Fischerboot, MadagaskarHaus im Hochland von MadagaskarWeg im Hochland von MadagaskarBaobab Allee im Osten von Madagaskar
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Tipps und praktische Informationen für eine Reise nach Madagaskar

Für die Einreise nach Madagaskar benötigt der europäische Besucher ein Visum. Auch für die Ausreise sind Regeln zu beachten. Zahlreiche Transportmittel stehen im Lande zur Verfügung. Das Geld Madagaskars ist der Ariary. Ein gut ausgebautes mobiles Telefonnetz ist vorhanden. Ein wichtiger Punkt ist die Gesundheit und die Vorsorge, die man vor Antritt einer Reise treffen sollte. Wir haben auch einige Praktische Tipps für den Alltag zusammengestellt.

Fischerboot Madagaskar im SüdenWichtiger Punkt der Reiseplanung sind die Zeit und die finanziellen Mittel, die für die Reise zur Verfügung stehen. Eine Zehn-Tage-Reise, die die wichtigsten Attraktionen des Landes beinhaltet, kann man leicht komplett von Europa aus buchen. Sie kann - abgesehen vom Flug - um ein Vielfaches teurer werden als ein Drei- oder Vierwochentrip, den man selber vor Ort mit lokalen Angeboten und Verkehrsmitteln organisiert. Um die große Insel Madagaskar gut kennenzulernen, ist eine Reisedauer von mindestens drei Wochen zu empfehlen. Je mehr man selber vor Ort organisieren möchte, desto mehr Zeit sollte man einplanen. (Einige Vorschläge für Reiseanbieter...)

 

Aktuelle Buchtipps für eine Reise nach Madagaskar

Überarbeitete Neuauflage (Sept. 2009) des Reiseführers der beiden Madagaskarspezialisten Wolfgang Därr und Klaus Heimer; hervorragend recherchiert, ausführlich und detailreich; mit vielen Abbildungen und Karten (670 Seiten) Landkarte von Madagaskar 1 : 1.200.000: GPS-tauglich. Klassifiziertes Straßennetz; mit allen wirchtigen Naturparks. Gradnetz und Ortsindex. Reiß- und wasserfest. Kleiner Sprachführer für die Reise und Einführung in die madagassishce Sprache von Helena Ravoson

nach obenEinreise nach Madagaskar

Flughafen Ivato in Antananarivo, MadagaskarEin Touristenvisum für einen Monat erhält der europäische Reisende problemlos bei der Einreise am Flughafen von Antananarivo. Hierfür notwendig: ein noch für mindestens sechs Monate gültiger Reisepass und ein Rückflugticket. Man kann sich sein Visum auch vor Abflug bei der madagassischen –› Botschaft in Berlin oder bei einem Honararkonsul ausstellen lassen. Die Adresse: 14612 Falkensee, Seepromenade 92, Tel. 03322-23140.

ACHTUNG SONDERREGELUNG GRATIS-VISUM FÜR MADAGASKAR: Madagaskar verzichtet auch weiterhin auf die Visumgebühr für Touristen, Geschäftsreisende oder sonstige Gäste, die nicht länger als 30 Tage auf der Insel im Indischen Ozean bleiben. Wer bis zu zwei Monate auf Madagaskar bleibt, muss für das Visum umgerechnet etwa 35 Euro bezahlen, während für bis zu drei Monate rund 50 Euro fällig werden.

Weitere Informationen über die Vertretungen und Konsulate der Republik Madagaskar in Deutschland (München, Düsseldorf, Hamburg) findet man auf der Homepage des –› Auswärtigen Amtes in Berlin.

Praktischer Tipp: nach der Landung bildet sich immer ein riesiger Pulk von Menschen bei der Passkontrolle. Hier darauf achten, dass man in der richtigen Schlange steht: mit Visa ("avec Visa") oder ohne Visa ("sans Visa"). Wenn man sein Visum bei der Einreise ausstellen lassen will, muss man, bevor man sich in der Schlange "sans visa" anstellt, zuerst die Visa-Gebühren bei einem kleinen Schalter gleich rechts vom Eingang der Ankunftshalle bezahlen (siehe auch Sonderregelung im gelben Kasten).

Für die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt oder in eines der umliegenden Hotels stehen vor dem Flughafen Taxis zur Verfügung. Für die Fahrt in den Innenstadt von Antananarivo werden recht hohe Einheitspreise verrechnet. Taximeter gibt es in madagassischen Taxis nicht, daher immer vor Antritt der Fahrt nach den Preisen fragen.

nach obenAusreise aus Madagaskar

Für gewisse Kultgegenstände, Kunsthandwerk, Halbedelsteine, tote Schmetterlinge, Schmuck und Edelsteine (bis 250 g frei, mit Bewilligung bis max. 2 kg), Vanille (bis 2 kg frei) usw. wird für die Ausreise eine Genehmigung "autorisation d'exportation" benötigt, die man immer beim Kauf erfragen sollte.

Verboten ist die Ausfuhr von lebenden Tieren wie Chamäleons, Lemuren, Schlangen, Schildkröten, Vögeln und Krokodilen sowie Pflanzen wie Didiereaceen, Pachypodien und Euphorbien aller Art. Das Verbot betrifft auch ausgestopfte Tiere.

Wertgegenstände, die bei der Einreise nach Madagaskar vom Zoll erfasst wurden (Videokameras, Computer usw.), müssen bei der Ausreise wieder vorgezeigt werden, da sonst von einer steuerpflichtigen Einfuhr nach Madagaskar ausgegangen wird.

nach obenTransportmittel in Madagaskar

Die Entfernungen in Madagaskar sind riesig. Nicht nur, dass Madagaskar 1,5 mal so groß wie Deutschland ist, es ist auch straßentechnisch nur auf wenigen Hauptverkehrsachsen einigermaßen gut erschlossen. Selbst auf sehr gut ausgebauten Straßen muss man von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 50 km/h ausgehen, auf Nebenstrecken liegt man bei etwa 15 bis 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, gute Wetterverhältnisse vorausgesetzt. Deshalb verlangt die Transportinfrastruktur der großen Insel Madagaskar dem Reisenden viel Geduld und Zeit ab. Das Straßennetz besteht zu 90% aus nicht befestigten Verbindungen, also aus holprigen Sand- und Lehmpisten, die nur während der Trockenzeit (März bis November) gut passierbar sind.

Gut ausgebaut sind die Hauptachsen von Antananarivo Richtung Osten nach Tamatave, nach Norden Richtung Mahajanga, nach Süden Richtung Fianarantsoa und dann weiter an die Westküste nach Toliara. Wer keine Zeit verlieren will, wird große Entfernungen immer im Flugzeug im gut ausgebauten Inlandsflugnetz zurücklegen.

Inlandsflüge

Air Madagaskar bietet Inlandsflüge in alle großen Ortschaften Madagaskars an, die auch jeweils vor Ort in den lokalen Vertretungen von Air Madagaskar gebucht werden können. Achtung: viele kleinere Flughäfen werden nur einmal pro Woche angeflogen! Hier ist eine Reservierung im voraus unbedingt zu empfehlen. da die Flüge häufig ausgebucht sind.

Flüge für das dicht ausgebaute Inlandsflugnetz bietet Air Madagascar bei Vorausbuchung in Europa bis zu 50% billiger an als vor Ort, vorausgesetzt, man hat sich für ein Flugticket dieser Gesellschaft nach Madagaskar entschieden. Die einfachen Inlandsflüge kosten regulär zwischen 80 EUR und 150 EUR. Flugtickets können in allen größeren Orten mit Flughafen gekauft werden. Wichtiger Hinweis: die Rückflugtickets sollten vor Antritt des Rückfluges von Air Madagaskar in der jeweils vor Ort befindlichen Agentur bestätigt (réconfirmation) werden.

Mietwagen

Wer mit dem Auto reisen möchte, sollte wegen der oft schlechten Straßenverhältnisse auf ein Abenteuer vorbereitet sein. Einen Wagen mietet man in Madagaskar immer mit Fahrer. Der Chauffeur ist auch gleichzeitig Automechaniker und Fremdenführer, beides auf langen Strecken unabdingbar. Auch viele Taxi-Fahrer stellen ihre Fahrzeuge gerne für längere Strecken zur Verfügung. Für einen einfachen PKW in gutem Zustand liegen die Preise ab 50 EUR pro Tag zuzüglich Benzin. Vor der Abfahrt sollte man klären, wer für Unterkunft und Verpflegung des Fahrers aufkommt. In der Regel schlafen die Chauffeure in ihren Fahrzeugen und verpflegen sich selber.

Außer für Fahrten auf den inzwischen gut ausgebauten Hauptstrecken, die die Hauptstadt Antananarivo mit dem Norden, Osten, Westen und Süden verbinden, wird solider Allradantrieb benötigt (4x4 auf französisch kurz quatre-quatre). Die Preise hierfür liegen bei ca. 100 EUR pro Tag zuzüglich Benzin. Reiseangenturen vor Ort oder Hotels können bei der Suche nach einem Fahrzeug weiterhelfen.

Lokale Transportmittel

Transportkarren im Hochland von MadagaskarIn Antananarivo verkehren Kleinbusse (meist umgebaute Kleintransporter), die die Innenstadt und die Vororte anfahren. Dies ist die billigste, aber wegen der Enge in den kleinen Bussen auch die unbequemste Art sich fortzubewegen. Einen Fahrplan gibt es nicht, aber die Busse sind nach Strecken nummeriert, was das Zurückfinden erleichtert. Bezahlt wird im Bus pro Fahrt.

Taxis findet man überall in Madagaskar, nicht selten Automodelle aus den siebziger Jahren (viele Renault R4!). Der Preis muss vor Antritt der Fahrt ausgehandelt werden. (Fahrten innerhalb der Stadt 1 bis 3 Euro inkl. Touristenzuschlag).

poussepousse posiposy in AntsirabeAußer in Antananarivo finden sich in den größeren madagassischen Städten auch die sogenannten posiposy (vom französischen "pousse pousse" abgeleitet) für den Personentransport. Diese klassischen Rikschas werden vom Chauffeur zu Fuß gezogen. Mittlerweile nimmt aber die Zahl der Fahrradrikschas zu. Der Fahrpreis ist vor Antritt der Fahrt auszuhandeln. Hier muss man mit einem saftigen Touristenzuschlag rechnen; während Einheimische für 10 - 20 Cent befördert werden, dürfen Touristen schon mal umgerechnet 1 bis 2 Euro bezahlen. Also die Fahrpreise gut aushandeln und immer erst nach Erreichen des Fahrzieles bezahlen.

Taxi Brousse MadagaskarTaxi Brousses (Buschtaxis) sind die gängigen und populären Überlandverbindungen für den madagassischen Personentransport. Alle an einigermaßen ausgebauten Straßen liegenden Ortschaften können mit den Taxi Brousse erreicht werden. Aber die lange Fahrt ist wegen der Enge in den kleinen Fahrzeugen kein Vergnügen. Dafür kann man aber für rund 5 bis 10 Euro mehrere 100 km Strecke zurücklegen und zum Beispiel von Antananarivo bis Tamatave fahren. Jeder größere Zielort verfügt über eine zentrale Busstation. In Hauptstadt Antananarivo gibt mehrere Busstationen jeweils an den großen Straßenachsen in Richtung Osten, Westen, Norden oder Süden. Achtung: Die Kleinbusse fahren immer erst los, wenn alle Plätz besetzt sind, also genügend Zeitreserven einplanen.

nach obenReisezeit und Klima

Klimatische Bedingungen

Fischerboot, Morondava, MadagaskarMadagaskar ist generell tropisch heiß. Durch die Nähe zum Äquator ist die Sonneneinstrahlung in der Tagesmitte immer extrem intensiv. Eine Kopfbedeckung ist das wichtigste Kleidungsstück. Das lokale Klima wird bestimmt durch die Höhenlage, den Monsun und die Nähe zum Meer.

In den Monaten von Dezember bis März überzieht eine Regen- und Sturmzeit die ganze Insel, die sich besonders stark im Osten und Norden bemerkbar macht. Diese Regionen sind auch im Rest des Jahres durchgehenden, aber weniger starken Niederschlägen ausgesetzt. Das Hochland hat ein gemäßigteres Klima mit einem recht "kühlen" Winter (kein Frost) in den Monaten Mai bis August. Der Westen und Süden ist durchgehend trocken, vereinzelte Stürme können in der Zeit von Dezember bis Februar auftreten.

In den Monaten November bis März liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Hochland bei 25°C, an der Küste zwischen 30°C und 40°C. Vorsicht vor Wirbelstürmen an der Ostküste in dieser Periode! Die Zyklone verwüsten regelmäßig ganze Regionen. Die Trockenzeit von April bis Oktober (madagassischer Winter) eignet sich gut für Fahrten auf dem madagassischen Nebenstreckennetz mit unbefestigten Sand- oder Lehmpisten. An der Südküste herrscht um diese Zeit trockenes, fast europäisches Sommerwetter.

Zeit und Zeitgefühl

Der Madagasse auf dem Lande steht mit der Sonne auf und geht bei Dunkelheit schlafen. Nur in den größeren Ortschaften - mit Straßenbeleuchtung - oder touristischen Zentren hat sich die Bevölkerung dem modernen nach hinten verschobenen Großstadtrhytmus mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Nachtleben angepasst.

Durch die Nähe zum Äquator sind die Tage und Nächte in Madagaskar über das Jahr fast immer ungefähr gleich lang, 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht. Die Dämmerung in den Tropen ist kurz. Auch im Sommer ist es spätestens um 18:30 Uhr dunkel. Hektik und Stress sind außerhalb der Hauptstadt Antananarivo unbekannt.

Zeitzone und Zeitverschiebung

Die Zeit ist gegenüber der mitterleuropäischen Zeit um plus 2 Stunden im Winter und während der europäischen Sommerzeit um plus 1 Stunde verschoben: 12 Uhr in Deutschland = 13 bzw. 14 Uhr in Madagaskar.

nach obenNaturparks und Schutzgebiete von Madagaskar

Nationalpark Andasibe MadagaskarViele Besucher Madagaskars kommen wegen der einzigartigen Fauna und Flora in das Land. Empfehlenswert für einen Besuch sind im Allgemeinen die Nationalparks, aber auch einige private Einrichtungen. Die integralen Schutzgebiete und spezialisierten Reservate sind für den Touristen in der Regel nicht zugänglich und oft auch nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen. Weitere Infomationen zu den Schutzgebieten hier.

In allen Naturparks Madagaskars muss ein Eintrittsgeld entrichtet werden, das zum Unterhalt und Schutz der Anlagen dient. In den meisten Schutzgebieten ist ein Führer (guide) Pflicht, der manchmal extra bezahlt werden muss. Die über 50 staatlichen Naturparks werden von der madgassischen ANGAP verwaltet, die wiederum eng mit internationalen Organisationen wie dem WWW zusammenarbeitet.

nach obenGeld

Seit August 2002 heißt die Währung Ariary: 1 EURO = ca. 2.800 Ariary. Im Alltag rechnet man aber immer noch häufig in der vorhergehenden Währung "FMG" (Franc Malgache). Der FMG steht im festen Verhältnis von 5:1 zum Ariary (1 EUR = 14.000 FMG = 2.800 Ariary). Deshalb ist es auch heute noch ratsam, immer nachzufragen, ob es sich bei den angegebenen Preisen um FMG oder Ariary handelt. Sonst riskiert man 5x soviel zu zahlen. In Hotels und Restaurants mit fixen Preislisten kann man davon ausgehen, dass die Preise in Ariary angegeben sind. Bei Straßenhändlern sollte man lieber nachfragen, wenn einem der Preis zu hoch vorkommt. Dann könnte es sich um eine Preisangabe in FMG handeln.

Die mit dem Ariary eingeführten Geldscheine gibt es als 200- (8 €-Cent), 500- (20 €-Cent), 1000- (40 €-Cent), 2000- (= 1 Euro), 5000- (= 2 Euro) und 10.000-Ariary (4 Euro) Banknoten. Münzen sind ebenfalls im Umlauf und haben Werte zwischen 1 FMG (0,2 Ariary = 0,001 €-Cent) und 50 Ariary (2 €-Cent).

Ariary BanknotenDevisen umtauschen kann man in allen Banken (z.B. Bank of Africa, BNI, BFV, BMOI), spezialisierten Agenturen (z.B. SOCIMAD) oder auch auf dem Schwarzmarkt (Vorteil: keine Gebühren, aber meist ein etwas schlechterer Wechselkurs). Madagaskar ist ein Land der Händler ohne Wechselgeld. Mit "großen" Geldscheinen von 5.000 Ariary (2 Euro) oder gar 10.000 Ariary (4 Euro) sind viele schon überfordert. Achten Sie darauf, dass Sie beim Umtausch auch einige kleine Scheine erhalten.

Geldautomaten sind mittlerweile in allen Städten in größeren Bankfilialen installiert. Mit einer Kreditkarte mit PIN-Code kann man hier maximal 400.000 Ariary (ca. 140 Euro) pro Abhebung bekommen.

Kreditkarten (Visa ist etwas weiter verbreitet als die Eurocard) werden als Zahlungsmittel nicht akzeptiert, da die Festnetz-Telefonleitungen häufig nicht funktionieren und damit eine Überprüfung der Karten unmöglich machen. Der Geldumtausch mit Kreditkarte kann in kleinen Banken auf dem Lande eine längere Prozedur auslösen, funktioniert aber in der Regel nach Vorlage eines Reisepasses innerhalb von 24 Stunden! Die Eurocard/Mastercard wird allerdings nur von der BNI akzeptiert. Visa ist bei den meisten anderen Banken bekannt und kann zum Geldumtausch genutzt werden.

Bei der Ausreise darf man nicht mehr als 500.000 Ariary (umgerechnet 200 Euro) mit sich führen. Der Rücktausch von Ariary in Euro ist nur in Antananarivo möglich!

Armut

Bauern im Hochland von MadagaskarDer große Teil der madagassischen Bevölkerung lebt weit unterhalb der Armutsgrenze, die von der Unesco bei weniger als 1 Dollar Einkommen pro Tag festgelegt wurde. 1 Euro stellt für die arme Bevölkerung einen Betrag dar, für den ein Erwachsener 1 Tag hart arbeiten muss, wenn er dann überhaupt einmal eine Arbeit hat. 1 Euro ist außerdem ein Betrag, von dem eine vielköpfige Familie einen ganzen Tag leben muss. Dies sollte man insbesondere beim Antreffen von bettelnden Kindern berücksichtigen, denen man, wenn überhaupt, besser Nahrungsmittel oder Kugelschreiber schenkt als Geld.

Ein Patentrezept gegen penetrante Bettler und Straßenhändler, die es besonders auf Ausländer abgesehen haben und die man insbesondere in Antananarivo antreffen kann, gibt es nicht. Hier sollte man auf jeden Fall große Vorsicht walten lassen, da im Umfeld der Straßenbettler auch häufig Taschendiebe anzutreffen sind. Die anderen Regionen von Madagaskar sind von diesem Phänomen bisher verschont geblieben.

nach obenTelefonieren in und nach Madagaskar

Die internationale Vorwahl für Madagaskar ist "+261..", gefolgt von

  • einer zweistelligen regionalen Vorwahlnummer in das Festnetz von Celtel (vormals staatliche Madacom) z.B. ..22.. für Antananarivo und einer fünfstelligen Festnetzrufnummer;
  • einer zweistelligen Vorwahlnummer in das Festnetz anderer Betreiber z.B. ..20.. für das sehr verbreitete Festnetz von Telma, gefolgt von der regionalen Vorwahlnummer z.B. ..22.. für Antananarivo und der fünfstelligen Festnetzrufnummer;
  • oder einem zweistelligen Code für das mobile Telefonnetz z.B. ..32.. für das Netz von Orange, ..33.. für das Netz von Celtel (vormals Madacom) oder ..34.. für Telma, gefolgt von einer 7-stelligen Rufnummer.

Die regionalen Vorwahlnummern der Städte und Provinzen Madagaskars im Festnetz sind

  • 22 Antananarivo
  • 42 Ambatolampy
  • 48 Mittler Westen
  • 53 Toamasina (Tamatave)
  • 54 Ambatondrazaka
  • 56 Moramanga
  • 57 Maroantsetra, Sainte Marie
  • 62 Mahajanga
  • 67 Antsohihy
  • 69 Maintirano
  • 72 Manakara, Mananjary
  • 73 Farafangana
  • 75 Fianarantsoa
  • 82 Diego
  • 86 Nosy Be
  • 88 Sambava
  • 92 Fort Dauphin
  • 94 Toliara
  • 95 Morondava

Wenn man innerhalb eines lokalen Festnetzes in Madagaskar telefoniert, braucht man keine "0" vorzuwählen, wenn man von einem Netz in ein anderes telefoniert, muss man eine "0" oder die internationale Vorwahl "00261" voranstellen gefolgt vom regionalen Code z,B. ..22.. für Antananrivo.

Im Festnetz agieren vorrangig zwei private Gesellschaften: TELMA und CELTEL. Celtel ist aus der vormals staatlichen Gesellschaft MADACOM hervorgegangen. Die meisten öffentlichen Telefone funktionieren - wenn überhaupt - mit Telefonkarten, die man im Einzelhandel oder in Hotels kaufen kann. Viele öffentliche Telefone laufen auch über das mobile Netz. Informationen über das madagassische Telefonnetz gibt es auf der Internetseite beim –› Ministerium für Telekommunikation.

Die Mobilfunknetze nutzen die gleiche Technologie wie die europäischen Netze (GSM) und decken alle größeren Ortschaften Madagaskars ab. Roaming funktioniert nur bei wenigen deutschen Betreibern, z.B. bei Telecom, aber nicht bei O2. Bei Bedarf sollte man sich hier vor Antritt einer Reise bei seinem Mobilfunkbetreiber in Deutschland über entsprechende Roaming-Partnerschaften informieren.

Wer viel in Madagaskar lokal oder auch nach Europa telefonieren möchte, für den empfiehlt sich eine Prepaid-Karte einer madagassischen Gesellschaft wie Telma oder Orange, die es inklusive einer eigenen Telefonnummer in Telefonshops zu kaufen gibt und die in allen Handies verwendet werden kann. Tipp: dies ist die auch günstigste Methode, um zum Beispiel von Madagaskar nach Deutschland zu telefonieren!

nach obenSicherheit

Madagaskar ist ein sicheres Reiseland. Auch Alleinreisende beiderlei Geschlechts können sich grundsätzlich gefahrlos durch Madagaskar bewegen. Aber natürlich gibt es auch hier, bedingt durch die große Armut, Problemzonen, wo man seinen Reichtum in Form von Armbanduhren, Fotoapparaten und Handies nicht unbedingt zur Schau stellen sollte. Leider gilt dies insbesondere für die Innenstadt von Antananarivo. Die Avenue de l'indépendence und die Unterstadt in der Nähe des Bahnhofs ist ein beliebter Ort für Taschendiebe. Wenn man das Hotel in Antananarivo verlässt, um in der Innenstadt spazieren zu gehen, sollte man am besten - außer dem notwendigen Kleingeld - überhaupt nichts mitnehmen und Papiere oder Wertsachen immer im Hotel lassen (zum Beispiel im Koffer oder Safe einschließen). Vorsicht insbesondere bei besonders aufdringlichen bettelnden Personen oder Kindern: während man vorne bettelnd abgelenkt wird, wird man hinten ausgeraubt, indem zum Beispiel der Rucksack mit einer Rasierklinge aufgeschlitzt wird.

Aus anderen Städten Madagaskars sind uns keine diesbezüglichen Probleme bekannt. Madagassen sind grundsätzlich sehr ehrliche und korrekte Menschen, die sehr auf Gastfreundschaft bedacht sind. Aber natürlich ist auch hier bekannt, dass Touristen Geld haben...

TIPP: für den unglücklichen Fall eines Verlustes von Wertsachen sollte man immer Fotokopien der wichtigsten Unterlagen (Pässe, Kreditkarten usw.), mit sich führen (möglichst nicht im selben Gepäckstück wie die Wertsachen selber). Bargeld kann man sich im Notfall über den Bargeldservice der "Western Union", der von allen größeren Banken in Madagaskar angeboten wird, aus dem Heimatland überweisen lassen. Für Notfälle ist auch die Deutsche Botschaft in Antananarivo erreichbar unter Tel.: 00261 20 - 22 238 02 oder - 22 238 03 oder - 22 216 91.

nach obenElektrizität

Madagaskar hat ein Stromnetz von 220V mit Steckdosen des französischen Typs (mit einem kleinen zusätzlichen Loch im Stecker). Deutsche Eurostecker (mit Mittelloch) und flache Stecker passen immer. Da es manchmal Stromausfälle gibt, der Strom in manchen Hotels nachts abgeschaltet wird und weil Straßenbeleuchtung quasi nicht existiert, ist eine Taschenlampe immer ein nützlicher Begleiter. In kleineren Orten gibt es oft noch keinen Strom. Viele Hotels haben eigene Stromgeneratoren, die sie meist abends und morgens für einige Stunden für die Innenbeleuchtung in Betrieb setzen.

nach obenUngeschriebene Regeln und fady

Bei Ausflügen in die Natur ist es immer ratsam, einen ortskundigen Führer zu engagieren. Überall gibt es fady (rituelle Verbote), die man als Fremder unbedingt beachten sollte. Insbesondere Grabstätten, aber auch andere heilige Orte wie heilige Bäume oder Teiche, die als solche nicht erkennbar sind, stehen unter besonderem Schutz.

nach obenDie Landessprache: das malagasy

Die Landessprache ist madagassisch (malagasy), zweite Hauptsprache der kleinen, gebildeten Mittelschicht ist Französisch. Im Tourismusbereich findet man gelegentlich auch deutsch- oder englischsprechende Ansprechpartner. Grundkenntnisse in Französisch sind in jedem Fall zu empfehlen.

Es gibt einen einen sehr guten kleinen Sprachführer "Madagassisch: Wort für Wort" aus der Reihe "Kauderwelsch Band 41" von der Verlagsgruppe Reise Know-How; Autorin: Helena Ravoson Voahanginirina.

nach obenGesundheitsvorsorge und Vorsichtsmaßnahmen

Es sind keine Impfungen für die Einreise nach Madagaskar vorgeschrieben. Wichtige und aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise bietet das Auswärtige Amt auf seiner –› Länderseite über Madagaskar.

Insektenstiche gehören zu den wohl unangenehmeren Begleiterscheinungen einer Reise durch Madagaskar. Ihre Vermeidung ist fast unmöglich. Insbesondere zur Regenzeit von November bis April sind die Plagegeister allgegenwärtig.

Malaria und andere durch Insekten übertragene Krankheiten

Madagaskar gehört zu den Ländern, die von Malaria und anderen durch Insekten übertragene Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya betroffen sind. Daher empfiehlt sich die Mitnahme von Malariamedikamenten (französische Bezeichnung für Malaria in Madagaskar: paludisme), da sie vor Ort (außer in Antananarivo) manchmal nur schwer zu bekommen sind (Fieberthermometer nicht vergessen!).

Malaria wird von Mücken übertragen, die selber von den Malaria-Parasiten befallen sind. Die Krankheit ist durch wiederkehrende Fieberschübe charakterisiert, die von einer starken Abnahme der roten Blutkörperchen und Schüttelfrost begeitet wird. Die in Madagaskar vorkommende Malariaart Plasmodium falciparum kann tödlich verlaufen, wenn sie nicht behandelt wird. Zur Behandlung werden meist chininartige oder synthetische Präparate eingesetzt.

Eine Prophylaxe gegen Malaria, also die Einnahme des Malariamedikaments (z.B. Malarone) über die ganze Reisezeit, ist Glaubenssache: sie wird zwar von den meisten Medizinern dringend empfohlen, aber es können sich auch Nebenwirkungen einstellen, da der Organismus durch die hohen Dosen stark belastet wird. Wir nehmen die Medikamente zwar immer mit, benutzen sie jedoch nur bei klaren Anzeichen von Malaria, also beginnendem Auftreten von Fieberschüben (im Zweifelsfall lokalen Arzt zu Rate ziehen!). Ein gutes Malariamedikament ist hochwirksam und stoppt die Krankheit im Verlauf weniger Tage. Medizinisch sind die Medikamente und die Dosen für die Prophylaxe und die Behandlung von Malaria übrigens identisch.

Noch wichtiger als die Mitnahme von Medikamten gegen Malaria ist es, sich insbesondere in den Abendstunden und am frühen Morgen möglichst gut vor Mückenstichen zu schützen. Dies ist die bevorzugte Zeit der Malaria- und anderer Stechmücken. Daher sollte man abends wenn möglich unbedingt lange Hosen und langärmlige Hemden tragen und die freien Körperstellen mit Mückenschutzmittel (z.B. Autan) einreiben. Aber Achtung: 40% der Mückenstiche passieren durch die Kleidung hindurch. Daher bieten einige Pharmaunternehmen Imprägnierungen (z.B. das in Madagaskar erhältliche Mittel Biovectrol) an, mit den man die Kleidungmittel behandeln kann. Nachts sollte man immer unter einem Moskitonetz oder in einem Raum, der mit Insektenschutzmittel behandelt wurde, schlafen.

Natürlich ist ein 100%iger Schutz gegen Stechmücken nicht möglich. Bei jeder Reise durch Madagaskar sind wir selber beliebte Opfer aller Arten von stechenden Insekten gewesen und haben in den letzten 20 Jahren schon einige tausend Einstiche überstanden. Trotzdem sollte man keine Panik entwickeln. Die allermeisten Stiche bleiben gesundheitlich ohne Folgen.

Darminfektionen

Zur Vermeidung von Darminfektionen, der berühmten "Tourista", sollte man einige einfache Grundregeln beachten: vor dem Essen Hände waschen, überhaupt keine rohen Salate oder andere rohe Speisen essen (auch kein Speiseeis). Trinkwasser sollte man immer nur aus Mineralwasserflaschen (1,5 l Flaschen sind überall erhältlich) zu sich nehmen. Wasser aus dem Wasserhahn ist bestenfalls zum Zähneputzen geeignet.

Hingegen sind alle frisch gekochten warmen Speisen und heiße Getränke in der Regel unbedenklich, ebenso wie industriell hergestellte Getränke wie Coca Cola, Sprite oder Bier.

Weitere Informationen zu: Reiseveranstalter - Tourismus - Landschaften Madagaskars

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