Hotel Manda Beach, Ostküste von MadagaskarPangalanes-Kanal im Osten von MadagaskarFischerdorf im Westen von MadagaskarNosy Be, Madagaskar
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Tourismus in Madagaskar

Das Reiseland Madagaskar bietet Natur pur mit exotischen Tier- und Pflanzenwelten ebenso wie attraktive Strände mit vielfältigen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. Die wichtigsten Reisetipps und Adressen von Reiseveranstaltern helfen bei der Reiseplanung. Wir nennen die attraktivsten Reiseziele in Madagaskar und geben allgemeine Informationen über den Tourismus in Madagaskar.

Übersichtskarte von MadagaskarMadagaskar - alleine der Name läßt träumen von tropischen Landschaften, die nach Nelken und Vanille duften. Eine Reise nach Madagaskar ist eine Reise in die Welt eines einzigartigen Insekontinents mit atemberaubenden Landschaften und einer spektakulären Fauna und Flora.

Sonnenuntergang in MorondavaMadagaskar ist ein vielseitiges Reiseland, das immer noch viel von seiner einfachen wilden Ursprünglichkeit bewahrt hat und doch Urlaubsmöglichkeiten für jeden Geschmack bietet, von der Abenteuerreise in unwegiger Wildnis, Fun und Sport, Tauchmöglichkeiten, Badeurlaub an traumhaften Stränden oder auch Landeserkundung und Naturerlebnisse für Reisende mit viel Zeit und Geduld, die die urigen Welten der madagassischen Fauna und Flora und die Menschen der Insel näher kennenzulernen wollen.

Badesee in IsaloMadagaskar ist kein Tourismusziel im klassischen Sinne. In guten Jahren kommen gerade einmal etwa 400.000 Besucher nach Madagaskar, davon viele madagaskarstämmige Franzosen, die auf Familienvisite sind. Deutsche Touristen stellen nur wenige Prozent des Touristenkontingents. Die Touristenzahlen sind verschwindend klein im Vergleich zu anderen Tourismus-Destinationen im Indischen Ozean wie der winzigen Nachbarinsel Mauritius, die von mehreren Millionen Touristen jährlich heimgesucht wird, oder der französischen Nachbarinsel La Réunion.

Das Krisenjahr 2009 hat zu einem Rückgang der Touristenzahlen um 60% geführt. Sowohl die politische Krise in Madagaskar als auch die internationale Finanzkrise haben ihre Spuren hinterlassen.

Aktuelle Buchtipps für eine Reise nach Madagaskar

Überarbeitete Neuauflage (Sept. 2009) des Reiseführers der beiden Madagaskarspezialisten Wolfgang Därr und Klaus Heimer; hervorragend recherchiert, ausführlich und detailreich; mit vielen Abbildungen und Karten (670 Seiten) Landkarte von Madagaskar 1 : 1.200.000: GPS-tauglich. Klassifiziertes Straßennetz; mit allen wirchtigen Naturparks. Gradnetz und Ortsindex. Reiß- und wasserfest. Kleiner Sprachführer für die Reise und Einführung in die madagassishce Sprache von Helena Ravoson

 

Merina Kinder im Hochland von MadagaskarTrotz der geografischen Nähe zu Afrika hat Madagaskar nichts mit dem "schwarzen" Nachbarkontinent Afrika gemeinsam. Bereits bei der Landung in Antananarivo fallen die eher malaiisch geprägten Gesichtszüge der Hochlandbewohner ins Auge. Insgesamt finden sich 18 ethnische Gruppen in Madagakar, die sich zu einem bunten Völkergemisch vereinigt haben. Auch die Tier- und Pflanzenwelt hat sich seit der Abtrennung von Madagaskar vom afrikanischen Kontinent vor etwa 150 Millionen Jahren eigenständig entwickelt. Fast alle in Madagaskar vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind hier endemisch, kommen also nur auf Madagaskar vor. Viele Naturparks gehören mittlerweile zum Weltkulturerbe UNESCO.

Reiserouten und Reiseziele in Madagaskar

Fluss im Süden von MadagaskarMadagaskar bietet eine beeindruckende Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften und Reisezielen, von Hochlandsteppen und Bergregionen, über Trockensavannen bis zu tropischen Regenwäldern, nicht zu vergessen 5000 km Küste mit Sandstränden, Korallenriffen und Mangrovenwäldern. Eine große Zahl von –› Naturparks macht die einmalige Natur der Insel für jeden erlebbar. Gefahrloser Abenteuerurlaub auf eigene Faust für Alleinreisende ist genauso möglich wie organisierte Rundreisen oder ein erholsamer Badeurlaub.

Hotelanlage am Pangalanes Kanal im Osten von MadagaskarZahlreiche Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten stehen in ganz Madagaskar in allen Preisklassen und für jeden Geldbeutel zur Verfügung, von einfachen Herbergen oder privaten Unterkünften, wo man für wenige Euros übernachten kann, über kleine Mittelklasse-Hotels oder Bungalow-Anlagen, wo man für 20 bis 80 Euro pro Zimmer oder Bungalow übernachten kann, bis hin zu einer handvoll 4- und 5-Sterne Luxus-Hotels mit Komfort, wie man ihn von anderen großen internationalen Reisezielen kennt, für die man mindestens 80 Euro auf einer nach oben offenen Skala rechnen muss.

Küche in MadagaskarBei den Restaurants kann man ebenfalls alle Klassen durchlaufen, von einfachen Garküchen (hotely gasy), wo man für 1 Euro viel Reis mit wenig dazu bekommt, kleinen Restaurants mit guter heimischer oder internationaler Küche, wo man vorzügliche Gerichte für 2 bis 4 Euro bekommt (eine sehr nahrhafte chinesische Suppe = "soupe chinoise" gibt es in den meisten Ortschaften je nach Qualität der Fleischeinlagen für 1 bis 2 Euro). Für die Freunde hochwertiger französischer und italienischer Küche ist die Auswahl ebenfalls gut (insbesondere in den Zentren der großen Städte). Hier findet man alles, was das Herz begehrt ab 5 Euro aufwärts pro Gericht.

Holzsatue in einem Hotel an der Südküste von MadagaskarAnmerkung: Leider ist der Preis nicht immer proportional zur angebotenen Leistung oder Qualität. Dies hat zwei Ursachen: zum Einen gab es in der Vergangenheit bis Ende der neuniger Jahre in den Hotels immer zwei Preislisten, eine für Ausländer und eine sehr viel günstigere für Einheimische. Diese Unterscheidung findet man heute zwar nicht mehr, aber der Preisfindungsprozeß ist in vielen kleineren Unternehmen oft noch in vollem Gange: man will die madagassischen Besucher nicht abschrecken, was zu einem relativ niedrigen Preisniveau führt, aber man möchte auch so gut es geht vom einsetzenden Tourismusboom profitieren, was die Preise in die Höhe treibt. Tourismusunternehmen, die größeren Vereinigungen angeschlossen sind und direkt von Europa aus gebucht werden können, haben ein recht homogenes aber relativ hohes, am internationalen Tourismusgeschäft ausgerichetes Preisgefüge.

Deswegen sollte man als Individualtourist vor Ort immer erst einen kleinen Preis- und Leistungsvergleich anstellen, wenn die Möglichkeit der Auswahl besteht, was leider nicht immer der Fall ist. Dienstleistungen wie das Mieten von Fahrzeugen oder das Organisieren von kleinen Touren von Ort, gehören immer zu den kostspieligeren Unternehmungen, da hier die Eintrittspreise für Schutzparks, lokale Steuern, die Kosten für den Chauffeur, das Benzingeld und meistens auch die Verpflegung, die oft einem mitreisenden Koch erfordert, mit in den Kosten enthalten sind. Hier kommt man schnell auf 80 Euro und mehr pro Tourist und Tag. Hier ist es durchaus kein Fehler, sich professionellen Tour-Operatoren anzuvertrauen, die man in allen größeren Ortschaften Madagaskars finden kann, auch wenn einem die Preise oft hoch vorkommen. Ein immer wiederkehrendes Ärgernis sind selbsternannte Fremdenführer, die ihre Dienste fast überall anbieten. Viele von ihnen haben keine professionelle Ausbildung und wollen nur vom vermeintlich leicht verdienten Geld im Tourismus profitieren. Deswegen auch hier der Tip: wenden Sie sich lieber an professionelle Tour-Operatoren, die in fast allen größeren Ortschaften ihre Dienste anbieten. Hotels helfen hier gerne weiter.

Die wichtigsten Reiserouten durch Madagaskar

Taxi Brousse im Hochland von MadagaskarDie große Insel Madagaskar lässt sich auf verschiedene Arten entdecken: zum Einen verbinden Direktflüge die Hauptstadt mit den wichtigsten regionalen Zentren, von wo sich Touren in die nähere und weitere Umgebung organisieren lassen, zum Anderen kann man Madagaskar auf dem Landwege über das Netz der Nationalstraßen entdecken, die sternförmig in Antananarivo zusammenlaufen, oder mit Booten und Schiffen auf den großen Flüssen, dem Pangalanes-Kanal oder entlang den Küsten.

Die beliebteste Landroute ist die sogenannte Südroute in die Dornenwälder des Südens: mögliche Ausgangspunkte sind Antananarivo (ca. 2 Tage Fahrzeit bis Toliara an der Südwestküste), von hier aus mit dem Auto in den Süden, oder die südlichen Städte mit Flughafenanbindung Toliara, Fort Dauphin oder Fianarantsoa. An der Strecke von Antananarivo über Fianarantsoa nach Toliara liegen die sehenswerten Regenwald-Nationalparks von Ranomafana und das Isalo-Gebirges. Die lange Südroute von Antananarivo nach Toliara bietet zahlreiche attraktive Zwischenstopps und führt über die sehenswerten Ortschaften Ambatolampy, Antsirabe, den Naturpark von Ranomafana, Fianarantsoa, Ambalavao und das Isalo-Gebirge. Weiter in den äußersten Süden führt parallel zur Küste eine Straße durch ausgedehnte Trockensteppen von Toliara nach Fort Dauphin. Die Süd-Route bietet eine große Zahl an Attraktionen und kann problemlos auf zwei Wochen ausgedehnt werden.

Reisfeld im Hochland von MadagaskarHochlandrouten: Hochlandbesichtigungen können gut von Antananarivo aus gestartet werden; als Ein- oder Zweitagesausflüge in Richtung Westen in die Vulkanlandschaften am Itasy-See, in Richtung Norden zu den Reisfeldern rund um den alten Königssitz von Ambohimanga, in Richtung Osten in den berühmten Naturpark von Andasibe und in Richtung Süden nach Antsirabe.

Die große Nordroute mit der tropischen Insel Nosy Be und den Vanillestädten Antalaha und Sambava startet man am besten in der Hafenstadt Antseranana (französisch: Diego Suarez) oder auf der Insel Nosy, die beide über tägliche Flüge mit der Hauptstadt Antananarivo verbunden sind. Von Antananarivo aus benötigt man rund zwei sehr anstrengende Tage Fahrzeit über Land, um mit Fahrzeugen in den Norden Madagaskars zu gelangen. Die Besichtigung des Nordens mit wahlweisen Besuchen der Nationalparks von Montagne d'Ambre, Marojejy und Masoala kann auf 5 bis 10 Tage in Anspruch ausgedehnt werden. Für einen Badeurlaub bietet sich die touristisch sehr gut erschlossne Insel Nosy Be an.

Die Ostroute über die größere Ortschaft Moramanga und den Nationalpark von Andasibe an die Ostküste kann leicht über Land von Antananrivo aus angetreten werden oder von der großen Hafenstadt Toamasina, die mit täglichen Flügen von Antananarivo aus zu erreichen ist. Sehenswerte Ziele der mittleren Ostküste sind der Pangalanes-Kanal südlich von Toamasina, die Ostküste nördlich von Toamasina und die Pirateninsel Sainte-Marie. Alle Ziele entlang der Ostküste bieten zahreiche Badestrände aber vergleichsweise wenige Naturparks, sind also ideal für einen erholsamen Urlaub.

Die wichtigsten Reiseziele in Madagaskar

Die beliebtesten Reiseziele der großen Insel sind auch die am besten erschlossenen und ermöglichen von hier aus das Erkunden eines großen Gebietes. Außerdem sind diese Ziele gut an das nationale Flugnetz angeschlossen. Große Schutzgebiete für die heimische Tier- und Pflanzenwelt finden sich in allen Teilen Madagakars (zur Übersicht der Schützgebiete).

Die bekanntesten und schönsten Badestrände von Madagaskar sind:

  • Im Norden, Strände von Ampazony, Andilana, Baie du Courrier, Baie de Sakalava, Ramena
  • Im Osten, Strände von Foulepointe, Manakara, Sainte Marie, Sambava, Tamatave
  • Im Süden, Strände von Fort-Dauphin, Italy, Locaro, St. Luce
  • Im Westen, Strände von Anakao, Andavadoaka, Belo-sur-Mer, Ifaty, Morondava.

1. Die Insel Nosy Be

Nosy Benosy beDie kleine, paradiesische Tropeninsel Nosy Be, nur wenige Kilometer vor der Nordwestküste von Madagaskar gelegen, bietet neben malerischen Traumständen und zahlreichen komfortablen Hotels, das Schutzgebiet von Lokobe im Südosten der kleinen Insel (mehrere Naturparks auf dem Festland sind von hier aus ebenfalls erreichbar), Freizeitaktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln, Sportfischen oder Segeln und diverse Ausflugsmöglichkeiten zu den benachbarten kleinen Inseln und Korallenriffen.

Die tropisch-heiße Insel Nosy Be verfügt über einen eigenen internationalen Flughafen (mit Direktflügen nach Mailand) und ist der ideale Ort zum Entspannen nach einer anstrengenden Rundreise durch Madagaskar. Von Nosy Be aus kann man aber auch das nördliche Festland von Madagaskar entdecken. (Weitere Informationen über –› Nosy Be)

2. Die Pirateninsel Ste. Marie (Nosy Boraha)

Sainte Mariesainte marieDie ehemalige Seeräuberinsel Ste. Marie vor der Ostküste Madagaskars trägt heute den Namen Nosy Boraha und hat viel von ihrem ursprünglichen, wilden Charme bewahrt. Neben Nosy Be ist Ste. Marie die zweite große bewohnte Insel, die Madagaskar direkt vorgelagert ist. Die Insel bietet ca. 15 Hotels und einen eigenen Flughafen. Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Angeln und Tauchen bringen ein wenig Abwechslung in den ruhigen Alltag der 50 km langen Insel. Größte Attraktion ist die alljährliche Ansammlung von Buckelwalen in der Zeit von Mitte August bis September. (Weitere Informationen über –› Ste. Marie)

2. Fort Dauphin und der große Süden

fort dauphin (tolagnaro)Die kleine Küstenstadt Fort Dauphin (Tolanaro) im Südosten ist idealer Ausgangspunkt zu mehereren Naturparks im Südosten Madagaskars, sowohl in der Feuchtzone im Osten und Norden von Fort Dauphin als auch in der Trockenzone, die 50 km westlich von Fort Dauphin beginnnt (z.B. der berühmte private Naturpark von Berenty) mit seinen vielen Lemurenarten. (–› Weitere Informationen über den Süden)

3. Antananarivo und das zentrale Hochland von Madagaskar

AntananarivoAntananarivoEin Besuch der Hauptstadt Antananarivo bietet neben den vielen ausgezeichneten Restaurants und Hotels, guten Einkaufsmöglichkeien für lokale Produkte, den sehenswerten Zoo und botanischen Garten im Stadtteil Tsimbazaza, auch das Kulturdenkmal des Rova, das zur Zeit wieder aufgebaut wird. In der näheren Umgebung liegt der Lemurs Park, die Croc-Farm und einige alte Königssitze wie der von –› Ambohimanga mit seinen guten erhaltenen Palastbauten, die seit 2001 zum Weltkulturerbe zählen. (–› Weitere Informationen über Antananarivo).

Auch die Schutzgebiete von Mantadia und Analamazaotra im Osten und die vulkanischen Hochlandlandschaften im Westen (Tsiroanomandidy) sind von Antananarivo aus in jeweils drei Stunden gut zu ereichen. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen vor Ort. (–› Weitere Informationen über das zentrale Hochland)

4. Das südliche Hochland bis Fianarantsoa

fianarantsoaDas Hochland von Madagaskar mit seinen wenigen großen Städten und unzähligen kleinen Dörfern inmitten von Reisterassen läßt sich problemlos mit dem Auto entdecken. Eine gute Straßenverbindung führt von Antananarivo in Richtung Süden über Antsirabe, Fianarantsoa und dann weiter nach Toliara. An der Strecke liegt das Gebiet der Zafimaniry, deren Holzschnitzereien inzwischen zum Weltkulturerbe gezählt werden, ebenso wie der berühmte Naturpark von Ranomafana mit seinen heißen Quellen in der Nähe von Fiananarantsoa. (nähere Informationen über das –› Hochland)

5. Das Isalo Gebirge im südlichen Hochland

isaloEin Ausflug in den Nationalpark des Isalo-Gebirges mit seinen Canyon-Landschaften ist der ideale Zwischenstopp an der Straße von Fiananarantso nach Toliara im Südwesten von Madagaskar, ein Paradies für Naturfreunde, Abenteuerer und Wanderer. Hotels finden sich im kleinen Ort Ranohira. (–› nähere Informationen zum Isalo-Nationalpark)

 

6. Morondava und der große Westen

morondavaSonnenuntergang im Westen von MadagaskarDie Gegend von Morondava, auf madagassisch das Menabe, im trockenen Westen von Madagskar ist berühmt für ihre Baobab-Wälder und Sukkulenten-Flora. In Morondava gibt es einen Strand und einige gute Hotels. Morandava ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die Schutzgebiete von Kirindy und Bemaraha mit den berühmten Tsingy's und der Baobab-Allee (nähere Informationen über –› Morondava und den Westen Madagaskars)

 

7. Antsiranana und der Norden

AntsirananaAntsiranana (gebräuchlicher französischer Name: Diego Suarez) und der tropisch-heiße Norden mit seinen Naturparks wie dem Montagne d'Ambre und den weltberühmten Tsingys, der Vanilleküste mit den Vanillehochburgen Antalaha und Sambava, Zuckerrohr-, Kaffee- und Kakaoplantagen, ist der Inbegriff dessen, was die Tropen an Reichtum bieten können. (weitere Informationen über den –› Norden Madagaskars)

 

8. Tamatave und der Osten

Tamatave (Toamasina)TamataveTamatave (madagassisch: Toamasina) ist die große Hafenstadt im Osten von Madagaskar. Die regenreiche Ostküste Madagaskars mit einem fruchtbaren Streifen von nur 20km Breite, der die Insel Madagaskar von Norden nach Süden durchzieht, bietet die zum Weltnaturerbe der UNESCO zählenden Regenwaldschutzgebiete, Traumstrände nördlich von Tamatave und den weltberühmten Pangalanes-Kanal, einen halb künstlichen, halb natürlichen Süßwasserkanal, der sich auf über 500 km Länge am südlichen Küstenabschnitt entlangzieht. (weitere Informationen über den –› Westen Madagaskars)

 

nach obenHintergrundinformationen zum Tourismus in Madagaskar

Beheloka Strandpanorama im Südwesten von MadagakarMadagaskar ist ein Land des Individualtourismus mit Schwerpunkt Ökotourismus und Abenteuerreisen. Durchorganisierte Reiseangebote gibt es kaum. Den vermeintlichen "Luxus" eines "all inclusive" Reiselandes darf der Besucher erst gar nicht erwarten. Am besten man erwartet gar nichts, bringt eine wenig Abenteuerlust mit und organisiert seinen Aufenthalt vor Ort und passt sich so den lokalen und momentanen Gegegebenheiten an. In den zahlreichen Etappenhotels gibt es in der Regel Informationsmöglichkeiten und aktuelle Tipps. Insbesondere der schlechte Zustand der Nebenstraßen, die nach Regengüssen unpassierbar werden können, kann eine ausgetüfftelte Reiseplanung im Nu über den Haufen werfen. Auf jeden Fall muss der individuelle Besucher viel Geduld und Zeit mitbringen.

Strand am Pangalanes-KanalEinige (wenige) –› Reiseanbieter im deutschsprachigen Raum Deutschland haben für einer bequeme Reiseplanung Komplett-Angebote mit Touren und Rundreisen zusammengestellt, die meist individuellen Charakter haben und die Möglichkeit bieten, in kleinen Gruppen in zwei oder drei Wochen ein Maximum des Landes kennenzulernen.

Nach einer Phase der Stagnation und der politischen Neuorientierung in den Jahren 2002 und 2003 haben die touristischen Aktivitäten nach 2003 wieder stark zugenommen. Bis Anfang 2009 landeten monatlich rund 30.000 Touristen in Madagaskar, davon rund 3% aus Deutschland. Das größte Kontingent stellen französische Touristen mit 55%. Seit der erneuten politischen Krise gefolgt von einem gewaltsamen Machtwechsel im März 2009 sind die Touristenzahlen wieder stark eingebrochen.

Die Monate mit dem größten Touristenaufkommen sind der August und der Dezember. Im Jahre 2006 besuchten 311.000 Touristen die rote Insel, 2007 waren es 350.000 und 2008 378.000. Dies ist zwar eine enorme Steigerung gegenüber den 53.000 Touristen, die im Jahre 1990 das damals noch kommunistische Madagaskar besuchten, aber im Vergleich zu anderen Tourismusdestinationen im Indischen Ozean ist Madagaskar immer noch ein unbedeutendes Reiseland.

Grand Hotel in Diego Suarez im Norden von MadagaskarDie Besucher verteilen sich heute auf über 1000 klassifizierte Hotels mit insgesamt rund 10.900 Zimmern in ganz Madagaskar (1990 waren es noch 220 Hotels und 556 im Jahre 1999). Die Tourismusbranche beschäftigt etwa 20.000 Mitarbeiter und ist damit trotz der geringen Touristenzahl ein bedeutender Erwerbszweig, der zum Beispiel im Jahre 2008 393 Mio. US Dollar Umasatz erwirtschaftete.

Wegen der politischen Krise in Madagaskar wird im Jahr 2009 mit einem Rückgang der Touristenzahlen um 70% gerechnet.

Viele kleine –› Reiseveranstalter bieten in ganz Madagaskar, aber hauptsächlich in der Hauptstadt Antananarivo, ihre Dienste an. Aufenthalt und Touren werden meist individuell oder für kleine Gruppen organisiert. Wir haben einige –› praktische Hinweise und Tipps für den Aufenthalt in Madagaskar zusammengestellt.

Zwei Dachorganisationen fassen einige touristische Unternehmen der Insel zusammen: der Zusammenschluß der wichtigsten madagassischen Reiseveranstalter und Hotels –› "go to Madagascar" organisiert und veröffentlicht unter anderem seit 2002 eine vierteljährliche Publikation über die schönsten Reiseziele in Madagaskar. Die Organisation –› "TOP Madagascar" fast einige Tour-Operatoren der Insel zusammen.

Massentourismus westlicher Prägung mit großen Ferienanlagen wie auf den Nachbarinseln des Indischen Ozeans Réunion oder Mauritius gibt es in Madagaskar nicht, oder besser fast gar nicht (Ausnahme: eine erste all inclusive Ferienanlage Andalana Beach auf der Insel Nosy Be). Ob sich Madagaskar allerdings langfristig gegen diese Art von Massentourismus sperren kann, ist fraglich.

Der Süden Madagaskars ist die am meisten bereiste Region der großen Insel. 35% aller touristischen Aufenthalte entfallen auf den trockenen –› Süden mit seinen einzigartigen Trockensavannen. Der –› Norden, –› Osten und –› Westen werden jeweils von etwa 20% der Touristen bereits. Am wenigsten besucht wird das –› Hochland mit nur 5% der Aufenthalte.

Der madagassische Staat fördert verschiedene Programme zur Entwicklung der touristischen Aktivitäten in Madagaskar, aber auch zur Vermeidung der negativen Nebeneffekte, die durch den Tourismus eingeschleppt und durch die Armut begünstigt werden. Insbesondere Pädophilie wird in Madagaskar strafrechtlich verfolgt.

Weitere -Informationen bei madainfo.de: Reisetipps - Reiseveranstalter - Landschaften - Literatur

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