner Stamm von Hirtenbauern am nördlichsten Zipfel Madagaskars in der Gegend südwestlich von Antsiranana bis hinunter nach Ambilobe. Die Antankarana stammen von einer Gruppe ab, die sich durch Emigration im 18. Jahrhundert von den südlicheren Sakalava abgespalten hat und heute zu 85% islamischen Glaubens ist. Unter ihrem König Tsimiharo I bildeten sie ein eigenes Königreich mit dem Ort Ambatoharanana als Hauptstadt. Sie verehren auch heute noch Naturheiligtümer. das größte Fest nennt sich Tsanga-Tsainy, das alle 5 Jahre in Ambatoharanana stattfindet und bei dem ein großer Mast errichtet wird zur Verehrung der Ahnen. Anschließend wird eine Massenbeschneidung aller inzwischen Neugeborenen durchgeführt. Die Antankarana haben sich schon früh im 19. Jahrhundert mit den Franzosen verbündet, gegen die Übermacht der Zentralmacht der Merina.
Die Tsimihety "die sich nie die Haare schneiden” sind ein großer Volksstamm im zentralen Norden in der Gegend von Mandritsara aus Viehzüchtern und Reisbauern.
Weitere Informationen: Nationalparks - Ethnische Gruppen - Pflanzen - Tiere

